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Frische Fische fürs Depot

Ein sehr netter Kerl, dieser Lachs! Entkommt er den hungrigen Menschen? (Bild: Fotolia / Witold Krasowski)


Auch wenn der Karpfen traditionsgemäß zu Silvester auf den Tisch kommt: der beliebteste Speisefisch der Deutschen ist der Lachs. Und im Unterschied zum Karpfen sind die Preise für Lachs in den letzten Monaten deutlich gestiegen. Die globale Nachfrage kann dabei nicht durch Fische aus Wildbeständen gedeckt werden,  Fischzucht in Aquafarmen sorgt für zusätzliches Angebot. Der Nordic Fish Farmer Index, auf den sich das Zertifikat der Deutschen Bank (ISIN: DE000DM9SEA5) bezieht, bildet die Wertentwicklung wichtiger Unternehmen aus dem Segment Fischfang, Fischzucht und Vertrieb ab.

Der weltweite Fischkonsum steigt seit Jahren. Im vergangenen Jahr wurden weltweit gut 152 Millionen Tonnen Fisch verzehrt. Nach Prognosen der OECD wird in den kommenden Jahren die Fischproduktion aus Aquakulturen den Wildfang auf den zweiten Platz verweisen. 2006 kamen noch 59 Prozent der weltweiten Fischproduktion aus Wildbeständen und nur 41 Prozent aus der Aquakultur. Für 2026 prognostizieren Experten eine Umkehr der Verhältnisse. Dann sollten gut 58 Prozent aus der Aquakultur kommen und knapp 42 Prozent aus dem Wildfang.

Qualität und Nachhaltigkeit

Einer der bekanntesten Werte im Nordic Fish Farmer Index ist der weltgrößte Zuchtlachsproduzent Marine Harvest mit Sitz in Oslo. Im vergangenen Jahr erreichte die Aktie ein Allzeithoch, gab danach aber wieder ab. Der Grund: hohe Produktionszahlen und dadurch kurzfristig sinkende Lachspreise sowie die Angst vor einer Lachskrankheit verdarben den Aktionären den Appetit. Vor wenigen Wochen haben die Norweger Northern Harvest Sea Farms übernommen und damit, vorbehaltlich der Zustimmung der Wettbewerbskommission, ihre Position in der kanadischen Lachszucht ausgebaut.

Wie in anderen Bereichen auch, steigen die Erwartungen der Lebensmittel-Konsumenten nicht nur hinsichtlich der Qualität der Produkte sondern auch hinsichtlich nachhaltiger Kriterien. Auf den Nachhaltigkeits-Aspekt fokussiert sich Leroy Seafood. Das Unternehmen betreibt Lachs- und Forellen-Farmen und beachtet die Kriterien des Aquaculture Stewardship Council. Dadurch werden Standards bei der Wasserqualität und Vorschriften zur Behandlung kranker Tiere umgesetzt.

Fisch-Index

Der Nordic Fish Farmer Index, der von der ICF Bank AG berechnet wird, ist auf maximal zehn Unternehmen aus den Ländern Norwegen, Finnland, Dänemark und Schweden ausgerichtet. Aktuell sind sieben Fisch-Firmen im Index vertreten. Unternehmen müssen mindestens 500 Millionen Euro Marktkapitalisierung auf die Waage bringen, um in den Index aufgenommen zu werden. Erfüllen mehr als zehn Aktien die Kriterien, verlässt die Aktie mit der geringsten Marktkapitalisierung den Index. Der Index ist als Net Return-Index konzipiert, das heißt, die Nettodividenden der Unternehmen werden in den Index reinvestiert. Eine Überprüfung des gleichgewichteten Aktienkorbes findet zweimal jährlich statt. Das Zertifikat, bei dem Kosten von 1,5 Prozent p.a. anfallen, eignet sich für Anleger, die über mehrere Aktien diversifiziert am Wachstumsmarkt Fischzucht partizipieren wollen. Christian Bayer

17.01.2018 | 01:34

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