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Lebensart > Auktion bei Christie's Genf

Rekordpreis für den „Ocean Dream“

| Vera König | Lesezeit: 3 Min.

Ein Frau trägt an der linken Hand einen Ring mit einem blaugrünen Diamanten als Mittelstein und vielen weiteren weißen Diamanten.
Der Ring mit dem blaugrünen Diamant erzielte bei einer Auktion bei Christie's in Genf den Höchstpreis von umgerechnet 14,6 Millionen Euro (Foto: Christie's Genf).

Ein Edelstein, der wie das Meer aussieht: Der blaugrüne Diamant „Ocean Dream“ ist kürzlich für umgerechnet 14,6 Millionen Euro bei Christie’s in Genf versteigert worden – Rekord für einen Diamanten dieser Farbklasse.


Ein Diamant in der Farbe einer Lagune, selten wie ein Naturwunder: Der „Ocean Dream“ erzielte bei Christie’s in Genf rund 13,6 Millionen Schweizer Franken (umgerechnet etwa 14,6 Millionen Euro) und setzte damit einen neuen Auktionsrekord für einen blaugrünen Diamanten. Doch was macht einen Stein so begehrenswert, dass sein Wert in wenigen Jahren explodiert? Eine Geschichte über Farbe, Seltenheit und die Sehnsucht nach Luxus, der nicht laut glänzt, sondern geheimnisvoll leuchtet.
 
Der „Ocean Dream“ verewigt den Ozean in einem Stein: Je nach Lichteinfall funkelt der Diamant zwischen kühlem Petrol und leuchtendem Türkis – wie das Meer. Der Edelstein besitzt 5,50 Karat und wird als „fancy vivid green-blue“ eingestuft, die höchste und intensivste Farbkategorie bei Diamanten. Der außergewöhnliche Stein ist in einer dreieckigen Form geschliffen und hat die Größe eines kleinen Fingernagels. Blaugrüne Diamanten von solcher Intensität gelten als extreme Seltenheit. Ihre Farbe verdanken sie nicht gewöhnlichen Einschlüssen, sondern natürlicher Strahlung im Erdreich – einem Prozess, der sich über Millionen Jahre vollzieht. Den bunten Hauptstein umrahmt eine Ringfassung aus etwa 20 eleganten rautenförmig geschliffenen, strahlend weißen Diamanten. 

„Ocean Dream" kam schon einmal bei Christie's Genf unter den Hammer

Die Geschichte dieses seltenen Diamanten reicht bis in die 1990er Jahre zurück, als er in der Zentralafrikanischen Republik gefunden wurde. Der ursprüngliche Rohstein wog etwa 11,7 Karat, beim Schliff wurde viel von seiner natürlichen dreieckigen Form bewahrt. Öffentlich bekannt wurde der „Ocean Dream“ 2003 durch die Ausstellung „Splendor of Diamonds“ im Smithsonian National Museum of Natural History in Washington. Dort wurde er neben anderen außergewöhnlichen farbigen Diamanten gezeigt. Experten der Smithsonian Institution haben den „Ocean Dream“ aufgrund seiner Farbe und Reinheit in die Liste der acht seltensten Diamanten der Welt aufgenommen: Er gilt als der größte ausgefallene, leuchtend blaugrüne Diamant, der jemals registriert wurde. 
 
Der legendäre Ring wurde jetzt zum zweiten Mal in seiner Geschichte bei einer Auktion versteigert. Vor zwölf Jahren, im Mai 2014, wurde er ebenfalls bei Christie‘s Genf verkauft, damals für 7,7 Millionen Schweizer Franken. „Er war von einer privaten Sammlerin aus Asien erworben worden, die ihn sehr schätzte und trug“, erklärte Max Fawcett, internationaler Direktor für Schmuck bei Christie's, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Bei der jüngsten Auktion lieferten sich dann drei Bieter aus unterschiedlichen Teilen der Welt einen Wettstreit um das Unikat und trieben so die Gebote bis zum Rekordpreis nach oben. Der Käufer war ein nicht genannter privater Sammler.
 
Doch die Faszination des „Ocean Dream“ liegt in mehr als seinem reinen finanziellen Wert. Farbige Diamanten funktionieren anders als klassische weiße Steine: Sie sind emotionaler, individueller, näher an Naturphänomenen als an bloßer Perfektion. Vielleicht liegt genau darin die Anziehungskraft des „Ocean Dream“: Dass er nicht nur funkelt, sondern eine Stimmung trägt. Am Ende bleibt er ein Stein, der vom Luxus erzählt, aber wirkt, als sei ein Stück Meer in ihm eingeschlossen.

 

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