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Lebensart > Versteigerung bei Sotheby's New York

T-Rex „Gus“ schreibt Auktionsgeschichte

| Vera König | Lesezeit: 3 Min.

Das Foto zeigt das Skelett des Tyrannosaurus Rex Gus, das sich in einem sehr guten Zustand befindet.
Das Skelett des T-Rex ist in einem erstaunlich guten Zustand (Foto: Sotheby's).

Ein Gigant sprengt alle Rekorde: T-Rex „Gus“ kam bei Sotheby’s unter den Hammer und sorgte mit seinem Rekordpreis von 50 Millionen US-Dollar für Aufsehen. Doch was macht dieses Skelett so außergewöhnlich?

Im Licht der Ausstellungsscheinwerfer wirkt „Gus“ noch immer furchteinflößend: der gewaltige Schädel, die gebogenen Rippen, die messerscharfen Zähne. Selbst Millionen Jahre nach seinem Tod beherrscht der Tyrannosaurus Rex den Raum. Nun richtete sich die Aufmerksamkeit nicht nur auf das Fossil, sondern auch auf das Auktionspult: Bei Sotheby’s in New York wurde der Zeuge der Urzeit für 50,1 Millionen US-Dollar versteigert (etwa 43,4 Millionen Euro). Damit ist der 67 Millionen Jahre alte Koloss das teuerste je versteigerte Dinosaurierfossil.
 
Schon vor der Auktion zog das Objekt mit dem Spitznamen „Gus“ die Blicke auf sich. Immerhin ist ein T-Rex kein gewöhnliches Sammlerstück. Der Raubsaurier ist ein Stück Erdgeschichte: Das Skelett erzählt von einer Welt, die vor Millionen Jahren untergegangen ist, und zugleich von der Faszination, die der wohl berühmteste Dino bis heute ausübt. Bei „Gus“ handelt es sich zudem um eines der größten und vollständigsten jemals entdeckten Skelette eines T-Rex. Das Exponat ist 11,6 Meter lang sowie 3,8 Meter hoch und besitzt laut Sotheby‘s 183 versteinerte Knochen, wobei die erhaltenen Knochen 75 bis 80 Prozent der gesamten Knochenmasse des Tieres repräsentieren. „Der Tyrannosaurus Rex ist die ikonischste prähistorische Art im Fossilienbestand, und Gus zählt zweifellos zu den bedeutendsten Exemplaren, die jemals gefunden wurden“, erklärte Cassandra Hatton, Leiterin der Abteilung Wissenschaft und Naturgeschichte bei Sotheby’s. 

Ein umstrittener Verkauf

Erste Teile des Sauriers wurden 2021 in Harding County im US-Bundesstaat South Dakota entdeckt und nach dem Rinderfarmer Gary „Gus“ Licking benannt, auf dessen Grund das Skelett ausgegraben wurde. Licking starb ungefähr ein Jahr nach Beginn der Ausgrabungen und erlebte das fertig präparierte und auf einer eigens konstruierten Stahlarmatur montierte Skelett nicht mehr. Ausgrabung und Präparation dauerten rund fünf Jahre. Der Schätzpreis für das Exponat lag zwischen 20 und 30 Millionen Dollar – selbst das war bereits Rekord für ein Dinosaurierfossil. Nach zehn Minuten Bietergefecht wurde „Gus“ dann an einen anonymen Käufer zum Rekordgebot verkauft. Bisheriger Spitzenreiter: der Stegosaurus „Apex“, der 2024 für 44,6 Millionen US-Dollar bei Sotheby’s New York an einen privaten Investor versteigert wurde.

Nicht nur in Bezug auf den Preis ist „Gus“ spektakulär. Die Auktion offenbart, wie begehrt Dinosaurier auf dem internationalen Markt geworden sind. Vermögende Sammler suchen zunehmend nach ungewöhnlichen Exponaten, die Aussicht auf attraktive Wertsteigerungen bieten. Parallel dazu wächst die Kritik an solchen Auktionen: Wissenschaftler und Museen fürchten, dass bedeutende Funde in privaten Sammlungen verschwinden und für Forschung und Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich sind. „Die USA sind das einzige Land der Welt, in dem Fossilien wie dieses als persönliches Eigentum gelten“, sagte Cassandra Hatton von Sotheby’s. Wem das Land gehöre, dem gehöre auch das Fossil, und der habe das Recht, es zu verkaufen. Es bleibt die grundsätzliche Debatte: Gehören solche Schätze in private Hände oder ins Museum? So endet die Geschichte von „Gus“ nicht mit dem Fall des Hammers, sondern mit einer Frage, die weit über seinen Rekordwert hinausreicht.

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