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S&P 500 könnte 2024 zweistellig einbrechen

JP Morgans Top-Stratege Marko Kolanovic empfiehlt Anlegern im kommenden Jahr Bargeld statt Aktien. Selbst in einem optimistischen Szenario sei das Aufwärtspotenzial am Markt begrenzt, so der Experte.

(Foto: orhan akkurt / Shutterstock)

JP Morgans Top-Stratege Marko Kolanovic empfiehlt Anlegern im kommenden Jahr Bargeld statt Aktien. Selbst in einem optimistischen Szenario sei das Aufwärtspotenzial am Markt begrenzt, so der Experte.

Das Börsenjahr 2023 hat seine Jahresendrally bekommen. Dax, Dow Jones, S&P500, alle stehen sie auf Rekordhoch. Der Zinsgipfel dürfte erreicht sein, die Inflation geht zurück. Gute Nachrichten für die Finanzmärkte. Doch so euphorisch Anleger darauf zum Ende dieses Jahres reagierten, 2024 könnten sie enttäuscht werden. Zumindest, wenn es nach Marko Kolanovic geht. Der JP Morgan-Banker und Top-Analyst empfahl Anlegern unter der Woche in einer Notiz im kommenden Jahr besser Cash zu horten, als Aktien zu kaufen. Es sei unwahrscheinlich, dass die Fed die Zinssätze schnell senken werde, so der Experte. Zudem gingen Anleger stark davon aus, dass es 2024 zu keiner Rezession komme. Die Credit Spreads seien eng, die Aktienbewertungen hoch, die Volatilität niedrig. Möglicherweise also herrscht vor diesem Hintergrund derzeit zu viel Optimismus am Markt.

Für Kolanovic kein guter Zeitpunkt, um in Aktien zu investieren. Sein Kursziel für den S&P 500 im Jahr 2024 legt er mit 4.200 Punkten rund zwölf Prozent unter dem aktuellen Indexstand fest. „Selbst in einem optimistischen Szenario glauben wir, dass das Aufwärtspotenzial für risikoreiche Anlagen begrenzt ist“, zitiert Business Insider Kolanovic, der nicht glaubt, dass die Inflation so schnell wieder auf zwei Prozent fällt, womit die Zinsen zwar nicht weiter steigen aber doch hoch bleiben dürften. „Wir gehen nicht davon aus, dass die Fed weitere starke Maßnahmen gegen die Inflation ergreifen wird, sondern dass sie ihre Politik nur mäßig restriktiv halten wird.“

Gleichzeitig könnte die leicht zurückgehende Inflation, sowie eine sinkende wirtschaftliche Nachfrage die Aktienkurse drücken, weil die Unternehmensgewinne zurückgehen oder sich nur noch leicht positiv entwickeln. „Nach einer Periode rekordverdächtiger Preissetzungsmacht dürfte der jüngste Disinflationstrend zu einem erheblichen Gegenwind für die Gewinnspannen der Unternehmen werden, und das bei anhaltend schleppender Lohnentwicklung. Wir erwarten ein geringeres sequenzielles Umsatzwachstum, keine Margenausweitung und eine geringere Durchführung von Rückkäufen“, prognostiziert Kolanovic.

Kolanovic ist bekannt dafür den Markt eher kritisch und defensiv zu beäugen. Ende 2022 war er auch für 2023 pessimistisch eingestellt, was sich als Fehleinschätzung herausstellte. Gleichwohl sind Kolanovics Argumente keineswegs aus der Luft gegriffen. Nach der jüngsten Rally sollten Anleger die Risiken zumindest wieder vermehrt im Blick behalten.

OG

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