Beitrag teilen

Link in die Zwischenablage kopieren

Link kopieren
Suchfunktion schließen
Rohstoffe >

Kaffee: Schnäppchenjäger und Short Covering

Die Stabilisierungstendenzen beim Kaffeepreis aus der Vorwoche entwickelten sich jüngst weiter zu einer größeren Gegenbewegung. Schnäppchenjäger und charttechnische Gründe nährten die Erholung.

BÖRSE am Sonntag

Nachrichten zu den fundamentalen Faktoren des Kaffeemarktes gab es zwar nicht, dennoch legte der an der Terminbörse IntercontinentalExchange (ICE) festgestellte Preis für die Kaffeesorte Arabica in der vergangenen Woche kräftig zu. Womöglich war das vergleichsweise günstigere Niveau nach der kräftigen Korrektur seit Anfang Mai von beinahe 25% verlockend und wurde entsprechend als Kaufgelegenheit wahrgenommen. Verantwortlich für die sinkende Tendenz in den vergangenen Monaten waren die abnehmenden Sorgen bezüglich des weltweiten Angebots angesichts der Haupterntezeit von Mai bis August in Brasilien, dem weltweit größten Produzenten.

Nun scheint der Risikoappetit der Investoren aber wieder gestiegen, wozu auch die vorläufige Beruhigung an den Finanzmärkten nach den jüngsten Verwerfungen beigetragen haben könnte. Bereits in der Vorwoche zeigte Arabica Stabilisierungstendenzen, konnte sich von dem zunächst markierten neuen Zwischentief erholen und am Ende über der kleinen Unterstützung bei 239,65 US-Cent ins Wochenende gehen.

An den vergangenen Handelstagen folgten Anschlusskäufe. Angesichts der weiter steigenden Kurse sowie auch aus charttechnischen Gründen könnte dies zur vermehrten Schließung von Short-Positionen (Short Covering) geführt haben, was wiederum die Aufwärtstendenz verstärkte. Der Kaffeepreis ist dabei signifikant über die kurzfristige Abwärtstrendlinie geklettert, stieg ferner über die Hürde von 255,05 US-Cent. Bisher handelt es sich bei der jüngsten Erholung aber lediglich um eine technische Gegenbewegung. Entsprechend ist nicht ausgeschlossen, dass der Kurs im Bereich von etwa 270 bis 278 US-Cent wieder dreht und die Abwärtsbewegung fortsetzt. Sollte es jedoch gelingen, nachhaltig über das 50%-Retracement (269,36 US-Cent) der Abwärtskorrektur seit Mai zu springen, könnten spekulative Käufe mit einem ersten Kursziel im Bereich von etwa 296 US-Cent in Erwägung gezogen werden.