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Platin: Unterstützung hält abermals

Beim Platinpreis ging es zuletzt sieben Wochen hintereinander abwärts. Diese Serie wurde mit dem jüngsten kräftigen Anstieg erst einmal beendet. Er begann zudem an einer wichtigen soliden Unterstützung. Vielleicht ein Indiz für einen neuerlichen Aufwärtsimpuls.

BÖRSE am Sonntag

Die Marke von 1.375 US-Dollar scheint für die Bullen das höchste der Gefühle, das sie den Bären und ihren Abwärtsattacken zugestehen. Zwar ging es im Juni dieses Jahres etwas deutlicher darunter, die Unterstützung konnte jedoch sehr schnell wieder zurückerobert werden. Sie erwies sich damit abermals als solide Haltezone, wie schon mehrmals seit Ende 2011. Zuletzt wurde dieses Niveau wieder einmal erreicht. Vorangegangen war die seit dem Zwischenhoch von Ende August auszumachende Korrektur. Innerhalb derer war der Platinpreis bis zum Tief am vergangenen Dienstag von 1.554 auf 1.355 US-Dollar gesunken, was einem Rückgang von rund 13 Prozent entsprach. Noch am Dienstag startete jedoch eine Gegenbewegung, die sich an den folgenden Tagen dynamisch fortsetzte. Der Preis stieg über 1.375 US-Dollar und setzte sich von dieser Marke nach oben ab. Offenbar fassten die Bullen abermals Mut und beendeten damit eine Attacke der Bären. Damit könnte die Basis für einen neuerlichen kurzfristigen Aufwärtsimpuls gelegt worden sein, was auch spekulative Long-Positionen erwägenswert macht.

Unterfüttert wird die Annahme von wieder steigenden Preisen von einem Kaufsignal im MACD-Indikator auf Tagesbasis. Außerdem wurde die 20-Tage-Linie überschritten, was ebenfalls ein kurzfristiges Kaufsignal darstellt. Als erstes Kursziel des bullishen Szenarios kommt die Region knapp über 1.500 US-Dollar in Betracht, in der sich bei 1.508, 1.511 und 1515 US-Dollar Widerstände befinden. Hier endete der letzte Aufwärtsimpuls. Zunichte gemacht würde das skizzierte Long-Szenario, wenn die Unterstützung 1.375 US-Dollar abermals deutlicher unterschritten wird. Dann wäre es fraglich, ob die Bullen auch diesmal eine schnelle Gegenattacke reiten. Spätestens wenn das Zwischentief von Juni verletzt wird, könnten sich die Bären dann endgültig durchgesetzt haben.

Zucker: Feuer in brasilianischen Lagerhäusern läßt Preis schießen

In gleich zwei mit Zucker vollgepackten Lagerhäusern in Brasilien ist am Freitag ein Brand ausgebrochen. Das löste einen Kurssprung beim Zuckerpreis aus. Santos ist der weltweit wichtigste Verladehafen für Rohzucker.
Der Preis für Zucker in New York ist mit 20,16 US-Cents je Pfund auf den höchsten Stand seit fast einem Jahr geklettert, nachdem Feuer in mehreren Zucker-Lagerhäusern im Hafen von Santos (Brasilien) gemeldet worden ist. Der US-Kontrakt auf Rohzucker stieg um bis zu 6,1 Prozent und war mit 20,16 US-Cents je Pfund so teuer wie zuletzt im Oktober 2012. Der in London gehandelte Future auf raffinierten Zucker markierte mit 529,40 Dollar je Tonne immerhin ein Sieben-Monats-Hoch. Sollte es nicht gelingen, das Feuer beizeiten unter Kontrolle zu bringen, könnte der Zuckerpreis mit dem Rauch über dem Hafen von Santos in lange nicht gesehene Höhen steigen.
Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eine Sprecherin des Hafenbetreibers Codesp berichtet, betrifft der Brand drei Lagerhäuser von Copersucar, von denen jedes eine Lagerkapazität von mehr als 100.000 Tonnen hat. Ein viertes brannte noch, während diese Zeitung in Produktion war. Ob die Feuerwehr Teile der dort lagernden Vorääte retten kann, scheint offen. Copersucar betreibt in Santos insgesamt sechs Lagerhäuser mit einer jeweiligen Kapazität von 50.000 bis 100.000 Tonnen. Der Hafenbehörde zufolge brach das Feuer um 6 Uhr Ortszeit aus. Vorangegangen sei wahrscheinlich eine Explosion. Bei Rohstoffen wie Getreide oder Zucker bestehe bei der Lagerung gewöhnlich die Gefahr einer Staubexplosion. Insbesondere bei großen Lagermengen Zucker sind Feuer sehr schwer zu bekämpfen, da sich an der Außenschicht eine wasser- und löschschaumabweisende Kohlenstoffschicht bildet, während das Feuer im Inneren weiter wütet.
Die brasilianische Produktion ist ohnehin bereits durch Regenfälle negativ beeinflusst worden. Dieses weitere Problem könne man schlecht gebrauchen, sagte Kona Haque, Analystin bei der Macquarie Group in London. „Spekulativ orientierte Anleger haben bereits zu kaufen begonnen und diese bullischen Nachrichten dürften die Kauflaune kurzfristig noch weiter beflügeln“, heißt es weiter. „Mit den 300.000 Tonnen Zucker kann man möglicherweise leben, aber die eigentliche Frage ist doch wie lange die Lager und die Verladeterminals außer Betrieb sein werden“, so Haque. Die globale Zuckerproduktion sollte die weltweite Nachfrage nach Schätzungen der Londoner Czarnikow Group in der Saison 2013/14 um zwei Millionen Tonnen übertreffen, diese Zahlen stehen nun zur Korrektur an – wenn das Ausmaß der Schäden in Santos abschätzbar wird. Eine Wiederherstellung der Anlagen könnte Experten zufolge bis zu einem Jahr dauern.
„Die Kursreaktion ist durchaus gerechtfertigt“, betonte Rohstoff-Experte Toby Cohen vom Zucker-Broker Czarnikow. „Santos ist schließlich der weltweit wichtigste Verladehafen für Rohzucker.“ Richtig problematisch werde es aber dann, wenn das derzeit auf zwei Lagerhäuser beschränkte Feuer auf die Terminals übergreife, betonte Cohen. „Die Verlade-Anlagen sind für den Weltmarkt wichtiger als der Zucker an sich.“ Der Feuerwehr von Santos zufolge ist am Freitag in zwei Lagerhäusern des größten brasilianischen Ethanol- und Zuckerhändlers Copersucar Feuer ausgebrochen. In TV-Aufnahmen waren dunkle Rauchschwaden über den Lagerhäusern und beschädigte Fließbänder zu sehen. Der Ernstfall auf dem Zuckermarkt könnte eingetreten sein. Es bleibt abzuwarten, ob der Zuckermarkt nun ein Zockermarkt wird. Handelsblatt / Godmode-Trader.de / rtr