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Rhodium: Auf Platins Spuren?

Der zum Teil blutige Arbeitskampf in südafrikanischen Platinminen hat seit August zu einer Kursrally bei Platin geführt. Während hier der Preis nun korrigierte, gab es bei Rhodium einen kräftigen Anstieg.

BÖRSE am Sonntag

Der zum Teil blutige Arbeitskampf in südafrikanischen Platinminen hat seit August zu einer Kursrally bei Platin geführt. Während hier der Preis nun korrigierte, gab es bei Rhodium einen kräftigen Anstieg.

Im Blickpunkt steht auch hier Südafrika, das 84% zum weltweiten Angebot von Rhodium beiträgt. Weil das Edelmetall nur in sehr geringen Konzentrationen im Boden enthalten ist, gibt es jedoch keine reinen Rhodiumminen. Stattdessen fällt es als Nebenprodukt an, insbesondere bei der Gewinnung von Platin. Verantwortlich für den jüngst kräftigen Anstieg könnte die Annahme sein, dass der anhaltende Arbeitskampf in den südafrikanischen Platinminen zu einer stärker rückläufigen Produktion führt und sich damit das weltweite Angebot verknappt. Zwar hat der Bergbaukonzern Lonmin seinen Kumpeln in der bestreikten Mine Marikana, in der der Ausstand sogar in Gewalt umschlug und Tote zu beklagen waren, mehr Lohn versprochen, was jüngst den Platinpreis etwas drückte, allerdings wird anderenorts weiter gestreikt. Der generelle Arbeitskampf in Südafrika ist damit wohl noch nicht beendet.

Bislang reagierte der Preis für Rhodium auf den Streik kaum, weil ein Teil des weltweit benötigten Rohstoffs durch Recycling gewonnen wird, weshalb sich Produktionsunterbrechungen in den Minen nicht gleich in einem knappen Angebot niederschlagen. 2011 lag die Nachfrage bei 906.000 Feinunzen. Davon wurden etwa 31% durch recyceltes Rhodium abgedeckt. Um den Bedarf zu decken, brauchte man daher noch 626.000 Feinunzen aus Minen. Produziert wurden 765.000 Feinunzen, sodass es wie in den vorangegangenen drei Jahren ein Überangebot gab, was sich auch in den sinkenden Kursen 2010 und 2011 niederschlägt. 2012 setzte sich die Talfahrt fort. Die Frage ist nun, wie stark der Arbeitskampf in Südafrika das Angebot schmälert. Erste Kürzungen der Prognosen für den Überschuss gab es bereits. Sollten die Streiks noch geraume Zeit dauern und damit die Spekulationen über ein knappes Angebot zunehmen, könnte dies zu weiter steigenden Kursen und vielleicht auch zu einer Rally führen. Derzeitige Long-Positionen sind jedoch sehr spekulativ.