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Baumwolle zieht an



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Zum einen sind die Exporte von Waren aus dem Reich der Mitte im Mai kräftig (50%) gestiegen, was dafür spricht, dass die chinesische Wirtschaft weiterhin brummt. Zum anderen zogen die Faserpreise an. Ferner gibt es ungünstige Wetterbedingungen in einigen wichtigen Anbauregionen des weltweit größten Baumwollproduzenten. Er ist zugleich der weltweit größte Textilienhersteller, kann den dazu nötigen Bedarf an Baumwolle jedoch nicht durch die eigene Erzeugung decken, weshalb das Land auch der global größte Importeur ist. Angesichts des erwarteten nur marginalen Anstiegs bei der Baumwollproduktion dürfte es somit deutlich mehr einführen als im Vorjahr. Das US-Landwirtschaftsministerium hat ihre diesbezüglichen Prognosen daher jüngst von 10 auf 10,8 Mio. Ballen (je 480 US-Pfund) angehoben.

Mehr US-Exporte

Von stärkeren chinesischen Einfuhren dürften die USA als weltweit drittgrößter Erzeuger und größter Exporteur profitieren. Hier geht das US-Landwirtschaftsministerium für das laufende Wirtschaftsjahr 2009/10 (bis Ende Juli) nun von Gesamtausfuhren von 12,25 Mio. Ballen aus, nach bislang 12 Mio. Ballen. Zwar führen die kräftig gestiegenen Baumwollpreise in den vergangenen Monaten dazu, dass mehr Baumwolle in der Saison 2010/11 angebaut werden dürfte, was ein höheres Angebot erwarten lässt, die weltweit steigende Nachfrage dürfte dies aber auffangen.

Weitere Zuwächse

Insgesamt scheinen die fundamentalen Faktoren somit für weitere Preissteigerungen zu sprechen. Womöglich schlossen daher auch einige Bären ihre Shortpositionen, was den jüngsten Anstieg zusätzlich nährte. Charttechnisch betrachtet setzte sich Baumwolle damit von der kurzfristigen Abwärtstrendlinie nach oben ab und kletterte zurück über das 50%-Retracement der langfristigen Abwärtsbewegung.

11.06.2010 | 00:00

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