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Baumwolle zieht Spekulanten an!

Baumwolle - Dezember-Future (ICE)

Baumwolle - Dezember-Future (ICE)


Nachdem sich in den vergangenen zwei Monaten eine Korrektur zeigte, kam zuletzt wieder Aufwärtsdynamik in die Baumwollpreise. Zwar ist der Markt durch eine schwache Nachfrage und ein hohes Angebot gekennzeichnet, offenbar preisen die Spekulanten nun aber einen „Wetter-Aufschlag“ ein. Die Trockenheit in Texas (größter US-Produzent) sowie der verspätete Beginn der Regenzeit in Indien sorgen für Ungewissheit, wie die Ernte 2009/10 ausfällt. Der aktuell liquideste Dezember-Future löste dabei nun auch den seit Mai gebildeten Abwärtstrend nach oben auf und testete das Zwischenhoch von 63,75 US-Cent. Ein nachhaltiger Sprung darüber spräche für weitere Zuwächse.

Wichtigste Naturfaser

Gewonnen wird der Rohstoff aus Pflanzen der Gattung Baumwolle, deren langen Samenhaare zu Fäden versponnen und hauptsächlich für die Produktion von Textilien genutzt werden. Weltweit werden jährlich etwa 25 Mio. Tonnen Baumwolle produziert. Sie ist mit einem Anteil von etwa einem Drittel an der weltweiten Produktion von Textilfasern, inklusive Naturfasern und Chemiefasern, sowie einem Anteil von etwa 75% an den Naturfasern die mit Abstand am häufigsten eingesetzte Naturfaser für Heimund Bekleidungstextilien. Die größten Produzenten sind China (32%), Indien (22%) und die USA (12%). Auf den Plätzen folgen Pakistan (8%), Brasilien (5,5%) und Usbekistan (4,5%). Die Hauptabnehmer von Baumwolle finden sich heute meist in Asien, wo sich in den vergangenen Jahrzehnten aufgrund des niedrigen Lohnniveaus eine große Textilindustrie angesiedelt hat, während in Europa und den USA der Verbrauch von Baumwolle für die Textilherstellung deutlich zurückgegangen ist. Größter Importeur ist China, größter Exporteur sind die USA. Gehandelt wird Baumwolle an der IntercontinentalExchange (ICE). Die Futures beziehen sich auf in den USA produzierte Baumwolle der Qualität No. 2.

 

23.11.2009 | 00:00

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