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Gold: Eine Versuchung wert?



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Der Goldpreis in Euro vollzog nach dem Rekordhoch Mitte Juni von 1.051 Euro eine kräftige Korrektur, die ihn bis Ende Juli in der Spitze auf knapp unter 886 Euro oder rund 16% abstürzen ließ. Nicht nur, aber maßgeblich dazu beigetragen hat die Erholung des Euro, der im gleichen Zeitraum um rund 10% zum US-Dollar aufwertete. Gold in Euro fiel damit bis zur der seit August 2009 gebildeten Aufwärtstrendlinie und testete diese. So auch in der Vorwoche, in der sie erneut hielt. An den vergangenen Handelstagen konnte sich Gold in Euro nun stärker davon nach oben absetzen, was eventuell für einen ausgedehnteren Aufwärtsimpuls spricht, der dann mittelfristig spätestens bei der runden 1.000er-Marke sowie den horizontalen Hürden bei etwa 1.020 und 1.051 Euro auf Widerstand stoßen könnte.

Relative Entwicklung muss stimmen

Die Long-Spekulation auf Gold geht, wie hierzulande sonst auch, aber nur dann auf, wenn sich der Goldpreis in US-Dollar relativ besser entwickelt als der Euro in US-Dollar, da der Goldpreis in Euro nichts anderes ist, als das Verhältnis von Gold in US-Dollar zum Euro in US-Dollar. Konkret: Sinkt der Euro, muss der Goldpreis in US-Dollar prozentual weniger stark sinken oder besser noch steigen. Legt der Euro indes zu, muss der Goldpreis in US-Dollar prozentual stärker zulegen. Glaubt man daran, dass diese Kriterien erfüllt werden, könnte Gold eine Versuchung wert sein, sonst nicht. Umgesetzt werden kann dies aber nur mit Derivaten auf Gold in US-Dollar, da es keine direkten Derivate auf Gold in Euro gibt. Diese dürfen jedoch keinen Währungsschutz (Quanto) aufweisen, um von einem fallenden Euro zu profitieren, was dann jedoch zu einem latenten Währungsrisiko führt, falls sich Gold in US-Dollar relativ schlechter als der Euro in US-Dollar entwickeln sollte.

13.08.2010 | 00:00

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