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Kupfer: China sorgt für Turbulenzen

Chart vom 09.07.2015: Kupfer – Spotpreis (LME)

Kupfer – Spotpreis (LME), Stand: 09.07.2015


Nicht nur am chinesischen Aktienmarkt geht es heiß her. Der dort seit Juni auszumachende dynamische Kurseinbruch schwappte nun auch auf den Kupferpreis über. Hier ging es jüngst zwischenzeitlich ebenfalls recht deutlich abwärts.

Fallende Kurse beim Industriemetall Kupfer sind schon seit einiger Zeit gang und gäbe. Sowohl an der Metallbörse in London (LME) als auch an der Terminbörse in Shanghai (SHFE) geht es seit den Erholungshochs im Mai dieses Jahres abwärts. Allerdings beschleunigte sich jüngst die Talfahrt. An beiden Handelsplätzen wurden dabei die im Januar 2015 markierten Mehrjahrestiefs zwischenzeitlich unterschritten. Die seinerzeit davon ausgehenden Gegenbewegungen wurden somit wieder zunichte gemacht. Konkret hatten sowohl der Spotpreis an der LME als auch der Future in Shanghai seit ihren Maihochs um rund 17 Prozent nachgegeben.

Ein Grund für die negative Tendenz seit Mai könnten die anhaltenden Konjunktursorgen sein, speziell bezüglich Chinas, dem weltweit größten Verbraucher des Industriemetalls. Eine weniger brummende Wirtschaft im Reich der Mitte könnte demnach die Nachfrage dämpfen. Diese Befürchtungen sind zwar nicht neu, könnten durch das jüngst aktuelle Debakel am chinesischen Aktienmarkt, was negative Auswirkungen auf die Realwirtschaft haben könnte, noch verstärkt worden sein. Darüber hinaus könnten Rohstoffe wie auch Kupfer aus anderen Gründen verstärkt auf den Markt geworfen worden sein. Denkbar ist folgendes: Nachdem inzwischen die Hälfte chinesischer Aktien vom Handel ausgesetzt wurden, um die Lage zu stabilisieren, könnte anderenorts der Druck zugenommen haben, Kapital flüssig zu machen, um zum Beispiel Sicherheitsleistungen (Stichwort: Margin Calls) zu erfüllen.

Nach dem anfänglichen Ausverkauf beruhigte sich die Lage in der vergangenen Woche mit der Erholung am Aktienmarkt jedoch wieder etwas. Die Kupferpreise setzten zu einer Gegenbewegung an und eroberten ihre alten Mehrjahrestiefs zurück. Startet nun erneut eine größere Erholungsbewegung? Oder werden die Tiefs noch einmal verletzt, wobei ein nachhaltiger Bruch dann für weitere Abgaben spräche.

17.07.2015 | 09:27

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