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Orangensaft korrigiert!

FCOJ-A Future Juli (ICE)

FCOJ-A Future Juli (ICE)


Ursache für die jüngsten Verluste waren vor allem fundamentale Gründe. Zum einen hatte das US-Landwirtschaftsministerium die Ernteprognose für die im Juni endende Saison 2008/09 angehoben. Statt bislang 157,6 Millionen Kisten (je 40,8 kg) werden nun 159,6 Millionen erwartet. Die Mehrheit hatte im Vorfeld dagegen mit unveränderten Prognosen gerechnet. Zum anderen stellen immer mehr Investoren ihre im Frühling wegen des trockenen Wetters eingegangenen Long-Positionen glatt, da es in Florida, dem weltweit zweitgrößten Anbaugebiet von Orangen hinter Brasilien, zuletzt immer wieder regnete. Davon dürfte auch die Ernte profitieren. Zudem ist nach der Dürre der nun reichliche Regen positiv für die Entwicklung der Bäume und damit sicher zuträglich für die nächste Ernte. Druck auf den Preis brachte zuletzt auch der wieder etwas stärkere US-Dollar.

Richtung Jahrestief?

Der Preis des Juli-Kontraktes für gefrorenes Orangensaftkonzentrat (FCOJ-A Future) rutschte daher auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Monat. Damit setzte sich der Abwärtstrend aus der Vorwoche fort. Charttechnisch betrachtet ist der Juli-Future seit seinem Hoch Ende Mai, an dem es ihm nicht gelang, die langfristige Abwärtstrendlinie zu überwinden, auf den Rückmarsch. Dabei ist er nun an der unteren Begrenzung des Aufwärtstrendkanals der vergangenen Monate angekommen. Ein Bruch spräche für weitere Abgaben, wobei dann zunächst der Bereich um 79 US-Cent in den Fokus rücken könnte. Dieses Ziel könnte schnell erreicht werden, wenn auch die Investoren kalten Füße bekommen, die nach wie vor auf eine ausgeprägtere Sturmsaison setzen. Wird auch die 79er-Marke verletzt, könnte es noch einmal in Richtung Jahrestief gehen. Für eine Fortsetzung der Rally spräche indes ein Sprung über das jüngste Zwischenhoch von 97,55 US-Cent.

 

05.11.2009 | 00:00

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