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Sojabohnen: nur kurze Korrektur?

Sojabohnen - November-Future (CBOT)

Sojabohnen - November-Future (CBOT)


Verantwortlich für die Rally seit März waren vor allem fundamentale Fakten. Einerseits verknappte sich das Angebot aufgrund der Dürre in wichtigen Anbaugebieten Südamerikas, wie Argentinien. Eine ungebrochene starke Nachfrage aus China leerte daher die Lager in den USA. Zuletzt hatte das US-Landwirtschaftsministerium gemeldet, dass die heimischen Vorräte vor der Ernte 2009 die niedrigsten seit 1977 sein dürften. Die Angst des Marktes, dass den USA als größtem Anbauer und Exporteur von Sojabohnen die Ware nun bald ausgehen könnte, trieb somit die Preise. Hinzu kam die wegen des schlechten Wetters verzögerte Aussaat für die diesjährige Ernte. Den Angaben des USLandwirtschaftsministeriums zufolge waren zum 14. Juni erst 87% der Saat in der Erde, während es im Fünfjahresdurchschnitt üblicherweise 92% sind. Auch sind bis jetzt nur 72% der Saat aufgegangen, sonst üblich sind 83%.

Gute Ernte?

Allerdings sind 66% der Pflanzen in guter oder exzellenter Verfassung und damit mehr als im Vorjahr mit 56%. Dies lässt zumindest ansatzweise auf eine gute Ernte hoffen. Eventuell ist dies mitverantwortlich dafür, dass die Preise an der Terminbörse CBOT (Chicago Board of Trade) jüngst etwas korrigierten. Bedenkt man nun den saisonalen Anbau- und Ernterhythmus der eiweißreichen Hülsenfrucht, dem häufig Preishochs während der Pflanzzeit von Mai bis Juni folgen, müsste man sich nun auf sinkende Notierungen einstellen. Allerdings könnte kurzfristig das knappe Angebot bei gleichzeitig weiterhin stabiler Nachfrage aus China die Preise weiter antreiben. Charttechnisch betrachtet testete der November-Future jüngst seine im Mai überwundene Hürde und das 23,6%-Fibonacci-Retracement der Rally seit März, konnte sich aber knapp darüber halten.

05.11.2009 | 00:00

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