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Wie weit steigt der Preis für Lithium noch?

(Foto: SL-Photography / Shutterstock)



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Der Preis für Lithium erreicht neue Rekordhöhen, da das parabolische Wachstum bei der Elektrifizierung von Fahrzeugen durch große Automobilhersteller weiterhin die Nachfrage deutlich steigen lässt. Bergbauunternehmen auf der ganzen Welt bemühen sich um eine Steigerung der Produktion und die Erschließung neuer Quellen für das „weiße Gold“.

Von Konstantin Oldenburger, Marktanalyst CMCMarkets

China, das größte batterieproduzierende Land, meldete letzte Woche, dass der Referenzpreis für Lithiumkarbonat bei etwa 300.000 Yuan (etwas mehr als 47.000 US-Dollar pro Tonne) liegt, ein Anstieg um das Sechsfache gegenüber Januar 2021. Die steigenden Preise sind Ausdruck der weiter steigenden Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen. Erst Anfang des Jahres meldete Tesla einen neuen Verkaufsrekord.

Lithium ist der essentielle Batteriebaustein

Lithium ist eines der wesentlichen Elemente in der Batterietechnologie, die Elektrofahrzeuge antreibt, die Verbrennungsmotoren nach und nach ersetzen soll. Da der Anteil der Elektroautos steigt, stieg auch die Nachfrage nach Lithium zunehmend an. Daher wird der Lithiumpreis nach gängiger Meinung weiterhin hoch bleiben, bis die Batterieindustrie neue Bergbauprojekte zur Ausweitung der Produktion entwickelt oder eine andere Technologie die gebrauchte Menge an Lithium ersetzten kann.

Laut Bloomberg wurden im Jahr 2021 weltweit etwa 5,6 Millionen Elektroautos verkauft, gegenüber 3,1 Millionen im Jahr 2020. Dieser deutliche Anstieg der Verkäufe ist vor allem auf die steigende Nachfrage in China zurückzuführen. Europa und die USA holen in dieser Hinsicht jedoch ebenfalls auf, sodass die Nachfrage derzeit weltweit sehr hoch ist.
Lithium Preis ist bekannt für seine Volatilität

In der Vergangenheit erlebte die Lithiumpreise immer wieder Boom und Bust-Zyklen. Starken Anstiegen folgten meist ebenso starke Abverkäufe. Weil die EV-Nachfrage jedoch so stark ist und die mobile Autorevolution unaufhörlich voranschreitet, sollen sich diese Zyklen etwas abflachen in ihren Ausschlägen.

Die gute Nachricht ist, dass Lithium-Ionen-Akkus in den letzten zehn Jahren immer erschwinglicher geworden sind. Im Jahr 2010 lag der Preis für eine Kilowattstunde noch bei 1.200 Dollar, doch bis 2021 war er auf 132 Dollar gesunken. Angesichts der heutigen rasanten Preissteigerungen könnte der Preis für eine Kilowattstunde im Jahr 2022 auf 135 Dollar steigen.

Die Batterieindustrie steht also unter Druck, neue Lithiumvorkommen zu sichern, um die Preise für Batteriepacks niedrig zu halten und gleichzeitig zu ermöglichen, dass Elektroautos erschwinglicher werden, damit die grüne Energierevolution auf breiter Front Einzug halten kann.
Tesla Batterie-Partner Piedmont Lithium profitierte stark

Ein großer Profiteur dieser Ereignisse war u.a. Piedmont Mining. Piedmont Mining profitierte nicht nur von einer Partnerschaft mit Tesla, sondern auch von neuer Förderung von Elektroautos durch die Biden-Regierung. Die Aktie von Piedmont Lithium verdoppelte sich im Jahr 2021, und noch zum Jahresende kauften zwei Insider des Bergbauunternehmens, eigene Aktien auf. Trotz der überdurchschnittlichen Performance schlossen die Aktien 2021 bei 52,46 USD und damit weit unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 88,97 USD, das im März erreicht wurde.
Wie kann man Lithium handeln?

Lithium wird derzeit nicht an einer Börse gehandelt, sodass ein direktes Investment in den Lithiumpreis nicht möglich ist. Bevor sich Anleger zu sehr auf den Lithiumtrend einlassen, sollten sie sich mit den Eigenschaften des Lithiummarktes auseinandersetzen. Einzelaktien mögen lukrativ sein, bergen aber auch ein höheres Risiko. Der Global X Lithium & Battery Tech ETF, ist ein ETF, der versucht die Performance des Solactive Global Lithium Index nachzuverfolgen und abzubilden. Der ETF hat den Vorteil, dass er breiter aufgestellt ist, als es bei einem Investment in eine Einzelaktie der Fall ist.

17.01.2022 | 09:57

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