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WTI zieht an - China, Lagerbestände und US-Dollar



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So dürfte zu dem jüngsten Anstieg der weiter schwächere US-Dollar beigetragen haben. Zudem standen wieder einmal die wöchentlichen US-Öllagerbestände im Blick, die unerwartet sanken. Das US-Energieministerium meldete beim Erdöl einen Rückgang um rund 0,48 auf 357,9 Mio. Barrel. Während es bei dem Ausgangsstoff für Benzin und Heizöl damit eher unspektakulär aussah, schrumpften die Bestände bei den Destillaten selbst überraschend und zudem recht deutlich. Bei Benzin fielen sie um 3,47 auf 222,6 Mio. Barrel, bei den Mitteldestillaten (Heizöl und Diesel) um 1,27 auf 173,6 Mio. Barrel.

Nicht wirklich bullish

Die deutlichen Rückgänge scheinen nun offenbar die Annahme einer stärkeren Nachfrage anzuheizen. Allerdings dürfte ein Teil der Minderungen auch der geringeren Auslastung in den US-Raffinerien geschuldet sein, die von 87,8% auf 85,8% und damit auf den niedrigsten Stand seit April sank. Solche Drosselung im Herbst ist typisch, um Wartungsarbeiten vor Beginn der Verbrauchsspitzen durchzuführen, dämpft jedoch die Mutmaßungen eines anziehenden Bedarfs. Zudem liegen die Vorräte an Benzin und Mitteldestillaten weiterhin auf einem sehr hohen Niveau und übertreffen ihren jeweiligen durchschnittlichen Mittelwert der vergangenen fünf Jahre um 13% respektive 22%. So richtig bullish sehen die US-Lagerbestandsdaten daher nicht aus.

China

Aber es gibt ja noch China. Aus dem Land mit den stärksten Wachstumsraten beim Ölverbrauch gab es positive Konjunkturdaten (Einkaufsmanagerindex), was die Hoffnung einer robusten Weltkonjunktur nährte. Zudem könnten die chinesischen Importe aus Saudi-Arabien 2010 um 19% steigen. Beide Punkte sprechen wohl für eine anhaltend hohe weltweite Nachfrage. Allerdings ist nicht sicher, ob sie für weiter steigende Kurse ausreichen. Immerhin kann der Sprung von WTI über die Hürde von 78,15 US-Dollar als kurzfristiges Long-Signal interpretiert werden.

01.10.2010 | 00:00

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