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Wer oder was treibt die Ölpreise?

Sowohl der Preis für die US-Ölsorte WTI als auch der Preis für das Nordseeöl Brent setzten jüngst ihre Erholungen der vergangenen Wochen fort. Angesichts der sich weiter eintrübenden weltweiten konjunkturellen Aussichten stellt sich allerdings die Frage, was hier treibend wirkt.

BÖRSE am Sonntag

Seit den Zwischentiefs im Juni bildeten sich bei den Ölpreisen kräftigere Gegenbewegungen aus. Beispielhaft wird dies an den aktuell aktivsten Futures (September 2012). Der für Brent stieg um mehr als 20%. Der für WTI hat um rund 19% zugelegt. Beide zeigten damit im Rahmen ihrer seit März auszumachenden Abwärtswellen eine Gegenbewegung. Brent überschritt dabei jüngst das 50%-Retracement seines Rückgangs. WTI kletterte über das 38,2%-Fibonacci-Retracement seines Abwärtstrends. Aus charttechnischer Sicht können die jüngsten Anstiege bislang aber noch als technische Gegenbewegungen nach den zuvor doch recht großen Abschlägen interpretiert werden.

Die Frage ist nun, ob es Argumente für weitere Steigerungen gibt. Ein Blick auf die fundamentale Seite, insbesondere die Nachfragesituation, scheint erst einmal keine zu liefern. Europa ist weiterhin im Griff der Schuldenkrise und der dadurch verstärkt lahmenden Konjunktur. Auch anderenorts auf der Welt, wie in den USA oder China, deuten die letzten Wirtschaftsdaten auf eine nachlassende Wachstumsdynamik, weshalb die Weltwirtschaft insgesamt an Tempo verlieren dürfte. Womöglich droht sogar eine globale Rezession. Dieser Punkt könnte allerdings die großen Notenbanken zu weiteren Konjunktur stimulierenden Maßnahmen bewegen, was die Hoffnung auf eine wieder anziehende Konjunktur und eine dadurch steigen Ölnachfrage nährt. So richtig darauf verlassen mag man sich aber nicht. Bleibt der Blick auf die Angebotsseite. Ein langer Streik in der norwegischen Ölindustrie wurde verhindert und auch der Faktor Iran ist eigentlich lange bekannt. Die Lage im Nahen Osten (Iran, Syrien, Israel, Pakistan) bleibt allerdings angespannt und vielleicht war und ist eine dort drohende Eskalation die zuletzt treibende Kraft, die durchaus weiter die Ölpreise befeuern könnte.