Beitrag teilen

Link in die Zwischenablage kopieren

Link kopieren
Suchfunktion schließen
Rohstoffe >

WTI-Öl - Ende der Seitwärtsbewegung?

Beim WTI-Öl hat sich im Mai die Handelsspanne verengt. Die 100-US-Dollar-Marke ist vom aktuellen Kurs deutlich entfernt, während sie im Februar in greifbarer Nähe schien. Die weitere konjunkturelle Entwicklung wird den Weg für den Ölpreis weisen. Als der IMF die Wachstumsprognosen für China in diesem und im kommenden Jahr zurückgenommen hat, gab der Ölpreis nach.

BÖRSE am Sonntag

Mit Blick auf die vergangenen sechs Monate präsentiert sich das WTI-Öl in einer volatilen Seitwärtsbewegung. Im Februar schien ein Preis von 100 US-Dollar nur eine Frage der Zeit zu sein. Stattdessen bildete sich ein Doppeltop, das dann weitere Kursverluste nach sich zog. Es folgte ein Abverkauf bis in den Bereich von 90 US-Dollar. Von dort aus setzte eine Erholung bis auf 97 US-Dollar ein, der wieder eine Verkaufswelle mit einer Bodenbildung bei ca. 86 US-Dollar folgte. Danach bildete sich ein Widerstand bei 97 US-Dollar aus, der zweimal getestet wurde. In den letzten Wochen notierte der Future in einer vergleichsweise engen Handelsspanne zwischen 92 und 97 US-Dollar.

Solange der Bereich von 90 bis 91,50 US-Dollar nicht unterschritten wird, ist ein Heranlaufen des Kurses an die Widerstandszone bei 97 US-Dollar wahrscheinlich. Wird diese auf Wochenschlusskursbasis überwunden, sind rasch Preise im dreistelligen Bereich denkbar. Fällt der Kurs dagegen zum Tagesschluss unter 90 US-Dollar, ist zunächst mit Abgaben bis 86 US-Dollar zu rechnen.

Im Vergleich zu anderen Rohstoffen, die seit Jahresbeginn deutlich abgegeben haben, liegt WTI-Öl in etwa auf dem Preisniveau des Jahresanfangs, obwohl nach den Angaben des US Energy Department die US-Rohöllagerbestände im April einen neuen Rekord seit Erfassung der Zahlen 1982 erreicht haben und auch die US-Ölproduktion auf ein 21-Jahres-Hoch gestiegen ist. Ein Grund für die hohen Produktionszahlen liegt in der neuen Fracking-Technologie. Am 30. Mai wurde entgegen den Prognosen bei der wöchentlichen Bekanntgabe der Rohöllagerbestände ein weiterer Anstieg auf 397,6 Mio. Barrel veröffentlicht. Der OPEC-Gipfel in Wien dürfte keine großen Auswirkungen haben, falls nicht wider Erwarten eine Veränderung der Fördermenge beschlossen wird.