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Mastercard: Gewinnsprung und jetzt?


Der Visa-Rivale hat die Markterwartungen dank konsumfreudiger Kreditkartenkunden klar übertroffen. Die hohe Konsumneigung von Kreditkartenkunden im Weihnachtsgeschäft hat dem US-Finanzriesen Mastercard einen starken Jahresabschluss beschert. Welche Faktoren für eine Fortsetzung der Rallye sprechen

Von Vontobel

Im vierten Quartal stieg der bereinigte Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr von USD 1,6 Mrd. auf USD 2,0 Mrd., wie Mastercard am Mittwoch mitteilte. Die Erlöse stiegen um 16 Prozent auf USD 4,4 Mrd.

Der kleinere Wettbewerber American Express hatte die Erwartungen im jüngsten Geschäftsquartal ebenfalls übertroffen. Die Finanzkonzerne verdienen an Transaktionsgebühren und profitieren, je öfter Kunden beim Einkaufen mit Kreditkarte zahlen. Die hohe Konsumbereitschaft – besonders der US-Verbraucher – und der Trend zum Online-Shopping, bei dem oft mit Karte gezahlt wird, sorgen schon länger für gute Geschäfte. (Quelle: dpa-AFX)

Mastercard kauft Teile des dänischen Unternehmens Nets

Bei der Übernahme geht es um die Mehrheit an Nets‘ Geschäft mit Firmenkunden, darunter Zahlungsabwicklung und Dienstleistungen für Echtzeitzahlungen. Mastercard will durch den Deal verstärkt Services für Echtzeitzahlungen anbieten. Nets ist einer der größten europäischen Zahlungsdienstleister und hat rund 3.500 Mitarbeiter. Die Firma ist vor allem in Skandinavien aktiv, seit der Fusion mit Concardis vor einem Jahr aber vermehrt auch in Deutschland. Zahlungsdienstleister sind derzeit sehr begehrt – ihr Geschäft boomt, weil Verbraucher weltweit immer weniger mit Bargeld bezahlen, wodurch die Volumina von Karten- und Onlinezahlungen rasant steigen. Zugleich ist der Wettbewerb enorm. Die Firmen erhalten nur einen kleinen Anteil der über sie abgewickelten Umsätze, müssen aber in immer neuere Technologien investieren. (Quelle: Handelsblatt)

Strategische Partnerschaft zwischen Mastercard und Microsoft

Mastercard und Microsoft vereinbaren eine strategische Partnerschaft, um die Verwaltung und Nutzung der digitalen Identität für Menschen zu erleichtern. Derzeit ist der Online-Identitätsnachweis noch von physischen oder digitalen Überprüfungen abhängig, die jeweils von einer zentralen Stelle durchgeführt werden – unabhängig davon, ob es sich um die Passnummer, die Adresse, den Führerschein, Anmeldeinformationen oder ähnliches handelt. Diese Abhängigkeit macht es für die Nutzer immer komplizierter, da sie sich unzählige Passwörter merken müssen, um sich auf den verschiedenen Plattformen zu identifizieren und ihre Daten zu verwalten. Gemeinsam wollen Mastercard und Microsoft eine sichere Möglichkeit bieten, ihre Identität in Echtzeit digital nachzuweisen. Die Antwort auf solche Herausforderungen ist ein Service, der es einzelnen Personen erlaubt, ihre Identitätsdaten auf ihre bevorzugte Art und Weise einzugeben, zu überprüfen und freizugeben – auf den Geräten, die sie täglich verwenden. (Quelle: newsroom.mastercard.com)

Mastercard Inc.

Mastercard Inc. ist einer der weltweit größten Anbieter von elektronischen Zahlungssystemen. Bekannt ist der Konzern vor allem für seine Kreditkarten, die den elektronischen globalen Zahlungsverkehr an Millionen Akzeptanzstellen ermöglichen. Bekannte Marken sind Mastercard, Maestro und Cirrus. Die Dienstleistungen erstrecken sich neben dem Bereich Franchise auch auf die Abwicklung und Beratung. So bietet Mastercard interessierten Unternehmen einen breiten Datenpool zum Kauf- und Konsumverhalten ausgesuchter Kundengruppen. Das operative Geschäft wird lediglich in dem Segment "Payment Solutions" abgebildet. Da kein Land außer den USA mehr als 10 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht, verzichtet Mastercard auf eine geographische Segmentierung. (Quelle: Handelsblatt)

Die Aktie im Überblick

Die Mastercard Aktie wird aktuell bei USD 324,52 (04.02.2020) gehandelt. Das Jahreshoch lag bei USD 327,07 (24.01.2020), das Jahrestief bei USD 199,90 (30.01.2019). Bei Bloomberg setzen 38 Analysten die Aktie auf BUY, zwei auf HOLD und ein Analyst auf SELL.
Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischer, branchenspezifischer und ökonomischer Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen könne.

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05.02.2020 | 10:10

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