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Quantafuel: Norwegisches Energieunternehmen mit Power



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Quantafuel Asa, ein norwegisches Energieunternehmen, will den verschwenderischen Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten beenden und damit auch noch Geld verdienen. Kann das funktionieren? Was Anleger zum Unternehmen wissen sollten

Eine Analyse von Konstantin Oldenburger, Marktanalyst bei CMC Markets

Mit seiner Technologie wandelt Quantafuel fast alle Arten von Kunststoffabfällen in umweltfreundliche Kraftstoffe und Chemikalien um und ersetzt damit die Produktion von neuem Öl. Quantafuel möchte gemeinsam mit seinen Partnern und Investoren zeigen, dass das chemische Recycling eine nachhaltige und tragfähige Option für die Weltgemeinschaft und eine technische Lösung ist, die für den globalen Maßstab geeignet ist.

Neues Werk bald fertiggestellt

Mit seinem neuen Werk in Skive/Dänemark strebt Quantafuel den raschen Aufbau von Produktionskapazitäten im globalen Maßstab an, um einen bedeutenden Einfluss auf eine der dringlichsten ökologischen Herausforderungen unserer Zeit zu nehmen. Das neue Werk stellt einen weiteren Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft dar. Diese neue sogenannte Pyrolyse- und Aufreinigungsanlage mit einer Nennkapazität von rund 16.000 Tonnen pro Jahr ist nun kurz vor der Fertigstellung, nachdem es hier zu Verzögerungen gekommen war. Dies hat dann auch zu einem Anstieg der Inbetriebnahmekosten um 36 Millionen NOK gegenüber der vorherigen Plankalkulation geführt. Im Geschäftsjahr 2019 konnte Quantafuel einen Umsatz von 40,7 Millionen NOK generieren. Dabei verbuchte das Unternehmen jedoch durch die hohen Investitionen einen Verlust in Höhe von 239,2 Millionen NOK.

Quantafuel Aktienkurs

Seit dem 20. Februar ist Quantafuel an der Börse in Oslo notiert. Der Börsengang erfolgte inmitten der Corona-Pandemie und erzeugte deshalb wenig Aufmerksamkeit.

Das Unternehmen kann nicht nur ein interessantes und wettbewerbsfähiges Produkt vorweisen, sondern hat auch starke Partner an seiner Seite. Der langjährige strategischer Partner Vitol S.A., der weltgrößte unabhängige Energiehändler machte im September den Weg für einen Einstieg des deutschen Chemieriesen BASF frei. BASF investierte 20 Millionen Euro in Quantafuel und sicherte sich als Teil der Investitionsvereinbarung ein Vorkaufsrecht für die gesamte Menge an Pyrolyseöl und aufgereinigten Kohlenwasserstoffe aus der Anlage in Skive.

Der neuste Deal wurde mit der privaten Beteiligungsgesellschaft Kirkbi, dem Family Office von Kjeld Kirk Kristiansen, eingefädelt. Kirkbi investiert 250 Millionen NOK (etwa 23 Millionen Euro) in Quantafuel. Die Investition erfolgte als Privatplatzierung gegenüber Kirkbi.
Seit dem Börsengang konnte sich die Performance der Quantafuel Aktie wirklich sehen lassen. Nach einem Tief bei 8,30 NOK Anfang März hat sich der Kurs bis September auf in der Spitze 87,30 NOK mehr als verzehnfacht. Mit der allgemeinen Marktkorrektur Anfang des Monats fanden die Bären nun auch einen Angriffspunkt bei der Quantafuel Aktie. Innerhalb von 3 Handelstagen ging es vergangene Woche knapp 40 % bergab.

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15.09.2020 | 18:12

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