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Aussichtsreiches: Chance-Risiko-Verhältnis bei Mais


Eigentlich klingt das Erfolgsgeheimnis an der Börse ganz einfach: Kaufe billig, verkaufe teuer. Doch jeder Börsianer weiß: In der Realität ist diese Weisheit alles andere als leicht umzusetzen. Vor allem nach einer massiven Hausse, wie sie die Märkte seit März erlebt haben. Das gilt nicht nur für die Aktienmärkte, sondern auch für die Rohstoffmärkte. So haben sich die Preise für die Industriemetalle Kupfer und Blei seit Jahresanfang mehr als verdoppelt. Der Ölpreis ist um gut 75% gestiegen. Und bei den Edelmetallen hat Gold zwar erst gut 7% zugelegt, aber Silber stieg seit Januar um über 30% und Palladium um über 50%.

Mais ist günstig

Wo finden sich nach diesen Anstiegen jetzt noch günstige Einstiegschancen? Nun, bei der Getreidesorte Mais sieht die Performance alles andere als rosig aus: Mais hat seit Jahresanfang knapp 20% an Wert verloren (Weizen übrigens auch). Lediglich die Sojabohnen stiegen um 15%, was aber daran liegt, dass hier China als großer Importeur an den Sojamärkten aktiv war.

Übergeordnete Makro-Story intakt

Tatsächlich ist Mais einer der wenigen Rohstoffe, der sich heute noch nahe der Tiefs vom November 2008 befindet. Damit bietet dieser Agrarrohstoff langfristigen Anlegern eine exzellente Einstiegschance. Denn die übergeordnete Makro-Story der Getreiderohstoffe ist weiterhin intakt. Die weltweiten Anbauflächen für die Getreidesorten, also auch Mais, gehen durch die Urbanisierung innerhalb der Emerging Markets und die Umweltschäden jedes Jahr unaufhaltsam weiter zurück. Gleichzeitig steigt aber die Weltbevölkerung. Auch der für den Maispreis wichtige Ölpreis hat sich in diesem Jahr mit plus 40% schon wieder deutlich erholt. Denn aus Mais lässt sich Ethanol als alternativer Treibstoff zu Öl herstellen. Zwar hat sich die Ethanol-Story seit dem Hype bei Ölpreisen von weit über 100 US-Dollar pro Barrel deutlich abgekühlt. Doch sollte der Ölpreis weiter steigen, wird auch dieser Faktor für steigende Maispreise sorgen. Natürlich gibt es fundamentale Gründe für die aktuell niedrigen Maispreise: So hat das International Grains Council seine Prognose für die weltweite Maisproduktion im Jahr 2009 um 6 Mio. Tonnen auf 787 Mio. Tonnen nach oben revidiert. Hintergrund ist – und das ist für die kurzfristigen Schwankungen der Agrarrohstoffe immer entscheidend –, dass aufgrund positiver Wetterbedingungen für die USA eine gute Ernte erwartet wird.

Nachfrage liegt über dem Angebot

Aber: Auf der Nachfrageseite wird für den globalen Maisverbrauch ein neuer Rekordabsatz von 797 Millionen Tonnen erwartet. Damit liegt die Nachfrage sogar über dem hohen Angebot. Gleichzeitig liegen die Lagerbestände bei Mais auf dem niedrigsten Niveau seit Jahrzehnten.

Weniger Rollverluste

Anstatt eines einfachen Mais-Zertifikates bietet sich das RICI Enhanced Mais Quanto Zertifikat der RBS-Tochter ABN AMRO an. Das Zertifikat bildet den Maispreis im Verhältnis 1:1 ab. Aber durch eine speziell konzipierte Struktur der verschiedenen Mais-Futures werden die Rollverluste reduziert, und so sind die Kosten niedriger als bei normalen Mais-Zertifikaten. Zudem ist das Zertifikat währungsgesichert.

29.10.2009 | 00:00

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