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Festgeld lohnt sich noch – aber wo? Und wie?

Festgeld

Kroatien, das schöne Ferienland – die dortige Bankenaufsicht sichert nun auch deutschen Sparern ihren Minimalzins. Hoffentlich. (Bild: Fotolia / kasto)


Die Zinsen für kurzfristige Sparkonten und Festgelder sind im Keller. Bei längeren Laufzeiten ist aber noch etwas drin. Einige Banken locken die Sparer mit einer Innovation – Teile des Festgeldes sollen stets verfügbar sein. Bis zu 1,8 Prozent sind drin, allerdings müssen Anleger dabei auf die deutsche Einlagensicherung verzichten.

Die Folgen der Geldpolitik der EZB sehen Sparer bei den Renditen der Bundesanleihen. Alle Papiere mit Laufzeiten von weniger als acht Jahren rentieren negativ. Für zehnjährige Bundesanleihen beträgt die Rendite 0,21 Prozent. Wer sein Geld zum Festzins investieren möchte, kann bei vielen Banken derzeit höhere Zinsen rechnen. Bei fünfjährigen Sparbriefen gibt es im Marktschnitt laut FMH Finanzberatung eine Rendite von knapp 0,7 Prozent.

Deutlich mehr Rendite gibt es bei Auslandsbanken, die über Vermittler wie Weltsparen, Savedo oder Zinspilot ihre Konten anbieten. Hier müssen Sparer auf die Einlagensicherungen der Länder vertrauen. Sparer müssen selbst entscheiden, ob sie den Ländern zutrauen, bei einer Bankenkrise die Spareinlagen der Institute zu schützen. Einen Hinweis darauf geben die Bewertungen der großen Ratingagenturen, die sowohl Banken als auch Länder bewerten.

WeltSparen, der Marktführer für europäische Tages- und Festgelder, bietet Festgelder bei einer Bank in Kroatien an. „Wir sind stolz mit der KentBank eine bekannte Universalbank aus Kroatien gewonnen zu haben“, so Tamaz Georgadze, CEO und Gründer von WeltSparen. Die KentBank mit Hauptsitz in der kroatischen Hauptstadt Zagreb bietet deutschen Sparern gleich drei verschiedene Festgelder mit jeweils unterschiedlichen Laufzeiten an. Dabei bietet sie bei einjährigen Festgeldern nach Angaben von WeltSparen den höchsten Zins in Deutschland: 1,81 Prozent Zinsen p.a. für 36 Monate Laufzeit, 1,71 Prozent p.a. für 24 Monate und 1,61 Prozent p.a. für zwölf Monate.

Gute Zahlen, im Ausland besichert

Die KentBank d.d. wurde 1998 gegründet und ist heutzutage mit 14 Filialen in den großen kroatischen Städten vertreten. Die Bank konzentriert sich auf das klassische Kredit- und Einlagengeschäft und agiert als Kreditgeber für kleine und mittelständische Unternehmen. Seit 2011 gehört die Kent Bank zu dem türkischen Konglomerat Süzer Group. Der Mindestbetrag für alle Angebote beträgt 10.000 Euro. Alle Festgelder sind bis zu einem Gegenwert von 100.000 Euro je Bank und Kunde durch den kroatischen Einlagensicherungsfonds abgedeckt.

WeltSparen wirbt zudem seit dem 30. Mai 2016 als erstes Zinsportal, und das nur wenige Wochen nach dem Europastart, in Frankreich um Kunden. Der dortige Einlagemarkt umfasst geschätzte 1,4 Milliarden Euro. Er ist damit der zweitgrößte Markt seiner Art im Euroraum. Auf der französischsprachigen Plattform www.raisin.fr können französische Sparer aktuell aus zwei Partnerbanken wählen und Festgelder mit bis zu 1,48 Prozent p.a. abschließen. „Dass der Start einer europäischen und französischen Plattform mit nur wenigen Wochen Abstand möglich war, zeigt die fundierte Branchenkenntnis und die technische Vorreiterrolle von WeltSparen in Europa", so Gründer und CEO Georgadze.

Flexibilität als Innovation

Immer mehr Banken bieten ihren Kunden nicht nur vergleichsweise kleine, aber sichere Zinsen, sondern auch Flexibilität. Bei NIBC und IKB ist die Hälfte der Anlagesumme schon während der Laufzeit verfügbar (siehe Tabelle). Bei pbb und VTB lassen sich 20 Prozent der Summe wie Tagesgelder flexibel verwenden. „Das ist eine echte Innovation“, erklärt Max Herbst, Inhaber der FMH Finanzberatung. „Bislang waren Festgelder stets unflexibel. Hier bekommen Sparer eine guten Festgeldzins und indirekt einen sehr guten Tagesgeldzins – in der Spitze 1,2 Prozent garantiert für drei Jahre“.

Bei traditionellen Produkten haben Sparer keinen Anspruch darauf, ihren Vertrag vorzeitig zu kündigen. „Man kann Sie lediglich bei vorzeitigem Bedarf lediglich als Sicherheit für ein Darlehen anbieten“, sagt Herbst. Dann übersteigen die Kreditzinsen die Guthabenzinsen im Einzelfall aber bei weitem. So gilt auch bei Festgelder die alte Regel, dass es nichts umsonst gibt – aber, wie der Monaco-Franze so schön sagt: „A bissel was geht immer.“ sig / WeltSparen, mit Material von Jenas Hagen / Handelsblatt

30.05.2016 | 10:33

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