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Edelmetalle sind Schmuck für das Portfolio



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Gold, Silber & Co. diversifizieren das Depot

von Ralph W. Stemper, Head of Public Distribution Germany & Austria bei Barclays Capital

„Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles“, wusste schon Johann Wolfgang von Goethe. Ähnlich lässt sich auch die aktuelle Marktentwicklung beschreiben. So notierte der Goldpreis jüngst auf einem Rekordhoch von mehr als 1.400 US-Dollar und hat sich damit innerhalb von fünf Jahren nahezu verdreifacht.

Die hohe Nachfrage der vergangenen Jahre wirkte sich in einem kontinuierlichen Preisanstieg aus, da das Angebot nahezu konstant geblieben ist. Die Minenförderung ist seit Mitte der 90er-Jahre nicht nennenswert gestiegen. Das während der Finanzkrise kurzzeitig ausgeweitete Angebot an recyceltem Gold schwächte sich zuletzt wieder ab. Auch die weltweiten Zentralbanken haben das Goldangebot nicht durch einen Verkauf ihrer Goldbestände ausgebaut. So haben die Zentralbanken einiger Emerging Markets wie Russland, Bangladesch oder Thailand ihre Goldbestände erweitert, während die Zentralbanken der führenden Industrienationen ihre Reserven nicht verändert haben.

Umgekehrt bestimmt das hohe Interesse der Investoren an Gold die Nachfrage. Investments machten im zweiten Quartal 2010 rund die Hälfte der gesamten Nachfrage nach Gold aus, wie der World Gold Council, der die wichtigsten Goldminenbetreiber vertritt, berichtet. Anleger schätzen besonders die Investment-Eigenschaften von Gold. Beispielsweise gilt Gold als sicherer Hafen in unruhigen Marktzeiten. Die Nachfrage seitens Investoren hat sich so im zweiten Quartal, als die Griechenlandkrise die Märkte verunsicherte, mehr als verdoppelt. Denn Gold schützt Anleger vor einer Geldentwertung infolge einer zu hohen Staatsverschuldung. So steigt der Goldpreis historisch im Falle einer inflationären Entwicklung in den USA. Gleichzeitig können sich Anleger mit dem Edelmetall auch gegen einen Wertverlust des Euro absichern. Da Gold in US-Dollar gehandelt wird, steigt sein Wert in Euro, falls die europäische Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar abwertet, wie teilweise in der ersten Jahreshälfte zu beobachten war. Zudem hilft eine Position in Gold, das Risiko-Rendite-Profil des Portfolios durch eine effektive Diversifikation zu verbessern. Studien haben ergeben, dass schon ein relativ geringer Anteil von knapp zehn Prozent im Portfolio hierfür ausreichen kann. Denn der Goldpreis korrelierte historisch nur geringfügig mit den weltweiten Aktien- und Rentenmärkten.

Die Normalisierung der Nachfrage seitens Investoren im dritten Quartal führte nicht zu sinkenden Kursen, da die Nachfrage nach Gold der Schmuckindustrie insbesondere aufgrund des hohen Bedarfs in China gestiegen ist und auch die industrielle Weiterverarbeitung von Gold zuletzt wieder zugelegt hat. Erheblich stärker werden jedoch Edelmetalle wie Palladium, Platin und Silber von der Industrie genutzt. Sie profitierten besonders von der im Zuge der weltwirtschaftlichen Erholung anziehenden Nachfrage nach Industriemetallen. Der Wert von Palladium, das in der Industrie unter anderem für die Herstellung von Autokatalysatoren verwendet wird, legte in den zwölf Monaten bis zum Ende des dritten Quartals so um 91,2 Prozent zu. Zudem stand zuletzt Silber hoch in der Gunst der Anleger. Zumal viele Investoren Silber aktuell im Vergleich zu Gold für unterbewertet halten. Denn die Gold-Silber-Ratio, welche die Kurse der beiden Edelmetalle vergleicht, bewegt sich aktuell oberhalb des seit Jahrzehnten beobachteten Niveaus. In Tracker-Zertifikaten auf die vier Edelmetalle finden Investoren effiziente Instrumente, um ihr Portfolio breiter aufzustellen und es gegen eine zunehmende Staatsverschuldung abzusichern oder von der anziehenden Industrienachfrage zu profitieren.

24.11.2010 | 00:00

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