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MDax und SDax: Kleine mit großem Potential

(Bild: Deutsche Börse)




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Aktien aus dem Mittelstand und kleiner Firmen haben im vergangenen Jahr stark an Wert verloren. 2023 könnten sie vor einem Comeback stehen, glauben Vermögensverwalter.
 
Insgesamt war 2022 kein gutes Jahr an den weltweiten Aktienmärkten – rote Vorzeichen überall. Am schlimmsten hat es die Anteilsscheine börsennotierter Mittelständler und kleiner Unternehmen getroffen. Einen maßgeblichen Einfluss auf diese Entwicklung hatten Zinssteigerungen und die dadurch steigende Finanzierungskosten. Außerdem haben es energieintensive und von Lieferkettenproblemen getroffene Firmen in diesen Zeiten besonders schwer.
 
Während die Indizes für kleinere und mittelständische Unternehmen SDax und MDax in den vergangenen 12 Monaten beide rund 20 Prozent eingebüßt haben, verlor Deutschlands wichtigster Index, der Dax 40, im gleichen Zeitraum lediglich 6,7 Prozent.
 
Das bietet Anlageexperten zufolge die Chance, jetzt günstig einzusteigen und dann von einer schnelleren Erholung bei den Mittelständlern zu profitieren. Gottfried Urban, Geschäftsführer vom Vermögensverwalter Urban & Kollegen, ist davon überzeugt, dass Anleger jetzt mit Nebenwerten, die solide Kennzahlen zeigen, besser fahren als mit den Schwergewichten, sogenannten Blue Chips. „Aktuell könnten wieder unterbewertete und weniger beachtete Firmen der zweiten und dritten Reihe die Börsengewinner des Jahres 2023 werden“, stellt Urban in Aussicht.
 
Günstiges Kurs-Buchwert-Verhältnis
 
Es sei nachgewiesen, dass der Größeneffekt in der Langzeitbetrachtung eine signifikante Überrendite von Small Caps – also kleineren börsennotierten Unternehmen – liefert, sagt der Experte und ergänzt: „Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) liegt nun bei eins (S&P Europe Small Cap). In der Indexbetrachtung ist das ein Drittel unter dem Niveau der klassischen Large-Cap-Aktien.“ Das sei Rezessionsniveau; normalerweise würden kleinere Unternehmen mit einem Bewertungsaufschlag zu Großkonzernen gehandelt.
 
Anhand des KBV eines Unternehmens können Anleger feststellen, wie teuer eine Aktie im Verhältnis zum Buchwert ist. Neben dem Kurs-Gewinn-Verhältnis und Kurs-Cashflow-Verhältnis zählt das KBV zu den fundamentalen Kennzahlen in der Aktienanalyse und wird gerne von Investoren herangezogen, um unterbewertete Aktien aufzuspüren.
 
Marktführer in ihren Nischen
 
Zudem gibt es laut Urban einen „enormen Investitionsbedarf in der nachhaltigen Fertigung von Industriegütern“; und genauso wie große Unternehmen, die aufgrund ihrer Marktkapitalisierung im Dax gelistet werden, seien kleinere und mittelständische börsennotierte Unternehmen (SDax und MDax) oft Nischenmarktführer und ebenfalls weltweit tätig.
 
Auch Marcus Ratz vom Fondsspezialisten Lupus Alpha meint: „Die Small und Mid Caps haben in den vergangenen 20 Jahren deutlich besser abgeschnitten als die Large Caps.“ Auch er betont die oftmalige Marktführerschaft in ihren Nischen und nennt einen weiteren wesentlichen Grund für die Outperformance: Viele der kleinen Firmen hätten digitale Geschäftsmodelle aufgebaut und innovative Technologien vermarktet.
 
FS

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11.01.2023 | 09:49

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