boerse am sonntag - headline

„Wer jetzt nicht verkauft, geht das größte Risiko seines Lebens ein!“

(Foto: orhan akkurt / Shutterstock)



Webinar
Webinar

Jobsalle Jobs

Harry S. Dent, Autor von „The Great Depression Ahead“ und Gründer von HS Dent Publishing, warnt Anleger 2022 vor einem Crash nie dagewesenen Ausmaßes. „Der Markt wird komplett zusammenbrechen.“ Ähnlich gigantisch sei danach aber auch die Chance auf neue Gewinne.

Harry Dent hat mal wieder einen rausgehauen. Um 90 Prozent sieht der Autor und Crash-Prophet den S&P500 einbrechen. In einem Interview mit Kitco News sagte Dent, dass er einen Ausverkauf in Wellen erwarte. Zunächst könnten die Kapitalmärkte um rund 40 Prozent nachgeben, ehe es im Rahmen eines Bärenmarktes zu einem Verlust von 90 Prozent käme. Ähnlich, wie es mit den Tech-Werten beim Platzen der Dotocom-Blase passiert sei. Ein Großteil dieses Crashs könnte sich bereits 2022 ereignen.

Dent ist Autor von „Zero Hour: Turn the Greatest Political and Financial Upheaval in Modern History to Your Advantage“ und „What to Do When the Bubble Pops: Personal and Business Strategies For The Coming Economic Winter“. Der Ökonom mag die großen Prophezeiungen und Headlines, spielt mit den Sorgen und Ängsten von Anlegern. Dass er zu Übertreibungen neigt, zeigt auch dieses jüngste Interview-Beispiel. Aber – auch das ist Teil der Wahrheit – Dent ist nicht allein mit seinen Warnungen. Mit Blick auf die hochstehenden Kurse an den Finanzmärkten, den geopolitischen Risiken, Corona und der Inflation haben schon viele namhafte Ökonomen und Hedgefondsmanager vor gewaltigen Einbrüchen gewarnt. Unter anderem auch Charlie Munger, der kongeniale Partner von Investorenlegende Warren Buffett bei Berkshire Hathaway.

„Die größte Blase der Geschichte“


So schwarz gemalt wie Dent, hat allerdings bislang kaum jemand. „Wenn du wartest, um zu sehen, ob ich richtig liege und auf Risiko spielst, dann wirst du sehr, sehr hart getroffen werden“, warnte er Anleger. An den Märkten wachse „die größte Blase der Geschichte“ aufgrund des übertriebenen Stimulus der Fed, so Dent weiter. „Eine natürliche Blase ist eine Sache, eine von den Notenbanken orchestrierte eine andere. Einen exakten Zeitpunkt des Platzens kann man hier nur schwer bestimmen.“

Dass diese Blase platze, sei aber sicher, ist Dent überzeugt. „Wenn du trotzdem erfolgreich sein willst, kauf die 30-jährige US-Staatsanleihe“, lautet seine Empfehlung. „In einer Inflation ist Gold der perfekte Inflationsschutz, in einer Deflation sind Bonds bester Qualität der perfekte Deflationsschutz.“ Das habe bereits 2008 gezeigt.

Millennial-Generation könnte Boom-Zyklus ab 2023 möglich machen


Das ganze Finanzsystem lässt Dent in seinen Vorhersagen aber nicht einbrechen. Im Gegenteil: Der heftigsten Marktkorrektur aller Zeiten soll seiner Ansicht nach ein von der Millennial-Generation angeführter Boom-Zyklus folgen. „Um das Jahr 2023 werden wir die Kaufgelegenheit unseres Lebens haben“, sagte er. „Ich habe schon immer gesagt, dass der nächste Boom der der Millenials wird, von 2024 bis 2039“, begründete Dent. Dieser werde nicht so lange dauern wie der Boom der  Babyboomer und nicht ganz so steil verlaufen, aber es werde diesen nächsten Boom geben. In den USA, noch mehr in Asien, insbesondere in Indien, China und Südostasien.“ Dent ist bekannt dafür seine Prognosen auf demografischen Beobachtungen und Einschätzungen aufzubauen.

Einen Investmenttipp für die Erholung ab 2023 hat er auch noch parat: Kryptowährungen. Obwohl sich diese aktuell auch in einer Blase befänden, so Dent.

Erst Monster-Crash, dann Rekord-Erholung. Eine gewagte Prognose, die mir Vorsicht zu genießen ist. Sie einmal gehört zu haben, schadet aber vielleicht auch nicht. Vorsicht ist bei der aktuellen Marktlage allemal geboten.

OG

Lesen Sie auch: Dividendenrekorde voraus: was welcher Dax-Konzern im neuen Jahr ausschüttet

07.01.2022 | 13:45

Artikel teilen:

×