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Tops & Flops KW 35/2026: NVIDIA übertrifft Erwartungen deutlich

| Thomas Behnke | Lesezeit: 8 Min.

Schriftzug „Tops & Flops" zur Kennzeichnung der wöchentlichen Übersicht über auffällige Gewinner und Verlierer bei Aktien.
Tops und Flops der Börsenwoche 35/2026: NVIDIA übertrifft mit Quartalszahlen die Erwartungen, DEUTZ profitiert von der Übernahme der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft, Dycom Industries fällt trotz Rekordzahlen bei Umsatz und Auftragseingang.

NVIDIA übertrifft mit Quartalszahlen die Erwartungen, DEUTZ profitiert von einer Rüstungsübernahme, Dycom fällt trotz Rekordzahlen: Gewinner und Verlierer der Börsenwoche 35/2026 mit Salesforce, CrowdStrike, SanDisk und Argan.

NVIDIA bestätigt den KI-Boom, Dycom stürzt trotz Rekordzahlen ab

Die Tops und Flops der Börsenwoche 35/2026 zeigen einen deutlichen Kontrast. NVIDIA, Salesforce und CrowdStrike bestätigten mit ihren Quartalszahlen den anhaltenden KI- und Software-Boom. DEUTZ profitierte von der besiegelten Übernahme der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft. Auf der Verliererseite fiel Dycom Industries trotz Rekordquartal wegen einer verschobenen Umsatzverlagerung. SanDisk musste seine milliardenschweren Investitionspläne verdauen, und Argan geriet auch ganz ohne neue Nachrichten weiter unter Druck.

Die Tops und Flops der Börsenwoche 35/2026 im Überblick

  • NVIDIA (NVDA): Quartalszahlen übertreffen Erwartungen bei Umsatz und Gewinn, Management erwartet bis Geschäftsjahr 2027/28 rund 70 Prozent Umsatzwachstum.
  • Salesforce (CRM): Quartalszahlen kommen gut an, CEO Marc Benioff weist Sorgen vor einer SaaSpocalypse zurück.
  • CrowdStrike (CRWD): Ebenfalls starke Quartalszahlen, Aktie gehört zu den größten Gewinnern im S&P 500.
  • DEUTZ (DEZ): Aktie legt nach Zustimmung zur Übernahme der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft um fast 20 Prozent zu.
  • SanDisk (SNDK): Neuer Abwärtsimpuls nach Ankündigung von Investitionen mit Kioxia in Japan von mehr als 31 Milliarden US-Dollar bis 2032.
  • Argan (AGX): Aktie fällt auch ohne neue Nachrichten weiter, rund 45 Prozent unter dem Allzeithoch vom Juni 2026.
  • Dycom Industries (DY): Aktie fällt trotz Rekordumsatz und angehobener Jahresprognose.

+++ Tops der Börsenwoche 35/2026 +++

NVIDIA lieferte mit seinen Quartalszahlen den stärksten Impuls der Woche, während Salesforce und CrowdStrike mit eigenen Ergebnissen die Sorgen vor einer SaaSpocalypse im Softwaresektor dämpften. DEUTZ verdankte seinen Kurssprung der von den Aktionären abgesegneten Übernahme der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft und der damit verbundenen Rüstungsfantasie.

NVIDIA: Anleger bejubeln starke Quartalszahlen

Zu den terminlichen Highlights in der vergangenen Woche zählten die am Mittwoch veröffentlichten Quartalszahlen des Chip-Giganten NVIDIA (ISIN: US67066G1040, Symbol: NVDA). Er hat geliefert, wie die positive Reaktion der Börse nahelegt. Das Unternehmen, das mit seinen Produkten für KI-Infrastruktur den derzeitigen KI-Boom bedient, hatte bei Umsatz und Gewinn die Erwartungen der Wall Street auf breiter Front übertroffen. Gleichzeitig zeigt sich das Management zuversichtlich für die weitere Entwicklung. Es rechnet bis zum Geschäftsjahr 2027/28 (bis Ende Januar) mit einem weiteren Umsatzwachstum von 70 Prozent.

Zahlen und Ausblick wurden von einigen Marktbeobachtern dahingehend bewertet, dass NVIDIA erneut bewiesen hat, dass der KI-Boom noch lange nicht sein Ende erreicht hat. Zudem gab es eine Reihe positiver Analysteneinschätzungen zur NVDA-Aktie, von denen manche sogar eine Kursverdopplung erwarten.

NVIDIA hat sich in den letzten Jahren von einem Anbieter von Grafik-Chips zum maßgeblichen Anbieter von Plattformen für beschleunigtes Computing und KI entwickelt. Das Kerngeschäft umfasst GPUs, CPU- und Netzwerkarchitekturen sowie komplette Rechenzentrumsysteme wie Blackwell-basierte Beschleuniger, DGX-Systeme und Hochgeschwindigkeitsnetzwerke. Hinzu kommen GeForce-Grafiklösungen für Gaming, RTX-Plattformen für professionelle Visualisierung und DRIVE für autonomes Fahren.

Wachstumstreiber sind der globale Ausbau von KI-Rechenzentren, steigende Rechenanforderungen großer Sprachmodelle, industrielle KI, Robotik und die zunehmende Verlagerung von allgemeinem zu beschleunigtem Computing. Vera Rubin ist dabei NVIDIAs nächste KI-Computing-Plattform nach Blackwell und soll Rechenleistung, Energieeffizienz und Skalierbarkeit für Training und Inferenz großer KI-Modelle weiter steigern. Die Plattform kombiniert neue GPUs, CPUs, Netzwerkkomponenten und Rack-Systeme und ist damit ein zentraler Baustein für NVIDIAs weiteres Wachstum im KI-Rechenzentrumsgeschäft.

Salesforce-Chef: „Es ist Zeit, dem Unsinn rund um die SaaSpocalypse ein Ende zu setzen“

Der iShares Expanded Tech-Software Sector ETF (Symbol: IGV) ist der mit Abstand größte ETF für den Softwaresektor. In der vergangenen Woche zeigte er ein kräftiges Plus und bestätigte damit den Aufwärtstrend der letzten Monate. Für neues Kaufinteresse sorgten dabei auch der auf Kundenbeziehungsmanagement spezialisierte Hersteller Salesforce (ISIN: US79466L3024, Symbol: CRM) sowie der Anbieter cloudbasierter Cybersicherheitslösungen CrowdStrike Holdings (ISIN: US22788C1053, Symbol: CRWD). Beide hatten in der vergangenen Woche Quartalszahlen vorgelegt, die vom Markt sehr positiv aufgenommen wurden, wie die Kursreaktionen verdeutlichen. Die Aktien gehörten in der vergangenen Woche zu den größten Gewinnern aus dem S&P 500. Von den positiven Entwicklungen profitierten auch weitere Anbieter, was den Sektor insgesamt antrieb.

Nachdem sich die Anleger mehr als ein Jahr lang Sorgen darüber gemacht hatten, dass innovative KI-Modelle etablierte Softwareunternehmen verdrängen könnten, beginnen die jüngsten zahlreichen starken Gewinnmeldungen nun, diesen Bann zu brechen. Führungskräfte von Softwareunternehmen haben immer wieder betont, wie wichtig umfassende Softwaresysteme sind, um Governance, Sicherheitsvorkehrungen und die Datensätze bereitzustellen, die für den effektiven Einsatz von KI im gesamten Unternehmen erforderlich sind. Es scheint, als habe der Markt diese Botschaft nun endlich verstanden. Dazu sagte Marc Benioff, CEO von Salesforce, während einer Telefonkonferenz: „Dieser Unsinn mit der sogenannten ‚SaaSpocalypse‘ – ich denke, es ist an der Zeit, dass damit Schluss ist“.

DEUTZ facht mit Übernahme Rüstungsfantasie an

Auf dem deutschen Kurszettel stach in der vergangenen Woche die starke Performance des Motorenherstellers DEUTZ (ISIN: DE0006305006, Symbol: DEZ) hervor. Der MDAX-Wert führte mit einem Plus von fast 20 Prozent die Gewinnerliste unter den größeren deutschen Aktien an. Rückenwind lieferte die außerordentliche Hauptversammlung am Montag, auf der die geplante Übernahme der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) abgesegnet wurde.

Bislang war DEUTZ vor allem als klassischer Motorenhersteller für Bau- und Landmaschinen, Material Handling sowie weitere Off-Highway-Anwendungen positioniert. Mit dem rund 1,6 Milliarden Euro schweren Zukauf stellt sich der Konzern breiter auf und baut insbesondere sein Engagement im Verteidigungssektor deutlich aus. FFG entwickelt, modernisiert und wartet militärische Landfahrzeuge wie Berge- und Schützenpanzer, Mannschaftstransporter und Spezialfahrzeuge und soll künftig den Kern der Defense-Sparte von DEUTZ bilden. Die damit verbundene Rüstungsfantasie dürfte an der Börse zusätzliches Kaufinteresse geweckt haben.

Aus Investorensicht ist die Übernahme ein bedeutender strategischer Wachstumsschritt, da DEUTZ damit unmittelbaren Zugang zu den stark steigenden europäischen Verteidigungsausgaben erhält. Gleichzeitig erhöhen sich jedoch Verschuldung, Integrationsrisiken und die Verwässerung bestehender Aktionäre. Finanziert werden soll die Transaktion mit rund 1 Milliarde Euro an zusätzlichem Fremdkapital sowie etwa 0,6 Milliarden Euro durch die Ausgabe neuer DEUTZ-Aktien.

Charttechnisch hat sich die Aktie mit dem kräftigen Kursanstieg der vergangenen Woche dem Mehrjahreshoch vom Februar 2026 bei rund 12,50 Euro angenähert. Gelingt ein nachhaltiger Ausbruch über diese Marke, könnte dies für eine Fortsetzung des übergeordneten Aufwärtstrends sprechen, der sich seit dem Tief vor gut zwei Jahren etabliert hat.

+++ Flops der Börsenwoche 35/2026 +++

SanDisk geriet nach der Ankündigung milliardenschwerer Investitionspläne mit Partner Kioxia unter Druck, während Argan auch ohne neue Nachrichten seine Korrektur vor den Quartalszahlen der kommenden Woche fortsetzte. Dycom Industries meldete Rekordzahlen bei Umsatz und Auftragseingang, die Aktie gab in der vergangenen Woche trotzdem nach.

SanDisk-Aktie mit neuem Abwärtsimpuls nach weiteren Investitionsplänen in Japan

Am 29. Juli 2026 hatte die SanDisk-Aktie (ISIN: US80004C2008, Symbol: SNDK) ihr Tief der scharfen Korrektur seit dem Allzeithoch von Juli 2026 bei über 2.354 US-Dollar markiert. Das entsprach immerhin einem Rückgang von fast 58 Prozent. Die anschließende Gegenbewegung konnte einen Teil der Verluste wieder ausgleichen. Seit dem Zwischenhoch am 17. August ist jedoch wieder ein neuer Abwärtsimpuls entstanden, der sich in der vergangenen Woche fortgesetzt hat. Die SNDK-Aktie gehörte damit zu den größten Wochenverlierern aus dem S&P 500.

SanDisk hatte zusammen mit seinem Partner Kioxia Holdings (ISIN: JP3236330001) umfangreiche Investitionen in Japan angekündigt. Beide Unternehmen wollen damit ihre seit mehr als 25 Jahren bestehende Zusammenarbeit bei NAND-Flash-Speichern deutlich ausbauen. Bis 2032 planen sie Investitionen von insgesamt über 31 Milliarden US-Dollar, abhängig von staatlicher Unterstützung. Die Mittel sollen vor allem in den Ausbau der gemeinsamen Produktionsinfrastruktur in den Werken Yokkaichi und Kitakami sowie in neue Fertigungstechnologien fließen.

Kioxia und SanDisk entwickeln und produzieren im Rahmen ihres Joint Ventures Flash-Speicher-Wafer und wollen damit ihre Produktionskapazitäten über mehrere Jahre erhöhen sowie eine stabile Versorgung für die wachsende Nachfrage durch KI, Rechenzentren und andere datenintensive Anwendungen sichern. In den vergangenen 25 Jahren haben beide Partner bereits mehr als 50 Milliarden US-Dollar in Japan investiert.

Argan-Aktie vor Quartalszahlen weiter unter Druck

Die Aktie des US-Kraftwerkbauers Argan (ISIN: US04010E1091, Symbol: AGX) zeigte in den letzten Jahren einen starken Anstieg und hatte im Juni 2026 mit über 805 US-Dollar ihr bisheriges Allzeithoch markiert. Seither steht die Aktie aus dem US-Nebenwerteindex Russell 2000 jedoch unter Druck. Die Korrektur setzte sich in der vergangenen Woche fort. Neuigkeiten aus dem Unternehmen gab es nicht. Es wird in der nächsten Woche am 2. September nach Börsenschluss Quartalszahlen vorlegen.

Argan ist ein Anbieter von Engineering-, Beschaffungs-, Bau- und Wartungsleistungen für die Energie- und Industrieinfrastruktur. Über Tochtergesellschaften wie Gemma Power Systems plant und errichtet das Unternehmen insbesondere Gas- und Kombikraftwerke, Anlagen für erneuerbare Energien sowie zugehörige Infrastruktur. Wachstumstreiber sind der stark steigende Strombedarf durch Rechenzentren und KI, was auch die starke Performance bis zum Allzeithoch erklärt. Seither hat das Anlegerinteresse aber spürbar nachgelassen. Inzwischen beläuft sich die Korrektur auf fast 45 Prozent. Aus charttechnischer Sicht wurde dabei nun auch die 200-Tage-Linie verletzt. Sollte diese nicht schnell, vielleicht durch positive Impulse der anstehenden Quartalszahlen in der nächsten Woche, zurückerobert werden, ist mit einer Fortsetzung der laufenden Abwärtsbewegung zu rechnen.

Dycom Industries: Rekordzahlen können Kursverlust nicht verhindern

Auch Dycom Industries (ISIN: US2674751019, Symbol: DY) war bis Juni 2026 Bestandteil des US-Nebenwerteindex Russell 2000, stieg dann aber in den Russell 1000 auf. Mit einer Marktkapitalisierung von über 9 Milliarden US-Dollar ist die Aktie auch weiterhin kein Zwerg, allerdings hat sich der Börsenwert seit dem Allzeithoch im Mai 2026 von über 566 US-Dollar um fast die Hälfte verringert. Dazu beigetragen hat auch der deutliche Verlust in der vergangenen Woche.

Die DY-Aktie hatte negativ auf die vorgelegten Quartalszahlen reagiert, obwohl das Unternehmen Rekorde bei Umsatz und Auftragseingang verzeichnet hatte. Auch die Umsatzprognose für das Gesamtjahr wurde angehoben, wenngleich der Vorstand nun davon ausgeht, dass sich einige Mobilfunkumsätze von der zweiten Hälfte dieses Geschäftsjahres auf das Geschäftsjahr 2028 verlagern werden. Letzteres könnte ebenso verunsichert haben wie die rückläufigen Margen.

Zudem hatte die Aktie in den letzten Monaten eine deutliche Überbewertung im Vergleich zum historischen Durchschnitt gezeigt, die nun offenbar korrigiert wird, wobei die zunehmende Unsicherheit hinsichtlich der Wachstumsperspektiven bei den Gewinnen dazu beizutragen scheint. Inzwischen hat das Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) wieder ein Niveau erreicht, welches angesichts der erwarteten Wachstumsraten ein Argument liefert, sich Dycom Industries näher anzuschauen.

Als Dienstleister für Telekommunikations- und digitale Infrastruktur plant, errichtet, installiert und wartet das Unternehmen Glasfaser-, Breitband-, Mobilfunk- und Kabelnetze für große Telekommunikationsanbieter und Netzbetreiber. Wachstumstreiber sind der beschleunigte Glasfaserausbau, steigende Investitionen in Breitbandnetze, 5G-Infrastruktur, staatlich geförderte Konnektivitätsprogramme sowie der wachsende Datenverkehr durch Cloud- und KI-Anwendungen.

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