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Goldene Perspektiven fürs Depot – iShares Gold Producers ETF


Gold gilt als klassischer sicherer Hafen in Krisenzeiten, so auch jetzt in der Corona-Pandemie. Auch wenn Impfstoff oder Medikamente gegen das Virus vorhanden sind, wird das makroökonomische Umfeld noch über viele Jahre von den Folgen der Krisenbekämpfung bestimmt sein.

Regierungen und Zentralbanken stellen unübersehbare Mengen Geld als Medizin gegen die Corona-Krise zur Verfügung. Dadurch werden über Jahre Null- und Negativzinsen zementiert, weil andernfalls die Staaten ihre Schuldenlast nicht mehr tragen können. Langfristig ist auch ein starker Anstieg der Inflation wahrscheinlich. Beide Szenarien bilden ein ideales Umfeld für Gold. Neben Anlagen in Barren, Münzen oder börsennotierten Wertpapiere, die den Goldpreis abbilden, können Anleger auch in Goldminenaktien investieren. Diese profitieren überproportional von Kursveränderungen des Edelmetalls. Der iShares Gold Producers ETF (WKN: A1JKQJ) bietet Investoren kostengünstig einen Aktienkorb von Goldproduzenten.



Goldene Zeiten 


Kurzfristig orientierte Edelmetall-Investoren waren zunächst verunsichert. Als die Aktienmärkte im März nach unten rauschten, fiel auch Gold von über 1700 US-Dollar auf gut 1450 US-Dollar. Institutionelle Investoren haben in dieser Phase Gold und sichere Staatsanleihen verkauft, um sich Liquidität zu sichern. Mittlerweile ist die Delle allerdings wieder ausgebügelt. In Euro gerechnet hat die Feinunze Gold am 24. April ein neues Allzeithoch bei über 1612 Euro erreicht. Auch in US-Dollar könnten die alten Hochs bei 1920 US-Dollar vom September 2011 in absehbarer Zeit übertroffen werden. Auf Sicht von 18 Monaten haben die Analysten der Bank of America ihr Kursziel für die Feinunze Gold von 2000 auf 3000 US-Dollar angehoben. Als Ursache sehen die Experten vor allem die extrem expansive Geldpolitik der Fed und anderer Notenbanken. „Die Fed kann kein Gold drucken“, so das Resümee der Edelmetall-Experten der US-Bank.



Globale Goldminen-Investments


Anleger, die von steigenden Goldkursen ausgehen, kommen an Goldminenaktien kaum vorbei. Einen Aktienkorb von mehr als 50 Goldminenaktien bietet der iShares Gold Producers ETF, der den S&P Commodity Producers Gold Index abbildet. Die einzelnen Aktien sind nach ihrer Marktkapitalisierung gewichtet. Am stärksten sind im Index Barrick Gold (12,6 Prozent), Newmont (12,4 Prozent) und Franco Nevada (11,1 Prozent) vertreten. Mit Blick auf die unterschiedlichen Regionen dominieren Unternehmen aus Kanada (53,1 Prozent), USA (16,3 Prozent) und Australien (13,7 Prozent). Der kanadische Konzern Barrick Gold gehört mit einer Marktkapitalisierung von 226 Milliarden US-Dollar und einem Fördervolumen von etwa sieben Millionen Unzen bzw. 200 Tonnen Gold zu den größten Playern beim Goldabbau. Viele der Goldproduzenten sind günstig bewertet, in den vergangenen Jahren haben die Unternehmen ihre Ausgaben deutlich gesenkt. Äußerst positiv wirkt sich auch der aktuell stark gesunkene Ölpreis auf die Kosten der Goldförderung aus.



Fazit


Der iShares Gold Producers ETF investiert physisch in die Aktien des S&P Goldproduzenten-Index. Die Kostenquote liegt, verglichen mit aktiv gemanagten Goldminen-Fonds, bei günstigen 0,55 Prozent p. a. Auf Sicht von drei Jahren haben Euro-Anleger mit dem ETF 53,6 Prozent verdient. Investoren müssen in diesem Sektor allerdings auch mit einer starken Schwankungsintensität rechnen. So lag der maximale Verlust in diesem Zeitraum bei 32,8 Prozent. Der S&P Commodity Producers Gold Index wird in US-Dollar berechnet. Der ETF ist nicht währungsgesichert, daher beeinflusst auch der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar den Kurs des Indexfonds. 

Christian Bayer

Christian Bayer

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18.05.2020 | 11:30

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