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Schwacher Euro beschleunigt Auto-Aktien


Für den Euro scheint es kein Halten zu geben. Zum Jahresbeginn fiel die Gemeinschaftswährung auf den tiefsten Stand seit neun Jahren. Von dieser Entwicklung profitieren exportorientierte Branchen wie die europäische Automobil- und Automobilzuliefer-Industrie. Investoren können einen Aktienkorb entsprechender Unternehmen kostengünstig über den STOXX Europe 600 Optimised Automobiles & Parts ETF (WKN: A0RPR0) abbilden.

Pfeiler der deutschen Industrie
Deutsche Autos genießen im Ausland nach wie vor hohes Ansehen. Für potentielle Käufer sind sie momentan nicht nur hinsichtlich der Qualität attraktiv, durch die Schwäche des Euro werden sie in Fremdwährungen zudem preiswerter. Rückenwind für die Branche gibt es durch die Erwartung des Anziehens der globalen Konjunktur im laufenden Jahr. Die Deutsche Asset & Wealth Management rechnet beispielsweise mit einem weltweiten Wachstumsanstieg um ca. 3,8 Prozent. Noch stärker, nämlich um 5,2 Prozent, sollen die deutschen Exporte nach einer Prognose des Ifo-Instituts ansteigen. Der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) kalkuliert mit einem Weltmarkt-Volumen von über 74 Mio. Neuwagen im laufenden Jahr. Davon profitieren auch die Unternehmen, in die der STOXX Europe 600 Optimised Automobiles & Parts ETF investiert.

DAX-Autobauer an der Spitze

Mit etwa 68 Prozent dominieren deutsche Unternehmen den Index, den der ETF abbildet. An zweiter Stelle folgt mit deutlichem Abstand Frankreich (knapp 22 Prozent). Unter den top ten der Einzeltitel tauchen auf dem ersten bis zum vierten Platz die DAX-Titel Daimler, BMW, Volkswagen und Continental auf, die zusammen mit 63 Prozent gewichtet sind. Insgesamt enthält der Index 14 Einzeltitel, vierteljährlich wird der Index überprüft und gegebenenfalls angepasst. Entscheidend für die Gewichtung der Aktien ist die jeweilige Marktkapitalisierung. Darüber hinaus kommen bei der optimierten Index-Variante spezifische Liquiditätskriterien zur Auswahl, die die kontinuierliche Handelbarkeit des Index verbessern sollen. Neben der erhöhten Liquidität wird auch eine verbesserte Diversifikation gegenüber den herkömmlichen STOXX Europe 600 Indizes angestrebt. Zudem sind Long- und Short-Investments bei den optimierten Indizes möglich.

Auf gutem Weg
Warburg Research hat in einer aktuellen Studie über die Daimler-Aktie ein Kursziel von 80 Euro errechnet. Aktuell werden knapp 70 Euro für den Titel bezahlt. Warburg-Analyst Marc-Rene Tonn erwartet für 2015 in einer konservativen Einschätzung eine stabile Marge für den Lkw-Bereich und eine hohe Nachfrage aus den USA. Die französische Investmentbank Exane BNP sieht im nächsten Jahrzehnt einen radikalen Wandel in der Autobranche durch den Elektroantrieb. Unter den europäischen Auto-Aktien halten die Experten aus Frankreich Volkswagen für diesen Wandel sehr gut gerüstet.

ETF-Performance
Der Fonds wurde im Juli 2009 aufgelegt. Anleger, die von Anfang an dabei waren, konnten bislang einen Wertzuwachs von 177 Prozent verbuchen. Auf Sicht von drei Jahren lag der Ertrag bei 83 Prozent. Investoren mussten in diesem Zeitraum einen maximalen Verlust von gut 23 Prozent verkraften. ETFs dienen dazu, einen bestimmten Index mit möglichst geringer Abweichung abzubilden. Dazu gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Neben einem direkten Investment in einzelnen Aktien, kann die Wertentwicklung des Index über Derivate, sogenannte Swaps, abgebildet werden. Source-ETFs kombinieren beide Methoden, um eine Abweichung gegenüber dem Index, den sogenannten Tracking Error, möglichst gering zu halten.

Source STOXX Europe 600 Optimised Automobiles & Parts ETF
ISIN:IE00B5NLX835
Fondsvolumen86,2 Mio. Euro
FondwährungEuro
Auflegungsdatum:08.07.09
Gesamtkostenquote (p.a.):0,30%

10.01.2015 | 17:40

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