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Börsenjahr mit geopolitischen Turbulenzen

HPM


Stefan Riße, Portfoliomanager bei Hanseatische Portfoliomanagement GmbH (HPM), sieht ein gemischtes Bild an den Aktienmärkten. „Nachdem in den vergangenen Monaten kleine Rückschläge immer wieder schnell von denjenigen genutzt wurden, die sehnsüchtig auf niedrigere Einstiegskurse gewartet hatten, scheint die Börse jetzt anfälliger denn je für eine größere Korrektur zu sein.

Zwar muss man konstatieren, dass sich auch nach Erreichen einer neuen Eskalationsstufe mit einer vermutlich abgeschossenen Passagiermaschine über der Ost-Ukraine die Börsen immer noch relativ stabil halten, was nicht zuletzt auch an der scheinbar unverwundbaren Wall Street liegt, die Schlimmeres an den europäischen Börsen bislang verhindern konnte“, so der Experte. Riße managt den Multi-Asset-Fonds Inflation Opportunities (ISIN: DE000A1JUWR3), der sich an langfristigen fundamentalen Trends orientiert.

Der Fondsmanager setzt auf ein sachwertorientiertes Portfolio mit Schutz vor inflationären Tendenzen. Er nutzt dazu die Anlageklassen Aktien, Renten, Rohstoffe und Währungen. Zudem kann er über Futures und Optionen auch von sinkenden Kursen profitieren. Auf kurze Sicht rechnet Riße noch mit Turbulenzen: „Die Wahrscheinlichkeit, dass es vor dem Hintergrund der geopolitischen Unsicherheiten jetzt noch weitere fünf bis zehn Prozent runter geht, ist sehr hoch. Einen wirklichen Börsencrash und damit auch das Ende der jetzt schon ins sechste Jahr gehenden Börsenhausse sehe ich dagegen nicht“.

COMGEST: Emerging Markets bieten noch Chancen

Die französische Fondsgesellschaft Comgest sieht für Anleger attraktive Chancen bei einer gezielten Aktienauswahl in den aufstrebenden Volkswirtschaften. In den vergangenen Jahren haben die Aktien der Emerging Markets vergleichsweise stark gelitten. Als Gründe führt Comgest eine Wachstumsabkühlung und Währungsabwertungen vor dem Hintergrund eines schwachen Rohstoffzyklus und fehlender Wirtschaftsreformen in den entsprechenden Ländern an. „Viele EM-Unternehmen waren nicht in der Lage, mit dem schwächeren Wirtschaftswachstum richtig umzugehen. Dies gilt besonders für jene, die im für die Schwellenländer sehr wichtigen Rohstoff- und Energiesektor überinvestiert haben. Der relative Verlust der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den Unternehmen in den entwickelten Märkten war die Folge sowie eine langanhaltende Underperformance“, so Wolfgang Fickus, Member of the Investment Committee bei Comgest. Die Fondsgesellschaft hat in den Emerging Markets die zyklischen Aktien aus den Sektoren Rohstoff, Energie und Transport untergewichtet und dafür in weniger zyklische Branchen wie IT und Konsum investiert. „Während das generelle Umfeld in den Emerging Markets nach wie vor schwierig ist, bieten sich Stockpickern wie Comgest jedoch auch verschiedene Trends, die ein kräftiges Wachstumspotenzial versprechen. Die steigende Internetpenetration im Zuge der vermehrten Smartphone-Nutzung ist einer davon, die wachsende Nachfrage nach Lebensversicherungen ein anderer“, zieht der Experte Bilanz.

BANTLEON: Zuwachs für die Fondsfamilie

Der Schweizer Fondsanbieter Bantleon hat seine Fondspalette erweitert. Der Fonds Bantleon Opportunities World (ISIN: LU0999646184) ergänzt die bereits seit längerer Zeit verfügbaren Produkte Bantleon Opportunities L (SIN: LU0337414303) und Bantleon Opportunities S (ISIN: LU0337411200). Bei den schon seit mehreren Jahren erhältlichen Fonds konzentriert sich das Management auf die Erzielung von Erträgen durch die Durationssteuerung von Anleihen und durch den deutschen Aktienmarkt. „Der sicherheitsorientierte Absolute-Return-Fonds mit dem Schwerpunkt auf internationalen Aktienmärkten und einer Basis aus Anleihen guter Bonität hat ein Mindestertragsziel von 6 Prozent p.a. innerhalb von 36 Monaten bei einer niedrigen Korrelation zur jeweiligen Anleihen- und Aktienmarktphase“, stellt die Fondsgesellschaft das neue Produkt vor. Die Aktienquote im Bantleon Opportunities World kann zwischen 0 und 60 Prozent schwanken.

26.07.2014 | 20:33

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