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Fonds besser als Aktien?





ROBECO: 
Aktien werden anfälliger für Schwankungen 



Die Fondsgesellschaft Robeco hält es für möglich, dass der Bullenmarkt an den Aktienbörsen in den kommenden Monaten vorübergehend stoppt. Daher hat Lukas Daalder, Chief Investment Officer bei Robeco Investment Solutions, die aktuelle Übergewichtung von Aktien auf „neutral“ zurückgefahren. „Weil diese Kursgewinne nicht von höheren Unternehmensgewinnen begleitet wurden, sind Aktien jetzt teurer. Ihre Risiko-/Ertragsaussichten haben sich daher verschlechtert, sodass eine Reduzierung des Risikos ein logischer Schritt für uns ist“, so der Experte. In den Multi Asset Portfolio-Teams wurde die Übergewichtung des US-Dollar dagegen ausgebaut. Weiteres Störfeuer für die Aktienmärkte sieht Daalder von geld- und geopolitischer Seite. Vor allem die bevorstehende Zinserhöhung in den USA könnte die Märkte schwankungsanfälliger machen. „Traditionell ist die erste Zinserhöhung für Aktien nicht allzu schädlich, aber die Volatilität nimmt um sie herum zu“, so Daalder. Zudem sorgen aus seiner Sicht politische Risikofaktoren für Unsicherheiten: „Weder für die griechische Schuldenkrise noch für den Krieg in der Ukraine und die damit zusammenhängenden Sanktionen gegen Russland ist eine Lösung in Sicht.“




GAM
: Indien vor Aufschwung



„Anleger unterschätzen das Potential des Reformprozesses in Indien“, diese Auffassung vertritt Madhav Bhatkuly, Fondsmanager des GAM Star India Equity (ISIN: IE00BTFRMY61). Vor dem Hintergrund der Reformen der Regierung Modi sieht der indische Aktienexperte das Land vor einem langanhaltenden Wirtschaftsaufschwung. Aus Sicht Bhatkulys ist positiv zu werten, dass die Pläne des Premierministers von breiten Teilen seiner Wähler getragen werden. Ziel Modis ist nach Auffassung des GAM-Experten die Motivierung unternehmerischen Handelns und der Abbau von Bürokratie. In einer Studie der World Bank Group, die Rahmenbedingungen für Unternehmer in unterschiedlichen Ländern untersucht hat, belegt Indien den Platz 142 von 189 untersuchten Nationen. Die Reformen treffen aus Sicht des Fondsmanagers in Indien auf weitere positive Faktoren wie die erfolgreiche Bekämpfung der Inflation durch die indische Notenbank und die Entlastung der Leistungsbilanz durch günstige Ölimporte. „Die indischen Unternehmen stehen am Anfang eines Ertragszyklus. Die Unternehmensgewinne liegen auf dem niedrigsten Niveau seit 2003 und es gibt deutliche Anzeichen für einen Turnaround“, ergänzt Bhatkuly seine Sicht auf das Land.

EDRAM
: Unterbewertete Finanztitel 



Der Fondanbieter Edmond de Rothschild Asset Management (EdRAM) hält die Aktienmärkte auch nach der jüngsten Erholung nicht für zu hoch bewertet. Chancen sehen die Experten vor allem bei zyklischen Titeln, die aus Gründen der Risikoaversion von Anlegern links liegen gelassen wurden, obwohl sich die konjunkturellen Rahmendaten positiv entwickelt haben. „Sie verfügen daher über großes Aufwärtspotential. Stock picking ist jedoch von entscheidender Bedeutung, um sich vor Risiken zu schützen und in den heutigen Märkten Chancen zu ergreifen“, so die Experten. Wenig Chancen sieht die Fondsgesellschaft aufgrund mittlerweile hoher Bewertungen bei Aktien der Biotechnologie- und Internetbranche. Für aussichtsreich hält sie dagegen momentan Value-Investing, also die Suche nach Aktien, die unterhalb ihres eigentlichen Wertes gehandelt werden. Darüber hinaus setzen die Asset Manager auf attraktive Sektoren: „Jenseits von bestimmten Aktienwerten sind Finanzwerte besonders interessant, die vielversprechende Bereiche wie Immobilien, Konsum und Investitionen miteinander verbinden. Der globale Autozyklus und steigende Ausgaben für das Gesundheitswesen sind weitere spannende Themen für 2015 und darüber hinaus.“ Bei Schwellenländern raten die Experten dagegen zur Vorsicht, da aus ihrer Sicht einige Länder auf Veränderungen der Rohstoffpreise und auf die Straffung der Geldpolitik in den USA negativ reagieren.

09.07.2015 | 10:31

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