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Trendwende in der Biotechnologie



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Im zweiten Quartal 2106 konnte der Biotech-Sektor nach den Rückschlägen zu Jahresbeginn wieder deutlich Boden gutmachen. Exemplarisch zeigt das die entwicklung der Schweizer BB Biotech. Von Anfang April bis zum 30. Juni stieg der innere Wert (NAV) dieses Unternehmens um 1,4 Prozent in Schweizer Franken und 2,3 Prozent in Euro, was einem Gewinn von 36 Millionen Schweizer Franken entspricht.

Die Aktie von BB Biotech schloss im zweiten Quartal mit minus 2,7 Prozent in Schweizer Franken und minus 1,2 Prozent in Euro leicht im Minus. Dabei nimmt die Diskrepanz zwischen dem Aktienkurs und den operativen Fortschritten der Portfoliounternehmen von BB Biotech zu. Die Kurse von Biotech-Standardwerten haben zudem die Tiefstände aus den Jahren 2010/11 erreicht. Fundamental ist die Branche dank hervorragender operativer Leistungen und dem Erreichen zahlreicher Meilensteine unverändert positiv aufgestellt, trotz den vermehrten öffentlichen Diskussionen rund um das Thema Medikamentenpreisgestaltung.

Auch im zweiten Quartal 2016 waren die globalen Aktienmärkte durch eine anhaltend hohe Volatilität geprägt. Dazu trugen die US-Notenbank, die den Zeitpunkt für eine Zinsanhebung verschob, sowie die Abstimmung Großbritanniens über den Ausstieg aus der Europäischen Union Ende Juni bei. Die Performance der Aktienindizes in besagtem Zeitraum variierte. So wies der S&P 500 eine positive Gesamtrendite von 2,5 Prozent in US-Dollar aus, während europäische Indizes nachgaben, wie etwa der Dax mit einem Verlust von 2,9 Prozent in Euro. Der SMI schloss hingegen mit einem Plus von 4,7 Schweizer Franke in Schweizer Fr.anken. Der Nasdaq Biotechnology Index (NBI) trat mit einem Verlust von 1,1 Prozent in US-Dollar mehr oder weniger auf der Stelle.

Die fehlende Übereinstimmung zwischen der starken Wertschöpfung innerhalb der Biotech-Branche und der Aktienmarktbewertung weitet sich zunehmend aus. Biotech-Aktien schnitten seit Januar 2016 fast 20 Prozent schlechter als die breiten Aktienmärkte ab. Biotech-Standardwerte sind wieder auf ihre Tiefstände in den Jahren 2010/11 gesunken. Sie werden deutlich niedriger als große Pharmakonzerne und niedriger als der Durchschnitt des S&P bewertet. Die Bewertungen vieler Small- und Mid-Caps bewegen sich gerade in Bezug auf ihre Pipelines weiterhin auf Rekordtiefs.

Die Diskussionen um Gesundheitsreformen halten an und die Arzneimittelindustrie verteidigt die Leistungsmerkmale ihrer neuen Produkte mit zunehmender Vehemenz. Die US-Präsidentschaftswahlen werden die komplexen Fragestellungen in Zusammenhang mit den Kostenträgern zur Debatte machen und Anleger weiterhin verunsichern. Der Widerstand der Krankenversicherer wird weiterhin die Markteinführung neuer Produkte verlangsamen, wie etwa im Falle der PCSK9-Antikörper Praluent und Repatha bei Hypercholesterinämie. Von ähnlichen Preis- und Umsatzdämpfern werden auch künftige Lancierungen nicht verschont bleiben.

Trendwende im Frühjahr 2016

Im Januar und Februar 2016 verzeichnete der Biotech-Markt Mittelabflüsse, die sich in den vergangenen Monaten jedoch langsam egalisierten. Nachdem große Vermögensverwalter ihr Engagement in Biotech-Titeln im zweiten Halbjahr 2015 und Anfang 2016 verringert hatten, ließ der Druck im zweiten Quartal 2016 verglichen mit dem schwierigen Vorquartal insgesamt nach. Positive Nachrichten zu Pipeline-Entwicklungen ziehen erst seit kurzem Kursgewinne nach sich. Dies ist ermutigend, denn im ersten Quartal 2016 spiegelten sich erfreuliche Meldungen noch kaum in den Aktienkursen wider.

BB Biotech hat ihr diesjähriges Strategietreffen im Juni um ein Expertenforum zu ergänzt, das sich mit den Trends zur Preisgestaltung und Kostenerstattung bei Arzneimitteln weltweit befasste. Das Team von BB Biotech wurde in diesem Zusammenhang in seiner Ansicht bestätigt, dass Medikamentenentwickler auch in Zukunft für echte Innovationen entsprechende Preise verlangen können, solange diese den Marktrealitäten entsprechen. Medizinische Innovation gilt unter Experten nach wie vor als stärkstes Argument für eine attraktive Preisgestaltung. Auch gesundheitsökonomische Argumente gewinnen zunehmend an Bedeutung und können dazu beitragen, dass Kostenträger rentabel arbeiten – was nach wie vor oberste Priorität genießt. BB Biotech überprüft das politische und rechtliche Umfeld weiterhin im Hinblick auf Gesundheitsreformen und Veränderungen, erwartet jedoch vielmehr eher einen kontinuierlichen als einen plötzlichen Wandel, vor allem in den USA.

Viele Portfoliobeteiligungen von BB Biotech haben ihre großen Fortschritte nochmals bestätigt. Zahlreiche Unternehmen haben beachtliche Erfolge erzielt, die sich in den Augen von BB Biotech bisher noch nicht in deren Bewertungen widerspiegeln. Im Gegensatz dazu zogen zwei negative Meldungen Kurseinbrüche nach sich. Die heftigen Kurskorrekturen von Ionis und Agios infolge der von ihnen veröffentlichten Meldungen zu klinischen Versuchen scheinen jedoch übertrieben. BB Biotech hat im Übrigen neue Investment-Kandidaten im Segment der kleinen und mittelgroßen Unternehmen ausfindig gemacht, die überzeugen und über überdurchschnittliches Entwicklungspotenzial verfügen.

BB Biotech im ersten Halbjahr 2016

Im zweiten Quartal 2016 gaben die Aktien von BB Biotech um 2,7 Prozent in Schweizer Franken und um 1,2 Prozent in Euro nach. Während dieses Zeitraums stieg der Innere Wert (NAV) um 1,4 Prozent in Schweizer Franken beziehungsweise  um 2,3 Prozent in Euro. Der daraus resultierende Gewinn im zweiten Quartal 2016 beläuft sich auf 36 Millionen Schweizer Franken.
 
Die BB Biotech Aktie wies für die ersten sechs Monate 2016 eine negative Gesamtrendite von  minus 18,8 Prozent in Schweizer Franken und minus 18,4 Prozent in Euro aus. Der NAV für die erste Jahreshälfte sank um 29,1 Prozent in Schweizer Franken und um 28,9 Prozent in Euro, was einem Nettoverlust von 1,170 Milliarden Schweizer Franken entspricht.

Der Innere Wert stabilisierte sich – er übertraf den Benchmark der Biotech-Branche im zweiten Quartal leicht, blieb aber mit Blick auf seine Entwicklung seit Jahresanfang immer noch geringfügig hinter dem Benchmark zurück. Klinische Versuchsergebnisse, Produktzulassungen und -lancierungen sowie die Ankündigung eines M&A-Deals schlugen positiv zu Buche. Dagegen belasteten das Portfolio zum einen eine Meldung zu unerwünschten Ereignissen bei zwei Wirkstoffen in der spätklinischen Entwicklungsphase von Ionis und zum anderen Daten zum Pi3k-Inhibitor Duvelisib von Infinity, das von Anlegern als nicht überzeugend eingestuft wurde.

Ausblick für den Sektor und das Portfolio

BB Biotech erwartet auch im weiteren Jahresverlauf eine nach wie vor volatile Entwicklung der Biotech-Aktien. Dennoch bieten Produktzulassungen und Ausleseraten für klinische Schlüsselstudien im laufenden Jahr und bis in das Jahr 2017 hinein Potential für deutlich höhere Aktienkursbewertungen. Für das Portfolio von BB Biotech massgebliche regulatorische und klinische Meilensteine stehen für drei Unternehmen und Produkte an. Zudem wird die Veröffentlichung wichtiger klinischer Studienergebnisse für Vertex, Incyte, Celgene, Novavax, Intra-Cellular, Tobira und Sage erwartet.

Dies alles dürfte die soliden Fundamentaldaten für die Biotech-Branche im Allgemeinen und das Portfolio von BB Biotech im Besonderen begünstigen. Nachdem BB Biotech nun eines der schwächsten Halbjahre hinter sich gelassen hat, erwartet das Unternehmen für seine Portfoliobeteiligungen in den kommenden Perioden und für das Geschäftsjahr 2016 zurückkehrende Wachstumsraten. Da zahlreiche Pharmakonzerne und grosse Biotech-Unternehmen ihr Interesse an Fusionen und Akquisitionen bekundet haben, ist mit einer Branchenkonsolidierung und attraktiven Ausstiegspreisen zu rechnen. Die Strategie von BB Biotech fokussiert sich weiterhin auf Biotech-Unternehmen mit Innovationen, die zu wirksamen Behandlungsmöglichkeiten wichtiger Erkrankungen und einer deutlichen Steigerung der Gesundheit führen. BB Biotech

22.07.2016 | 11:19

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