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Im Dienste der Wissenschaft

Gebaut wurde die „REV Ocean“ auf der Vard-Werft in Rumänien, den Innenausbau übernimmt die Lloyd Werft in Bremerhaven



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Alle zwei Jahre sortiert das Magazin „Boote Exclusive“ die größten Motoryachten. Neue Anführerin: die „REV Ocean". Der Supergigant bietet nicht nur opulenten Komfort, sondern auch Platz für 54 Wissenschaftler. Was hinter dem Projekt des norwegischen Milliardärs Kjell Inge Røkk steckt.

182,90 Meter lang, eine U-Boot-Garage, zwei Hubschrauberlandeplätze und vier Motoren mit je 3600 PS. Die Rede ist von der neuen Superyacht „REV Ocean“ (REV steht für Research Expedition Vessel). Bauherr ist der norwegische Milliardär Kjell Inge Røkk, der mit diesem Schiff einen erstaunlich unkonventionellen Weg einschlägt. Denn neben all dem luxuriösen Schnickschnack, den die von Espen Øino designte Yacht bietet, finden sich an Bord Kabinen, Labore und Forschungsgeräte für 54 Wissenschaftler.

Røkk, der vom einfachen Fischer zu einem der reichsten Männer Norwegens aufgestiegen ist, wolle sich mit diesem Projekt bei seinem Umfeld und der Natur revanchieren. "Das Meer hat mir große Möglichkeiten gegeben. Ich möchte einen Großteil dessen, was ich verdient habe, der Gesellschaft zurückgeben", sagte Røkk der norwegischen Zeitung „Aftenposten". Und als wäre das noch nicht genug: Der spendable Norweger kündigte an, die Gehälter der Forscher, die über sechs Laboratorien und ein Auditorium mit 36 Sitzplätzen verfügen, und eine 30-köpfige Crew an Bord zahlen zu wollen.

Ab 2021 soll die „REV Ocean“ unter dem Kommando der norwegischen Kapitänin Elin Signe Askvik ablegen. Bei den Forschungsfahrten sollen unter anderem die Fischbestände, die Wasserqualität, die CO2-Belastung und die Verschmutzung der Meere mit Plastikabfall untersucht werden. Der eingesammelte Müll könne sogar gleich vor Ort verbrannt werden. Bis zur ersten Mission wird es aber noch einige Monate dauern, denn die Corona-Pandemie habe die Fertigstellung verzögert. Gebaut wurde die „REV Ocean“ auf der Vard-Werft in Rumänien, den Innenausbau übernimmt die Lloyd Werft in Bremerhaven. „Die Liegezeit bei uns wird zirka ein Jahr betragen. Vor allem Innenausbau und Farbarbeiten werden den Schwerpunkt bei uns bilden“, verrät ein Sprecher der 1857 gegründeten Werft.

Auf Platz zwei der Rangliste der größten Motoryachten rangiert die 180,65 Meter lange „Azzam". Eigner der in der Lürssen-Werft in Bremen gebauten Yacht ist Scheich Khalifa Bin Zayed Al Najyan, der Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate. Die 70.000 Kilowatt starken Gasturbinen beschleunigen auf ein Topspeed von 30 Knoten. Übrigens: Wem das nötige Kleingeld für den Kauf fehlt, der kann sich die 136 Meter lange „Flying Fox" (Platz 16) für ein Wochenende chartern. Das kostet nämlich nur vier Millionen Euro, exklusive Nebenkosten. Schnäppchen, oder?

BAS

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17.09.2020 | 11:08

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