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Neue E-Commerce-Plattform im Agrarsektor

Bietet noch Nischen: der Agrarmarkt (Bild: AG.Supply)

Engagiertes Gründerteam: Sebastian Schauff (li.) und Eric Schüssler (Bild: AG.supply)


Mehr als zwei Millionen Produkte aus den Bereichen Ersatzteile für Landmaschinen, Saatgut und weitere Produktgruppen sind jetzt auf ein und derselben Plattform zu finden. Die AG.Supply stößt damit in die erfolgversprechende Lücke vor, die bisher bei den B2B E-Commerce Plattformen zu finden war.

Einer Studie, die an der Universität Göttingen gemacht wurde, ist zu entnehmen, dass mehr als die Hälfte aller Landwirte ihre Betriebsmittel ganz oder teilweise online einkaufen möchten. Häufig werden Landwirte bei bestehenden Onlinelösungen aber nicht fündig. Vielerorts gestalten sich auch Bestellprozess und Abwicklung schwierig.

Dieses Problem hatten Sebastian Schauff und Eric Schüßler im Blick, als sie AG.Supply gründeten. Der Einkauf über dieses neue Portal ist sowohl mit Mobilgeräten als auch miitels Computer direkt möglich,  und die Lieferung erfolgt direkt vom Herstller oder Großhändler. Der Agrar-Webshop startet anfänglich mit Produkten aus dem Bereich Ersatzteile sowie Saatgut. Sukzessive soll das Produktportfolio ausgebaut werden. Das Gründerteam legt hier großen Wert auf Qualität quer durch alle Produktgruppen, was sich auch in der Auswahl vieler angebotener A-Brands widerspiegelt. Die Zusammenarbeit mit Branchengrößen wie Stroetmann Saat oder Rapool ist bereits vertraglich fixiert.

Ziel von AG.Supply ist es, neben transparenten Marktpreisen auch eine gute Beratung zu bieten, die der Kunde sowohl digital als auch telefonisch in Anspruch nehmen kann. Dafür gibt es im Team neben E-Commerce-Entwicklern auch Agrarspezialisten, die aus der Landwirtschaft oder dem Ersatzteilgeschäft kommen.

Die Lücke im Markt

Bis heute sind nur vereinzelt Firmen am Markt aktiv, die sich dem Onlineverkauf von Ersatzteilen oder Betriebsmitteln widmen. Die Gründe dafür sind zahlreich. Eine der größten Herausforderungen bildet die Umsetzung, und zwar einerseits aufgrund der Vielzahl an Produkten und Lieferanten und andererseits durch den sehr hohen rechtlichen und technischen Anforderungen im Bereich Düngemittel und Pflanzenschutz.

Warum haben die Gründer sich entschieden, den Agrar Sektor trotzdem anzugehen? Eric Schüßler sagt dazu: „Jeder der Märkte bietet für sich genommen schon ein Milliardenpotential. Eine Skalierung kann hier mit dem richtigen IT, Plattform und den passenden Lieferanten also sehr gut gelingen.“ Sebastian Schauff ergänzt: „Außerdem gibt uns die breite Produktpalette auch die Möglichkeit sowohl mit verschiedensten strategischen Investoren, aber auch mit unabhängigen VC´s und Family Offices über die anstehende Finanzierungrunde zu sprechen.“ Die beiden Gründer haben demnach Grund zum Optimismus, und die Agarbranche hat einen interessanten Marktteilnehmer mehr. Bis zum börsengang ist es zwar noch ein ordentliches stück Wegs, aber auch die Samwer-Brüder haben schließlich irgendwann mit einem Start-Up angefangen.

17.06.2018 | 15:52

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