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Lebensart > Urlaubstrends 2026

Raus hier! So verreisen die Deutschen

| Vera König | Lesezeit: 7 Min.

Das Shuri-Schloss auf Okinawa
Das Shuri-Schloss auf Okinawa in Japan (Foto: Shutterstock).

Ob Quietcation, Kreuzfahrt oder Reiseplanung mit KI: Urlaub ist so vielfältig wie nie. Ein Blick auf die Reisetrends des Jahres.

Spätestens jetzt im Frühling planen viele Deutsche ihren Urlaub für dieses Jahr. Und dabei legen sie zunehmend Wert auf bewusste Erlebnisse, Individualität und moderne Technologien. Was die diversen Reisetrends 2026 vereint: Urlaubsvorlieben sind kein starres Konstrukt oder Ritual mehr, sondern passen sich zunehmend der jeweiligen Lebenssituation an.

Reiselust auf Rekordniveau

Nichts wie weg: Die Reiselust der Deutschen befindet sich auf dem höchsten Stand seit 20 Jahren. Trotz wirtschaftlicher Belastungen, geopolitischer Spannungen und gesellschaftlicher Unsicherheiten bleibt Urlaub ein zentrales Bedürfnis. Die Häufigkeit von Reisen nimmt weiter zu und es wird mehr Geld ausgegeben als je zuvor. Dies zeigt die aktuelle „Deutsche Tourismusanalyse“ der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen. So gaben Anfang des Jahres zwei Drittel der Befragten an, in diesem Jahr ­sicher wenigstens eine Reise zu unternehmen.

Wohin die Deutschen reisen möchten

Germany first: Bei den Reisezielen steht Deutschland in diesem Jahr erneut an der Spitze. 25 Prozent planen laut „Deutsche Tourismusanalyse“ 2026 den Haupturlaub im eigenen Land. 42 Prozent möchten ihren Urlaub im europäischen Ausland verbringen. Am beliebtesten: Spanien, gefolgt von Italien, Skandinavien, Türkei, Griechenland, Frankreich, Österreich und Kroatien. Fernreisen außerhalb Europas möchten 20 Prozent buchen – mehr als jemals zuvor. Apropos Fernreisen: In der Ferne bleibt Kanada laut ADAC aller Voraussicht nach eines der beliebtesten Urlaubsziele, asiatische Länder wie Thailand oder Japan stehen ebenfalls weiterhin hoch im Kurs. Für die USA ist die Prognose schwierig. Zwar lockt die Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer zahlreiche Touristen in die Staaten, doch die aktuelle politische Entwicklung trübt die Aussichten. Umfragen zeigen, dass die USA derzeit großer Verlierer bei den Reisezielen sind. Nach Daten der International Trade Administration sank die Zahl der ausländischen Besucher 2025 um 4,2 Prozent – der erste Rückgang seit der Corona-Pandemie.

Das Budget im Blick

Die Reisekosten werden in diesem Jahr weiter im ­oberen Bereich liegen und nach Ablauf der Frühbucherrabatte kräftig ansteigen. Preisbewusste Entscheidungen prägen daher massiv die Reiseplanung. Für knapp 40 Prozent der Befragten einer Umfrage im Auftrag der Reise- und Freizeitmesse f.re.e sind Budget und Preisentwicklung der wichtigste Einflussfaktor für ihr künftiges Reise- und Freizeitverhalten. Ferien in Ägypten, Tunesien und Bulgarien erleben daher laut ADAC beispielsweise einen Boom, zudem fahren viele Deutsche weiterhin mit dem Auto durch das eigene Land oder in benachbarte Länder. Auch Kreuzfahrten erfreuen sich großer Beliebtheit. Gründe dafür sind die gut kalkulierbaren Reisekosten und die meist günstigen Kinderpreise für Familien.

Abseits des Overtourism

Klassischer Erholungsurlaub mit Sonne, Strand und Meer wird zwar weiterhin gebucht, jedoch suchen Urlauber vermehrt nach authentischen Erlebnissen, die Komfort, Individualität und Abwechslung bieten. Overtourism beeinflusst zunehmend die Wahl der Reiseziele, weshalb weniger bekannte Destinationen verstärkt in den Fokus rücken, wohingegen Massentourismus-Ziele an Beliebtheit einbüßen. Davon profitieren sekundäre Städte und naturnahe Regionen, die abseits der großen Metropolen und Touristenmassen neue Natur- und Kulturerlebnisse bieten. Eine neue Entwicklung vor diesem Hintergrund ist zudem die steigende Nachfrage nach sanften Luxusreisen, also Reisen, die Komfort und Exklusivität bieten, aber bewusst den Massentourismus vermeiden.

Sehnsucht nach Ruhe und Natur

Rund ein Viertel der Befragten der Reiseumfrage zur f.re.e nennt den Wunsch nach mehr Natur und Ruhe als zentralen Treiber der Urlaubswahl. Besonders stark zugelegt haben demnach zuletzt Wellness- und Entspannungsreisen. Darüber hinaus zeigt sich laut BBC weltweit ein starker Trend zu sogenannten „Quietcations“: Reisen, bei denen Stille, Komfort und digitale Entgiftung im Mittelpunkt stehen. Die BBC beschreibt diesen Trend als Antwort auf eine überreizte Welt, in der „Always-on“-Kultur und Bildschirmstress kollidieren.

KI als digitaler Reisebegleiter

Auch wenn Urlaub nicht selten eine Digital-Auszeit bedeutet: Bei der Auswahl der passenden Reise helfen dem Urlauber mittlerweile KI und virtuelle Assistenten – von der Inspiration bis zur Buchung. Immer mehr Menschen beziehen generative KI in ihre Urlaubsplanung ein, während große Plattformen ChatGPT-ähnliche Tools integrieren. Damit entfällt einiges an administrativem Aufwand, zum Beispiel durch automatische Übersetzung oder digitale Check-ins. Aber Vorsicht: Algorithmisch verstärkter Overtourism und die Zunahme KI-basierter Betrugsmaschen sind zwei Risiken.

10 Trendreiseziele 2026

Diese Reiseziele stehen 2026 hoch im Kurs – und sind möglicherweise noch Geheimtipps: Eine Auswertung der Reiseplattform Skyscanner offenbart zehn Ziele, deren Suchanfragen im Vergleich zum Vorjahr am ­stärksten angestiegen sind. ­Dadurch können Reisende ­angesagte Orte erleben – und zwar bevor die Menschenmassen auch dort sind.

San José del Cabo (Mexiko) 
Der mexikanische Ort San José del Cabo gilt als Perle aus Kolonialzeiten mit Postkartenkulisse: direkt am Ozean gelegen, mit Palmen umsäumten Lagunen und unverwechselbarem Charme im Süden der Halbinsel Baja California. San José del Cabo bietet eine Mischung aus beschaulichem Dorf, endlosen Stränden und edlen Strandresorts.

Oradea (Rumänien) 
Oradea liegt nahe der ungarischen Grenze und gilt als „Jugendstil-Hauptstadt Rumäniens“. Dort reihen sich prunkvolle Paläste aneinander, während bunte Glasfenster in der Sonne glitzern und gemütliche Cafés in alten Häusern ihre Türen öffnen. Aus geologischer Sicht bemerkenswert sind die teilweise bis unter die Stadt reichenden Höhlen, deren Thermalquellen Bekanntheit erlangt haben

Schardscha (Vereinigte Arabische Emirate) 
Schardscha liegt nur eine kurze Autofahrt von der Metropole Dubai entfernt – und präsentiert sich doch völlig anders als sein Nachbar. Das Emirat präsentiert das reiche Kulturerbe und die islamische Kunst, bietet aber auch entspannte Strände.

Sanya (China) 
Sanya liegt im Süden der Insel Hainan, in der südlichsten Provinz Chinas. Einst war die Küstenstadt auf der tropischen Insel ein Verbannungsort für degradierte Beamte, heute wird sie als Badeort bei internationalen Touristen immer beliebter. Hauptattraktionen Sanyas sind die feinen weißen Strände und das kristallklare Meer.

Foggia (Italien) 
In der süditalienischen Region Apulien befindet sich Foggia. In der Stadt und der gleichnamigen Provinz an der Adria vereinen sich italienische Lebensfreude, malerische Dörfer, idyllische Naturpanoramen und Attraktionen aus vergangenen Zeiten.

Okinawa (Japan) 
Japan trifft auf Aloha: Die subtropische Inselgruppe Okinawa mit ihren 150 Inseln überzeugt nicht nur mit ihren exotischen Traumstränden und ganzjährigem milden Klima, sondern ebenso mit neun Weltkulturerbestätten, die auch für weniger Kulturbegeisterte durchaus interessant und beeindruckend sind.

Paphos (Zypern) 
Paphos an der Südwestküste Zyperns entwickelt sich zunehmend zu einem Zentrum für Reisende, die den Westen des Landes erleben wollen. Die Hafenstadt besticht durch eine einzigartige Altstadt, einen archäologischen Park, zahlreiche Museen, ein mittelalterliches Kastell und klassischen, entspannten Strandurlaub am Mittelmeer.

Kochi (Indien) 
Indien-Liebhaber entdecken zunehmend den südlichen Teil des Landes. Die Region Kochi ist bekannt dafür, dass sie im Vergleich zu anderen Orten in Indien entspannter und entschleunigter ist – vielleicht auch, weil sie das Zentrum der Ayurveda-Szene ist.

Rovaniemi (Finnland) 
Ursprünglich als Heimat des Weihnachtsmanns bekannt, wird Rovaniemi im Norden Finnlands immer beliebter. Sogar im Sommer ist die Stadt in Lappland im Zuge des „Coolcation“-Trends sowie als Alternative zu den heißen Orten am Mittelmeer gefragt.

Bergen (Norwegen) 
Auch die Gebiete Norwegens außerhalb von Oslo erleben derzeit einen Aufschwung. Bergen ist die zweitgrößte Stadt Norwegens und als Tor zu den Fjorden bekannt. Die Hansestadt ist ein idealer Ausgangspunkt für ­Ausflüge in die atemberaubende Fjordlandschaft Norwegens.

 

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