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Die besten Aktienfonds

Die Fondsbranche wurde durch die Finanzkrise schwer in Mitleidenschaft gezogen. Von der anschließenden Erholung konnten vor allem Aktienfonds profitieren. Wir stellen Ihnen die besten Produkte dieser Kategorie vor.

BÖRSE am Sonntag

 

Die Besitzer von Aktienfonds wagten in den letzten Monaten in vielen Fällen kaum ihren Augen zu trauen. Nach dem starken Einbruch im Jahr 2008 hatten viele nicht mit einer so raschen und deutlichen Erholung gerechnet. Doch selbst die bei den Anlegern nach wie vor besonders beliebten Fonds mit Schwerpunkt auf deutsche Aktien konnten zwischen Ende März 2009 und Ende März 2010 laut Bundesverband Investment und Asset Management e.V. (BVI) im Schnitt um stolze 54,4% zulegen. Und schafften damit fast vier Prozentpunkte mehr als der deutsche Leitindex DAX. Dieser kletterte im gleichen Zeitraum „nur“ um 50,6%.

Die performancestärksten deutschen Fonds

Angesichts der erneuten Turbulenzen, die ihren Anfang mit der Verschärfung der Schuldenkrise in Griechenland nahmen und in den Sorgen um die hohe Staatsverschuldung der westlichen Industrienationen insgesamt gipfelten, konnte dieses Niveau jedoch weder von den Leitindizes noch von den Fonds gehalten werden. Die, gemessen an der Performance über die letzten 5 Jahre, besten Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland sind der Baring German Growth GBP Acc (WKN 972849), der DWS Deutschland (WKN 849096) und der Metzler Aktien Deutschland (WKN 975223) (Stand: 20.05.2010). Mit Ergebnissen von 34%, 32% und 28% gehören sie auch zu den Fonds mit der besten Performance in den zurückliegenden 12 Monaten.

Langfristig nicht überzeugend

Trotz dieser sehr positiven Entwicklung kann sich mancher Anleger noch immer nicht so richtig an seinem Depotauszug erfreuen. Das Jahrzehnt gehörte mit zwei großen Kapitalmarktkrisen, der geplatzten Technologieblase und der geplatzten Immobilienblase zu den turbulentesten seit dem Zweiten Weltkrieg. Bei der Betrachtung der letzten zehn Jahre zeigt sich daher bei allen Produkten auf deutsche oder europäische Titel eine gewaltige Performancedelle: Gemessen am EURO STOXX 50 hat sich ihr Vermögen in etwa halbiert (minus 46%) und auch der DAX, der im März 2000 bei über 8.000 Punkten lag, hat bis zu diesem Wert immer noch rund 27% aufzuholen. Nach einer Auswertung des Münchener Spezialisten FFW Research verloren viele Fonds über diesen Zeitraum aber sogar noch mehr an Wert als die Vergleichsindizes. Bei der Ermittlung der besten Produkte ist eine reine Performancebetrachtung daher nicht unbedingt der Königsweg, da die Risiken außen vor gelassen werden.

Performance ist nicht alles

Um zu ermitteln, ob das Fondsmanagement einen echten Mehrwert für den Anleger generiert hat, muss daher die Performance der Fonds mit dem Risiko in Bezug gesetzt werden. Auf diese Weise kommt man zu der risikoadjustierten Rendite. Sie wird in Form der sogenannten Sharpe Ratio berechnet und enthält im Zähler die sogenannte Überschussrendite. Darunter versteht man die über die sichere Geldmarktanlage hinausgehende Rendite. Liegt beispielsweise der risikolose Geldmarktzins bei 2% und das betrachtete Investmentprodukt erwirtschaftete im gleichen Zeitraum 12%, so hat letzteres eine Überschussrendite von 10%. Letztere wird nun zum Risiko ins Verhältnis gesetzt, das sich in der Volatilität ausdrückt. Eine positive Sharpe Ratio zeigt demnach an, dass gegenüber der risikolosen Geldmarktanlage eine Mehrrendite erwirtschaftet wurde und in welchem Verhältnis diese Mehrrendite zum eingegangenen Risiko steht.

Die besten Aktienfonds in Europa

Gemessen an der Sharpe Ratio (Stand 23.02.2010) sind die drei besten europäischen Aktienfonds über die letzten fünf Jahre, laut dem Informationsanbieter e-fundresearch, der HP&P-Euro-Select-Universal-Fonds (WKN 979076) mit einer Sharpe Ratio von 0,3 und einer Performance von 9% pro Jahr, der Fast Europe Fund (WKN A0JDV9) mit einer Sharpe Ration von 0,27 und ebenfalls 9% Performance pro Jahr auf Platz zwei und der Euro Aktien Plus (WKN 930733) auf Platz drei mit einer Sharpe Ratio von 0,23 und einer jährlichen Performance von 6,5%.

Bis zu 1000% mit Russland-Fonds

Einen wirklichen Grund zum Feiern haben aber heute jene mutigen Anleger, die in den Jahren seit dem Jahrtausendwechsel in die Emerging Markets investiert haben. Angeführt von Russland konnten Wertpapiere der sogenannten BRIC-Staaten seit Ende 1999 deutlich zulegen: Der russische RTS Index hat sich seitdem versiebenfacht. In Brasilien vervierfachte sich der Leitindex Bovespa und die Aktienmärkte in Indien (SENSEX) und China (Shanghai Composite) schafften im gleichen Zeitraum immerhin noch eine Verdreifachung beziehungsweise eine Verdopplung. Angesichts solcher Zahlen ist es kein Wunder, dass Anleger ihr Investment mit Schwellenländer- sowie Osteuropa-Aktienfonds zum Teil mehr als verdoppeln konnten. Doch es war sogar noch deutlich mehr drin: Der größte Gewinner bei den Aktienfonds war in den letzten zehn Jahren (Anfang 2000 – Ende 2009) laut FWW mit einem stolzen Plus von 962% der Baring Russia Fund (WKN: 926107). Im Schnitt kamen Emerging-Markets-Aktienfonds in den vergangenen fünf Jahren laut FWW auf eine durchschnittliche Rendite von 73% (Stand Ende 2009). Doch in den wachstumsstarken Regionen sind auch die Schwankungen noch größer als im DAX oder EURO STOXX 50. Auch und eigentlich gerade hier ist als Maß für die Ermittlung der Top-Fonds daher die Sharpe Ratio heranzuziehen.

Nicht nur die Emerging Markets glänzen

Über die letzten fünf Jahre liegt daher laut Daten von e-fundresearch bei den Schwellenländerfonds der First State Global Emerging Markets Fund (WKN 728156), mit einer Sharpe Ratio von 0,53 und einer jährlichen Performance von 14,6% vorn. Auf den Plätzen folgen - beide mit einer Sharpe Ratio von 0,5 - der Vitruvius Emerging Markets Portfolio (WKN 164363) mit einer Performance von 13,6% p.a. und der First State Global Emerging Markets Leaders Fund (WKN A0BKZD) mit einer Performance von 14,5% pro Jahr. Vergleicht man die risikoadjustierten Renditen der Schwellenländerfonds mit denen ihrer europäischen Pendants, wird deutlich, dass die Emerging-Markets-Produkte trotz einer durchschnittlich höheren Volatilität den höheren Mehrwert generiert haben. Doch nicht nur reine Schwellenländerprodukte zahlten sich für Anleger aus. Auch Fonds, die das investierte Kapital weltweit streuen, konnten überzeugen. Mit Sharpe Ratios von 0,54 - 0,5 und 0,4 können die Fonds, Multi-Axxion Incapital Taurus (WKN 982265), Carmignac Investissement (WKN A0DP5W) und C-Quadrat Arts Best Momentum (WKN 541664) über den zurückliegenden 5-Jahres-Zeitraum ebenfalls ganz vorn mithalten (e-fundresearch Stand 31.12.2009). 

Die Top-Performer der nächsten Dekade

Eines sollte dem Anleger allerdings bewusst sein: Auch wenn die Analyse der Kennzahlen der einzelnen Fonds notwendig ist, um aus der Vielzahl der Produkte die wirklich guten Produkte herauszufiltern, so ist dies doch auch immer ein Blick in die Vergangenheit. Das bedeutet, dass den Investoren die Entscheidung über die zukünftig aussichtsreichsten Märkte und Regionen damit nicht abgenommen wird. Und in aller Regel sind die vormals größten Gewinner selten auch die Top-Performer der folgenden Periode. So deutete sich zuletzt auch bei den Emerging Markets ein Favoritenwechsel an. Fonds mit Fokus auf chinesische Aktien sind mittlerweile immer seltener auf den vorderen Plätzen zu finden. Stattdessen trauen Experten den Schwellenländern in der zweiten Reihe, wie Indonesien, Vietnam, Thailand, aber auch afrikanischen Staaten in Zukunft die größten Zuwächse zu.