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Dieselgate: Jetzt auch Fiat im Blickpunkt

Der Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Autoherstellern weitet sich offenbar abermals aus. Seit Neuestem sieht sich auch der italienische Konzern Fiat mit dem Vorwurf konfrontiert, eine illegale Abgas-Software bei den Dieselmotoren eingesetzt zu haben. Das Kraftfahrtbundesamt soll Beweise haben.

BÖRSE am Sonntag

Der Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Autoherstellern weitet sich offenbar abermals aus. Seit Neuestem sieht sich auch der italienische Konzern Fiat mit dem Vorwurf konfrontiert, eine illegale Abgas-Software bei den Dieselmotoren eingesetzt zu haben.

Laut eines Prüfberichts des Kraftfahrt-Bundesamtes soll der Autozulieferer Bosch die deutsche Behörde vor wenigen Wochen darüber informiert haben, dass Fiat in Fahrzeugen der aktuellen und beosnders umweltfreundlichen Euro-Norm 6 möglicherweise eine nicht mit dem Gesetz zu vereinbarende Software verwenden haben könnte. Dabei entdeckte das Kraftfahr-Bundesamt bei mehreren Prüfungen eine sich jeweils nach 22 Minuten vollständig abschaltende Abgasreinigung in den Fahrzeugen der Turiner Autobauer. Somit dürfte es sich um eine nicht zulässige Abschalteinrichtung handeln. Wie ein Ministeriumssprecher bestätigte, seien die Messergebnisse zu Fiat-Fahrzeugen bereits an die zuständigen italienischen Typzulassungsbehörden und die EU-Kommission weitergeleitet worden.

„Auffällige Software, Applikationen und Kalibrierungen“

Pikanterweise hat Fiat Chrysler äußerst kurzfristig einen für vergangenen Donnerstag geplanten Termin mit Verkehrsminister Alexander Dobrindt von der CSU abgesagt. Seine Begründung war, dass alleine italienische Behörden für die Frage zuständig seien, ob Fiat-Fahrzeuge die europarechtlichen Abgas-Vorschriften einhielten. Doch belastende Informationen kommen aus Deutschland: Der Autozulieferer hat von auffälliger „Software, Applikationen und Kalibrierungen“ berichtet. Dobrindt hatte den Anhörungstermin für Fiat ursprünglich infolge des VW-Abgas-Skandals angesetzt; der Minister bezeichnete das Verhalten der Italiener nach der Absage als „völlig unverständlich“. Die aktuelle Entwicklung legt denn auch die Vermutung nahe, dass die Fiat-Verantwortlichen einen konkreten Grund für die Absage des Treffens mit dem Bundeverkehrsminister gehabt haben könnten.

Erhebliche negative Auswirkungen dürften die neuesten Nachrichten rund um die Verwicklung von Fiat Chrysler in den Diesel-Skandal auf den Aktienkurs der Südeuropäer haben. Dieser zeigte sich in der jüngeren Vergangenheit ohnehin schon angeknackst, im Laufe des vergangenen Jahres hat er um mehr als 30 Prozent nachgegeben. Für das kommende Jahr weist das KGV nach aktuellem Stand einen Wert zwischen 4 und 5 auf. Auf CEO Sergio Marchionne dürfte also bis zu seinem geplanten Abgang 2018 viel Arbeit warten, um das Unternehmen wieder auf die Überholspur zu befördern. Und zwar möglichst ganz ohne Schummelei. WIM