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Euro: Boden gefunden?

Der Euro hatte in den vergangenen Monaten massiv abgewertet. Von allen Seiten wurde auf die Gemeinschaftswährung eingedroschen. Das Erreichen der Parität zum US-Dollar galt als ausgemachte Sache. Zuletzt zog der Wechselkurs Euro/US-Dollar jedoch deutlicher an. Hat er nun vielleicht seinen Boden gefunden?

BÖRSE am Sonntag

Der Euro hatte in den vergangenen Monaten massiv abgewertet. Von allen Seiten wurde auf die Gemeinschaftswährung eingedroschen. Das Erreichen der Parität zum US-Dollar galt als ausgemachte Sache. Zuletzt zog der Wechselkurs Euro/US-Dollar jedoch deutlicher an. Hat er nun vielleicht seinen Boden gefunden?

Um mehr als 25 Prozent ist der Wechselkurs Euro/US-Dollar seit dem Zwischenhoch im Mai 2014 bis zum Tief Mitte März dieses Jahres in die Tiefe gerauscht. Für eine angeblich vertrauenswürdige Währung ist dieser enorme Verlust an Außenwert kein Pappenstiel. Um die vielfältigen Gründe der Abwertung soll es an dieser Stelle aber nicht gehen, sondern um einige technische Aspekte, die derzeit interessante Konstellationen aufweisen. Dazu gehört das charttechnische Bild. Im Zuge seiner Talfahrt war der Euro im März erstmals seit Januar 2003 unter die Marke von 1,05 US-Dollar gerutscht.

Damit testete er die untere langfristige Abwärtstrendlinie, die aus der Verbindung der Zwischentiefs von Oktober 2008 und Juni 2010 resultiert. Kurzzeitig verletzt wurde diese potenzielle Unterstützung jedoch schnell wieder zurückerobert. Von ihr ausgehend startete sogar ein dynamischer Aufwärtsimpuls. Erst einmal handelt es sich dabei lediglich um eine technische Gegenbewegung, die schnell wieder in sich zusammenfallen könnte. Sollte dann auch die erwähnte Abwärtstrendlinie nachhaltig verletzt werden, könnte die vielfach beschworene Parität doch noch Realität werden.

Die dynamische Talfahrt der vergangenen Monate mutet inzwischen jedoch reichlich übertrieben an. Davon zeugen auch die Positionierungen am Terminmarkt. Zum Beispiel hatte die Gruppe der großen Spekulanten im März netto so große Short-Positionen aufgebaut, wie seit Juni 2012 nicht mehr. Bei ihnen war somit reichlich Pessimismus vorhanden. Aus solchen Extremwerten lassen sich zwar keine direkten Handelssignale herleiten, sie können jedoch Indizien für eine möglicherweise bevorstehende Bodenbildung oder sogar Trendwende sein.