Beitrag teilen

Link in die Zwischenablage kopieren

Link kopieren
Suchfunktion schließen
Märkte > Ludwig-Erhard-Gipfel 2026 - Tegernsee Summit

Ludwig-Erhard-Gipfel 2026: Deutschland braucht ein neues Wirtschaftsmodell

| Björn Hartmann | Lesezeit: 2 Min.

Veranstaltungssaal beim Ludwig-Erhard-Gipfel
Eröffnung des Ludwig-Erhard-Gipfel 2026: Mehr als 100 Speaker auf der Bühne und über 1000 Gäste werden erwartet. (Foto: bwk)

Verlegerin Christiane Goetz-Weimer eröffnete den Ludwig-Erhard-Gipfel 2026 am Tegernsee mit einem klaren Appell: Ohne wirtschaftliche Stärke ist weder Verteidigung noch sozialer Zusammenhalt finanzierbar.

Mit einem eindringlichen Appell zur Erneuerung hat Verlegerin Christiane Goetz-Weimer den Ludwig-Erhard-Gipfel 2026 am Tegernsee eröffnet. Mehr als 1.000 Teilnehmer und über 100 Redner diskutieren dort, wie Deutschland zurück auf Wachstumskurs kommen kann – und was aus dem Wirtschaftsmodell der Sozialen Marktwirtschaft werden soll.

Von Björn Hartmann

Deutschland steuert durch schwierige Zeiten. Die Welt ändert sich rasant, wirtschafts- und geopolitisch. Die westlich dominierte Ordnung steht unter Druck, alte Partner wanken, neue bieten sich an, Kriege belasten zusätzlich. Und die Bundesrepublik kämpft um ein neues Geschäftsmodell. Wie gelingt Deutschland der wirtschaftliche Aufschwung?

Antworten soll der Ludwig-Erhard-Gipfel der Weimer Media Group (WMG) am Tegernsee bringen, der schon in den vergangenen Jahren Zuversicht verströmte und positive Impulse lieferte. „Die Lage ist brisant“, sagte Verlegerin Christiane Goetz-Weimer zur Eröffnung an diesem Dienstag. „Und doch sollten wir uns auf das besinnen, was wir in Deutschland seit 1200 Jahren erstaunlich gut können: Resilienz.“ Inmitten der Nacht beginne der neue Tag. Dieser Gipfel sollte der zum Kongress gewordene Weckruf für den Sonnenaufgang sein, ergänzte die WMG-Chefin. Dabei komme es auf die Wirtschaft an.

„Ohne wirtschaftliche Stärke lässt sich weder Verteidigung noch sozialer Zusammenhalt finanzieren“, sagte Goetz-Weimer. Sie mahnte politische Reformen an. „Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit ist seit Jahren schwer angeschlagen, wir taumeln nach drei Jahren Rezession in einer tiefen Strukturkrise umher. Zu hohe Kosten an Energie, zu hohe Steuern, zu viel Bürokratie und Auflagen, zu hohe Soziallasten.“ Großes entstehe nur, wenn man an eine Vision glaube und sie mit Ausdauer und Leidenschaft stetig weiterentwickele. Und dabei bereit sei, Verantwortung zu übernehmen, sagte Goetz-Weimer. „Damit wären wir bei den Unternehmern, dem Rückgrat von Wirtschaftskraft und Prosperität.”

Zuversichtlich stimmen sie einige Zahlen: 2025 wurden in Deutschland nach Angaben des Bundesverbands Deutsche Start-ups 3568 neue Start-ups gegründet – 29 Prozent mehr als 2024 und ein Rekordwert. „Deutschland ist also nach wie vor ein Unternehmerland, wir können es noch!“, so die Verlegerin. Zudem liegt Deutschland bei den Patentanmeldungen auf Rang zwei hinter den USA und deutlich vor China, vor allem bei Computertechnik legen die Deutschen zu. Die Börsenkurse steigen – auch ein Indikator für die Attraktivität eines Wirtschaftsstandorts.

Zudem sind die Deutschen trotz aller Krisen glücklicher geworden. 2025 ging es beim World Happiness Report von Platz 22 auf Platz 17 nach oben. Und: „Zu den guten Grundnachrichten zählt auch, dass die Weltwirtschaft auf Wachstumskurs ist – 3,2 Prozent im Durchschnitt“, sagte Goetz-Weimer. Neue Freihandelspartner wie Australien, Indien und die Länder des Mercosur bieten Chancen. Künstliche Intelligenz verspricht großes Potenzial.

Wie Unternehmen und das Land daran teilhaben können, wie das neue Wirtschaftsmodell Deutschlands aussehen kann, diskutieren mehr als 100 Redner und über 100 Gäste beim Ludwig-Erhard-Gipfel. Das alte Modell jedenfalls, die Soziale Marktwirtschaft, scheint angeschlagen. Das legt eine Studie des Münchener Ifo-Instituts nahe. Es hat sich den Zustand der Sozialen Marktwirtschaft im Auftrag des Verbands der bayerischen Wirtschaft (vbw) genauer angesehen. „Unsere Analyse zeigt bei mehreren Wohlstandsindikatoren spätestens seit dem Jahr 2020 einen Rückgang oder zumindest eine Stagnation“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. „Ohne tiefgreifende Reformen besteht die Gefahr, dass der Wohlstand in Deutschland verfällt oder die deutsche Bevölkerung von der weltweiten Wohlstandsentwicklung abgekoppelt wird.“

Die Politik muss also handeln. Zu spät ist es demnach nicht. „Die Soziale Marktwirtschaft ist kein Auslaufmodell – im Gegenteil: Sie ist gerade in Zeiten des Wandels aktueller denn je“, sagte vbw-Präsident Wolfram Hatz. „Die Rückbesinnung auf ihre Grundprinzipien ist kein Blick zurück, sondern der entscheidende Schritt nach vorne.“


***
Sie können den Ludwig-Erhard-Gipfel live unter https://www.leg-live.de/ verfolgen. Co-Veranstalter des ersten Konferenztages ist die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw).

 

Tegernsee Summit: Der Ludwig-Erhard-Gipfel 2026

Ludwig-Erhard-Gipfel | Tegernsee Summit, findet vom 28. bis 30. April 2026 unter dem Leitthema „Zurück an die Weltspitze: Wie gelingt Deutschland der wirtschaftliche Aufschwung?“ statt. Die Konferenz gilt als etabliertes Forum für Debatten über die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands. Sämtliche Programmpunkte werden im Livestream auf der Website des Gipfels übertragen:

Mehr als 100 Speaker an drei Tagen

Gastgeber der dreitägigen Konferenz ist die Verlagsgruppe WEIMER MEDIA GROUP, Co-Veranstalter des ersten Tages ist die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. Der Gipfel begeht in diesem Jahr seine 12. Auflage. Unter dem Motto „Zurück an die Weltspitze: Wie gelingt Deutschland der wirtschaftliche Aufschwung?“ sind mehr als 100 Speaker auf der Bühne zu hören, über 1000 Gäste werden erwartet. Die komplette Veranstaltung ist via Live-Stream auf www.ludwig-erhard-gipfel.de verfolgbar.

Nichts verpassen: Der kostenlose Newsletter der BÖRSE am Sonntag liefert Ihnen wöchentlich Marktanalysen, Unternehmensnews und Anlagestrategien direkt ins Postfach.
Jetzt kostenlos abonnieren!

bevorzugte Quelle 

Börse am Sonntag als bevorzugte Quelle festlegen

Sie möchten Finanz- und Wirtschaftsnachrichten von Börse am Sonntag häufiger bei Google sehen?

Bei Google bevorzugen

Das Magazin

BÖRSE am Sonntag

Zur Online Ausgabe

Ähnliche Artikel