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Ludwig-Erhard-Gipfel 2026 live: Tag eins im Ticker

| Vera König | Oliver Götz

Das Foto zeigt den Blick auf den Tegernsee und nennt das Datum des Ludwig-Erhard-Gipfels 2026 von 28. bis 30. April.
Der Ludwig-Erhard-Gipfel 2026 findet von 28. bis 30. April am Tegernsee statt (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Prominente Köpfe aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Medien: Die Top-Entscheider treffen sich von 28. bis 30. April 2026 beim Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee. Lesen Sie alle Höhepunkte der Konferenz im Live-Ticker.

Mehr als 100 Speaker an drei Tagen

Gastgeber der dreitägigen Konferenz ist die Verlagsgruppe WEIMER MEDIA GROUP, Co-Veranstalter des ersten Tages ist die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. Der Gipfel begeht in diesem Jahr seine 12. Auflage. Unter dem Motto „Zurück an die Weltspitze: Wie gelingt Deutschland der wirtschaftliche Aufschwung?“ sind mehr als 100 Speaker auf der Bühne zu hören, über 1000 Gäste werden erwartet. Die komplette Veranstaltung ist via Live-Stream auf www.ludwig-erhard-gipfel.de verfolgbar.

 

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vbw-Präsident Hatz unzufrieden mit hoher Anzahl von Beamten in Berlin und Brüssel

19:32 Uhr: Hatz fehlte darüber hinaus auch die Frage danach, ob es denn nicht auch weniger Beamte in Brüssel und Deutschland tun würden. Die hohe Anzahl Staatsbediensteter, insbesondere die explosionsartigen Zustände im Kanzleramt hätten zweierlei Wirkung: Sie kosteten dem Steuerzahler viel Geld und viele würden dazu am Morgen aufstehen und sich fragen, wie man Unternehmer gängeln kann.

19:30 Uhr: Ob ihm auch etwas gefehlt habe, fragt Holzmeier. Offenbar, ja. Denn Hatz redet sich noch einmal den Frust von der Seele. Er finde es schade, dass zu wenig angesprochen worden sei, dass wir in Deutschland zu wenig arbeiteten. Gleichzeitig sei niemand so häufig krank in Europa wie die Deutschen. „Warum arbeiten wir so wenig und sind so krank?“, fragt Hatz noch einmal mit Nachdruck.

19:25 Uhr: Tag Eins des Ludwig-Erhard-Gipfels endet. NTV-Journalistin Frauke Holzmeier schaut mit vbw-Präsident Wolfram Hatz noch einmal zurück auf das Gesagte. Für ihn sei ein Fazit, sagt Hatz, dass wir uns „zu wenig auf Themen, die zu Zeiten Ludwig-Erhards angesprochen worden sind“ besinnen würden. Es sei heute viel darüber gesprochen worden, dass der Staat immer öfter eingreife, Brüssel überall die Hand mit drin habe. Mit Blick auf die soziale Marktwirtschaft werde fortwährend das Soziale nach ganz oben geführt. Das Wort Markt sei derweil zur Randerscheinung avanciert.

Ansturm auf Jobs im Aufsichtsrat

19:19 Uhr: Es gebe laut Reitz derzeit einen „regelrechten Run“ auf Aufsichtsratsjobs mit entsprechenden Kursen dazu. Diesen Hype bestätigt auch Suckale. Mehr als solche Ausbildungen helfen laut Ploss langjährige praktische Erfahrungen in Betrieben.

Andreas Liebl, Managing Director und Gründer der appliedAI Initiative, Reinhard Ploss, Vorsitzender des Aufsichtsrats von Knorr-Bremse und Margret Suckale, Managerin und Aufsichtsrätin im Gespräch mit Ulrich Reitz, Chefkorrespondent Wirtschaft bei RTL/ntv. (Foto: WMG)

Andreas Liebl, Managing Director und Gründer der appliedAI Initiative, Reinhard Ploss, Vorsitzender des Aufsichtsrats von Knorr-Bremse und Margret Suckale, Managerin und Aufsichtsrätin im Gespräch mit Ulrich Reitz, Chefkorrespondent Wirtschaft bei RTL/ntv. (Foto: WMG)

19:01 Uhr: Welche Führungsrolle übernimmt der Aufsichtsrat im Wandel? Darum geht es bei der Diskussionsrunde mit Andreas Liebl, Managing Director und Gründer der appliedAI Initiative, Reinhard Ploss, Vorsitzender des Aufsichtsrats von Knorr-Bremse, Margret Suckale, Managerin und Aufsichtsrätin, und Moderator Ulrich Reitz, Chefkorrespondent Wirtschaft bei RTL/ntv. „Aufsichtsräte sind nicht mehr zum Cognac trinken und Zigarren rauchen da“, sagt Suckale. Die Begleitung des Weges ist genauso wichtig geworden wie die Hinterfragung des Zieles“, ergänzt Liebl. Ploss versteht die Arbeit als Aufsichtsrat als Verpflichtung, „Begleiter eines Unternehmens“ zu sein.

Celonis-CEO Bastian Nominacher: „Wir haben mehr als genug Kapital in Deutschland“

18:51 Uhr: Was KI mit dem Arbeitsmarkt macht, will Stock abschließend noch wissen. Er sei Unternehmer, sagt Nominacher. Deshalb sei bei ihm das Glas immer eher halbvoll. „KI ist eine große Chance für uns, wir können viel Potenzial daraus schaffen.“ Die Technik ermögliche es, in den eigentlichen Schaffungsprozess zu investieren, was vorher in reine Umsetzungstechnik geflossen sei. „Wir haben kein eigenes Sprachmodell in Deutschland, aber wir können die Infrastruktur nutzen und diese über Hidden Champions veredeln.“

Journalist Oliver Stock spricht „Klartext“ mit Bastian Nominacher, Co-CEO und Co-Founder des deutschen Software-Unternehmens Celonis. (Foto: WMG)

Journalist Oliver Stock spricht „Klartext“ mit Bastian Nominacher, Co-CEO und Co-Founder des deutschen Software-Unternehmens Celonis. (Foto: WMG)

18:45 Uhr: Nominacher lobt Deutschland als Top-Ausbildungsstandort. An der TU-München studierten 7.000 Menschen Informatik. In Stanford sind es aktuell rund 1.600. Stock will daraufhin wissen, ob es entsprechend nicht an den klugen Köpfen im Land mangelt, sondern am Kapital, wenn es darum geht Ideen in Geschäftsmodelle umzuwandeln. „Wir haben mehr als genug Kapital in Deutschland“, entgegnet Nominacher. Die Sparquote sei hoch. „Wir müssen das Kapital nur richtig einsetzen.“ Der Entrepreneur weist darauf hin, dass beispielsweise die hiesigen Pensionskassen noch stärker in Venture Capital investieren könnten. „Das ist ein Hebel“, so Nominacher. „Auch für unsere Altersversorgung, weil es die Rendite steigert“, fügt er an.

18:40 Uhr: Journalist Oliver Stock spricht „Klartext“ mit Bastian Nominacher, Co-CEO und Co-Founder des deutschen Software-Unternehmens Celonis. Es geht um KI. Wie weit Unternehmen hierzulande damit sind, die Technologie zu implementieren, will Stock wissen. „Es gibt Unternehmen die sind am absoluten Front-Ende“, meint Nominacher. Gleichzeitig gebe auch viele, die das Thema KI noch nicht aufgegriffen hätten und noch in ihrer SAP-Transformation feststeckten. Alles in allem sei aber schon zu beobachten, dass die Technik angenommen werde, allen schon aufgrund des hohen Drucks, der aus dem Markt komme.

Amthor: „Deutschland braucht weniger Zettelwirtschaft“

18:27 Uhr: Beim anschließenden Talk mit Moderator Ansgar Graw, Herausgeber von „The European“, dreht es sich um den schwierigen Bürokratie-Rückbau. Kurioses Beispiel: der sogenannte „Leiterbeauftragte“ zum Arbeitsschutz, den es angeblich in jedem Unternehmen geben müsse. „Den kann man gar nicht abschaffen, da wir ihn gar nicht eingeführt haben“, berichtet der CDU-Politiker. „Wir müssen endlich raus aus dieser großen Last und endlich wieder mehr Freiheit für die Wirtschaft ermöglichen“, betont Amthor. Graw hingegen sieht noch nicht, dass die Politiker die Dringlichkeit tatsächlich schon erkannt haben. Dieses Bewusstsein sehe er vor allem bei der Wirtschaft.

CDU-Politiker Philipp Amthor (r.) bekräftigt, dass man die Regierung an ihrer Modernisierungsagenda messen könne (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

CDU-Politiker Philipp Amthor (r.) bekräftigt, dass man die Regierung an ihrer Modernisierungsagenda messen könne (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

18:22 Uhr: „Dieses Update für Deutschland ist längst überfällig.“ Das sei das Reformversprechen dieser Bundesregierung. Aber: Es funktioniert laut Amthor nicht gegen den Staat, sondern nur mit dem Staat.

18:16 Uhr: Die Bundesregierung habe mit ihrer Modernisierungsagenda ein Bündel von rund 200 Maßnahmen auf den Weg gebracht, wie Amthor erklärt. Konkret vereinbart wurde, die Bürokratiekosten für die Wirtschaft um 16 Milliarden pro Jahr zu senken – was 25 Prozent entspricht. Jede Dokumentations- und Statistikpflicht muss entfallen, sofern nicht unbedingt notwendig. „An diesen Zahlen können Sie uns auch messen“, sagt er. Man wolle eine „umfangreiche Inventur des Staates auf den Weg bringen“. Der Staat werde mit weniger Personal bessere Arbeit machen, begründet der Politiker die acht Prozent Personaleinsparung im Bund. Denn Staatsmodernisierung werde ohne Digitalisierung nicht funktionieren. Dabei geht es nicht darum, „einfach nur schlechte analoge Prozesse zu digitalisieren“.

18:13 Uhr: „Schneller, digitaler, handlungsfähiger: Modernisierungsagenda für Deutschland“: So lautet der Titel des Impulses von Philipp Amthor, CDU-Bundesvorstandsmitglied und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung. „Weite Sicht braucht es dieser Tage in der Politik, die braucht es für den Wirtschaftsstandort Deutschland“. Es brauche auch Zuversicht, was allerdings inzwischen „mau geworden ist“. Die Zukunft könne nicht alleine aus Missmut gemacht werden. Und Zuversicht als Basis für eine gute wirtschaftliche Grundlage habe Amthor heute mitgebracht. Gipfel-Namensgeber Ludwig Erhard hätte folgende Antwort auf die wirtschaftliche Lage gehabt: „Die Chancen für mehr Wirtschaftswachstum liegen in der Freiheit“, sagt Amthor. „Deutschland braucht weniger Zettelwirtschaft, damit es mehr Realwirtschaft in diesem Land gibt.“

Generalmajor Andreas Henne: „Wir brauchen, wenn es darauf ankommt, sofort Massenfertigung.“

18:03 Uhr: Annegret Kramp-Karrenbauer, ehemals deutsche Verteidigungsministerin, sieht ein Miteinander aus ziviler Entwicklung und Militär ebenso als zentral an, um sowohl die Wirtschaft im Land zu stärken, als auch die Verteidigung. Heutzutage könnten die beiden Bereiche ohnehin nicht mehr voneinander getrennt werden. „Wenn heute Kriege geführt werden, finden diese auf allen Ebenen statt.“ Kramp-Karrenbauer fordert daher „vor allem gemeinsame Entscheidungen“. Innovation Hubs und Co. seien richtige Mittel, doch im Vordergrund müsse die Frage nach der gemeinsamen Bedrohung und der gemeinsamen Antwort darauf stehen.

Verteidigung und Wirtschaft. Wie geht das erfolgreich zusammen? Im Gespräch mit Peter Tauber, ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär, diskutieren dazu Andreas Henne, Kommandeur Heimatschutzdivision der Bundeswehr, Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesverteidigungsministerin a. D., Rafaela Kraus, Professorin für Unternehmensführung an der Universität der Bundeswehr München und Stefan Röbel, COO & Co-Founder ARX Robotics (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Verteidigung und Wirtschaft. Wie geht das erfolgreich zusammen? Im Gespräch mit Peter Tauber, ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär, diskutieren dazu Andreas Henne, Kommandeur Heimatschutzdivision der Bundeswehr, Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesverteidigungsministerin a. D., Rafaela Kraus, Professorin für Unternehmensführung an der Universität der Bundeswehr München und Stefan Röbel, COO & Co-Founder ARX Robotics (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

17:58 Uhr: Grundlage dafür: Es müssen auch genügend neue und innovative Unternehmen gegründet werden. Rafaela Kraus, Professorin für Unternehmensführung an der Universität der Bundeswehr in München, sieht hier vor allem in der Schnittstelle zwischen Unternehmen und Soldaten Handlungsbedarf. Im Defense-Bereich seien vor allem die Start-Ups erfolgreich, die in ihrem Management Offiziere hätten, oder sogar von Offizieren gegründet worden seien. Das betrifft beispielsweise ARX Robotics, aber auch Helsing oder Quantum Systems. Es gebe viele Wissenschaftler, die bei ihr nach Verbindungen zur Bundeswehr fragten, ein Innovationsnetzwerk sei extrem wichtig, so Kraus. „Das Potenzial ist irre.“

17:40 Uhr: Generalmajor Andreas Henne sieht das ähnlich. Es gehe darum ein Umfeld zu schaffen, das es kleinen Start-Ups ermöglicht ihre Produktion im Ernstfall sofort hochfahren zu können – auf mehrere hunderttausend Stück. „Wir brauchen, wenn es darauf ankommt, sofort Massenfertigung.“ Von der Politik müsse dies begleitet werden.

17:36 Uhr: Stefan Röbel sitzt mit auf dem Podium. Er ist COO und Co-Founder von ARX Robotics und damit einer derjenigen, auf den es ankommt, wenn es um moderne Aufrüstung geht. Das Rüstungs-Start-Up entwickelt autonome, unbemannte Bodensysteme für militärische Anwendungen. „In der Ukraine ist der Innovationszyklus bei Drohnen einer von Wochen, vielleicht Monaten“, erklärt der Unternehmer. „Wir müssen unser Beschaffungssystem dahingehend darauf einstellen, dass wir immer bereit sind.“ Es geht nicht ums Bauen, es gehe darum die kurzen Innovationszyklen in Beschaffungsprozesse zu überführen.

17:27 Uhr: Nach kurzer Pause geht es mit dem nächsten Panel weiter. Es geht um „Verteidigung als Wirtschaftsfaktor“.

Handel als Wohlstandsmaschine

16:36 Uhr: Das Panel „Handels- und Industriepolitik in neuen Zeiten“ läuft. Es diskutieren Hubertus Bardt, Geschäftsführer des Instituts der deutschen Wirtschaft, Yvonne Denz, President & CEO der Deutsch-Kanadischen Industrie- und Handelskammer, Greg Hands, ehemaliger britischer Handelsminister und Strategic Advisor der EP Group, Anna Sophie Herken, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, und ntv-Moderatorin Isabelle Körner. Die Faszination des Handels benennt Herken mit dem Thema Rohstoff und China. Für Denz liegt der Reiz darin, dass man gemeinsam stärker sei. „Handel ist die internationale Wohlstandsmaschine“, ergänzt Bardt. „Wir müssen daran arbeiten, das nicht zu verlieren.“ Und Greg Hands, der als Handelsminister unter fünf verschiedenen britischen Premierministern etliche Handelsabkommen miterlebt hat, nennt den Freihandel als Credo.

Wohin die Handels- und Industriepolitik treibt, besprechen (v.l.) Isabelle Körner, Hubertus Bardt, Yvonne Denz (live zugeschaltet), Anna Sophie Herken und Greg Hands (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Wohin die Handels- und Industriepolitik treibt, besprechen (v.l.) Isabelle Körner, Hubertus Bardt, Yvonne Denz (live zugeschaltet), Anna Sophie Herken und Greg Hands (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

IW-Chef Bardt formuliert fünf Regeln für staatliche Eingriffe

16:05 Uhr: Die vbw-Studie „Handels- und Industriepolitik in Zeiten politischer Intervention“ präsentiert Hubertus Bardt, Geschäftsführer des Instituts der deutschen Wirtschaft. Statt eines Fazits formuliert er fünf Regeln für staatliche Eingriffe. Erstens Verhältnismäßigkeit, Effektivität und Effizienz, zweitens Zielgenauigkeit und klar positives Kosten-Nutzen-Verhältnis, drittens Verhindern protektionistischen Missbrauchs, viertens möglichst weitgehender Erhalt der Regelbindung und fünftens zeitliche Begrenzung.

Hubertus Bardt vom Institut der deutschen Wirtschaft stellt auf dem Gipfel die vbw-Studie zu Handels- und Industriepolitik in Zeiten politischer Intervention vor (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Hubertus Bardt vom Institut der deutschen Wirtschaft stellt auf dem Gipfel die vbw-Studie zu Handels- und Industriepolitik in Zeiten politischer Intervention vor (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Aiwanger appelliert an Wirtschaft: „Werdet lauter!“

15:56 Uhr: Hubert Aiwanger, Stellvertretender Bayerischer Ministerpräsident und Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, möchte mit seiner Keynote aufrütteln. Wollen die Deutschen überhaupt wieder Weltspitze werden?, fragt er. „Mittlerweile müssen sich die Leistungsträger dafür rechtfertigen, Leistungen zu erbringen“, klagt Aiwanger. Hier müsse man das Ruder wieder herumreißen. „Wir werden Wohlstand nur durch Leistung erhalten.“ Heißt für ihn konkret: „Wir müssen die Schwachen stärken und nicht die Starken schwächen.“ Die Deutschen müssten aus der Negativspirale ausbrechen. Es brauche eine „Aktionseinheit“. Er appelliert „geradezu sehnsüchtig“ an die Wirtschaft gegenüber der Politik: „Bitte werdet lauter! Und lasst euch nicht so viel gefallen von uns!“ Sein Appell: „Wir müssen uns wieder zurückkämpfen in die Spitzengruppe oder wir werden den Wohlstand verlieren.“ Und dieses Zurückkämpfen sei nicht aussichtslos. Aiwanger fordert, dass die Deutschen aufhören sollen sich selbst zu bemitleiden und wieder anpacken.

Freiheitspreis der Medien für Theo Waigel – und bewegende Worte des Preisträgers

15:32 Uhr: Es gibt Standing Ovations, als Verlegerin Christiane Goetz-Weimer den Freiheitspreis an Theo Waigel überreicht. „In Freude und Demut nehme ich den Preis an, es ist mir eine große Ehre“, sagt dieser sichtlich gerührt. „Mit Sicherheit gehöre ich zu den wenigen hier im Saal, die Ludwig Erhard noch persönlich gekannt und mit ihm zu tun gehabt haben“, sagt Waigel. Auch den Schöpfer des Begriffs der Sozialen Marktwirtschaft Alfred Müller-Armack habe er noch selbst kennengelernt. In Deutschland habe man dem wirtschaftlichen Konzept der Sozialen Marktwirtschaft eine staatliche Qualität gegeben. Das ökonomische Modell bedarf allerdings das Primat der Führung durch den Staat. Dies sei damals gelungen. Unter all seinen Briefen sei ihm einer besonders wertvoll: der von Michail Gorbatschow. „Sein letzter Satz lautete: Lieber Theo, ich drücke Ihre Hand ganz fest“, berichtet Waigel. „Das sind Dinge, die bleiben.“ „Das war politische Führung.“ Ihm solle aber dennoch niemand mit der guten alten Zeit kommen. Diese waren nämlich nicht immer so rosig. Waigels Appell für die jetzige Zeit: „Wohlstand und Sicherheit gedeihen dort am besten, wo die Demokratie gedeiht.“

Feierstunde auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel: die Verleihung des Freiheitspreises der Medien mit (v.l.) Wolfram Hatz, Christiane Goetz-Weimer, Preisträger Theo Waigel und Laudator Wolfgang Schüssel (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Feierstunde auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel: die Verleihung des Freiheitspreises der Medien mit (v.l.) Wolfram Hatz, Christiane Goetz-Weimer, Preisträger Theo Waigel und Laudator Wolfgang Schüssel (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

15:18 Uhr: Der ehemalige österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel berichtet in seiner Laudatio über Begegnungen mit Waigel und beleuchtet dabei auch den Freiheitsbegriff. „Demokraten können genauso schnell arbeiten wie Autokraten“, sagt Schüssel. Dies sei Waigel damals sehr gut gelungen. Ein weiterer Faktor für Erfolg: „Du musst die besten Köpfe um dich scharen“, ergänzt er. Es gehe darüber hinaus in der Politik immer um Grundsätze und Werte. Die Freiheitsidee müsse heute entstaubt und neu gewonnen werden, so Schüssel. In diesem Sinne: „Theo gratias, du verdienst ihn wirklich“, adelt Schüssel Waigel und nimmt dabei Bezug auf Franz Josef Strauß, der Waigel oft mit Theodor ansprach, was übersetzt so viel heißt wie „Geschenk Gottes“.

15:12 Uhr: Den „Höhepunkt des heutigen Tages“ kündigt Verlegerin Christiane Goetz-Weimer an: die Verleihung des Freiheitspreises der Medien 2026 an Theo Waigel, Bundesfinanzminister a. D. und CSU-Ehrenvorsitzender. In der Jurybegründung, die Goetz-Weimer verliest, heißt es: „Theo Waigel, Bundesfinanzminister von 1989 bis 1998, hat wie kaum ein anderer deutscher Politiker die wirtschaftliche und politische Integration Europas geprägt.“ Als einer der Architekten der Wirtschafts- und Währungsunion habe er die Grundlagen für den Euro geschaffen – „nicht als rein ökonomisches Projekt, sondern als historische Entscheidung für ein geeintes und friedliches Europa“. Und weiter: „Untrennbar mit seinem Namen verbunden ist die Einführung des Euro, für die er sich auch gegen erhebliche Widerstände – nicht zuletzt im eigenen politischen Umfeld – einsetzte und die ihm den Beinamen ,Mister Euro‘ einbrachte“, sagt Goetz-Weimer. Auch über seine Amtszeit hinaus sei Waigel eine prägende Stimme in der Europäischen Union geblieben.

Aiwanger: „Können vor lauter Nanny-Staat nicht mehr atmen“

14:52 Uhr: Der Politik fällt es derweil schwer, den Menschen im Land ein Sparprogramm aufzutischen. Warum Berlin so zögerlich agierte, fragt Moderator Giersch. „Weil man dann Wähler verliert“, antwortet Aiwanger ehrlich. „Das hält uns Politiker manchmal davon ab, das zu tun, was nötig wäre.“ Es reiche inzwischen ein roter Lippenstift und ein billiges Tattoo am Unterarm und ein Angebot a la ‚Willst du eine billige Wohnung, dann wähl mich‘, für neue Wählerstimmen, schießt Aiwanger in Richtung der Linken-Vorsitzenden Heidi Reichinnek.

Über Ordnung statt Überregulierung diskutieren auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel (v.l.): Thorsten Giersch, Clemens Fuest, Annegret Kramp-Karrenbauer, Hubert Aiwanger und Frank Walthes (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Über Ordnung statt Überregulierung diskutieren auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel (v.l.): Thorsten Giersch, Clemens Fuest, Annegret Kramp-Karrenbauer, Hubert Aiwanger und Frank Walthes (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

14:47 Uhr: Ob Deutschland überhaupt genügend Geld habe für einen neuen Erhard-Moment, will Moderator Giersch wissen. „Geld wird gelegentlich überschätzt“, meint Fuest. Es gehe auch darum, welche Menschen wir in diesem Land hätten, wer Unternehmen aufbauen könne. Natürlich helfe, dass Deutschland nach wie vor kreditwürdig sei. Zentral sei Fuest nach aber die Frage, wie realwirtschaftlich mit dem Geld umgegangen werde. Mit Blick auf die steigende Schuldenlast im Land warnt er vor Laissez-faire. „Wir werden in den nächsten Jahren erleben, wir die Zinsquote im Bundeshaushalt dramatisch ansteigt“, prognostiziert Fuest. Der Bonitätsvorteil Deutschlands innerhalb Europas unterliege bereits einer Erosion. „Wir müssen aufpassen“, warnt Fuest.

14:36 Uhr: Ifo-Chef Fuest weist darauf hin, dass zum Teil auch aus der Wirtschaft eine hohe Nachfrage nach Bürokratisierung komme. „Viele Unternehmen machen Lobbyismus für Regulierung“, mahnt der Top-Ökonom. Als Beispiel nennt Fuest die Zertifizierungsindustrie, deren Geschäftsmodell Regulierung sei. Diese beschäftige sich „komplett mit überflüssigen Dingen“. Es arbeiteten dort kluge Leute, die ihre Zeit dort verschwendeten, anstatt etwas Sinnvolles zu machen. Fuest bezieht sich dabei auch auf seine Professoren-Tätigkeiten an der Universität. Es lasse sich heute kein Master-Studiengang mehr einführen, ohne dass dieser im Vorfeld zertifiziert worden sei. Aiwanger pflichtet Fuest bei: Auch im Bau gebe es eine aktive Zertifizierungsindustrie, die neue Dämmvorschriften erfinde, weil sie damit Geld verdiene. Der Staat sei also nicht immer der böse, jedoch müsse dieser eingreifen und diese Leute einbremsen.

14:32 Uhr: Dass es einen Aufbruch braucht, da sind sich die Panel-Teilnehmer einig. Aiwanger sieht Wirtschaft und Gesellschaft gar „in der Zwangsjacke“. Der Staat meine es gut, mache es aber nicht gut. Er fühle sich einmal mehr in seiner Annahme bestätigt, dass es sinnvoll wäre, Politiker hätten zunächst in der Realwirtschaft gearbeitet, bevor sie Gesetze machten. „Wir können vor lauter Nanny-Staat nicht mehr atmen“, beschwert sich Bayerns stellvertretender Ministerpräsident.

14:25 Uhr: Fuest sitzt auch mit auf dem anschließenden und ersten Panel des diesjährigen Ludwig-Erhard-Gipfels. Überschrieben ist es mit der Frage: „Braucht Deutschland einen neuen Erhard-Moment?“ Nach Antworten suchen neben Fuest die Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung Annegret Kramp-Karrenbauer, der Vorstandschef der Versicherungskammer Bayern, Frank Walthes, und Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Es moderiert Thorsen Giersch, Chefredakteur „Markt und Mittelstand“.

Zukunftsfähigkeit der Sozialen Marktwirtschaft: Präsident des ifo-Instituts Fuest schlägt Alarm

14:21 Uhr: Fuest schlägt eine Reform-Agenda in zehn Punkten vor – unter anderem mit einer Stärkung des Arbeitsangebots, einem Bürokratie-Abbau und einer Investitionsagenda.

14:19 Uhr: Bezüglich der Zukunftsfähigkeit der Volkswirtschaft schlägt Fuest Alarm. Ein dramatischer Indikator seien hier beispielsweise die Investitionen.

14:16 Uhr: Zum Thema Freiheit und Eigenverantwortung erklärt Fuest, dass seit der Corona-Krise die Staatsquote sehr hoch und nicht wieder zurückgegangen sei. „Wir haben hier ein strukturelles Problem.“ Eine hohe Staatsquote bedeute auch hohe Steuern und Abgaben. Bürokratie gehöre zu einem modernen Staatswesen, die Quote sei aber zu hoch für wirtschaftlichen Fortschritt.

14:12 Uhr: Wie steht es um den Wohlstand als übergeordnetes Ziel? Das Problem sei laut Fuest die Entwicklung seit 2019/2020. Die Stagnation sei so groß wie noch nie. Indikatoren dafür sind unter anderem das reale BIP-Wachstum, aber auch die Lebenszufriedenheit und die Lebenserwartung. „Diese Stagnation findet in anderen G7-Staaten nicht statt“. Es sei also kein internationales Problem.

14:06 Uhr: Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, stellt die Ergebnisse der vbw-Studie „Wohlstand für alle: Wie Deutschland die Ziele der Sozialen Marktwirtschaft künftig erreichen kann“ vor. „Die Zukunftsfähigkeit der Sozialen Marktwirtschaft erfüllt mit Sorge.“ Zur Bedeutung der Sozialen Marktwirtschaft heute sagt er: „Wir erleben eine wirtschaftspolitische Diskussion, die sich sehr im Kleinklein verliert.“ Und weiter: „Die Soziale Marktwirtschaft ist kein starres Konzept“, sondern vielmehr offen für Anpassungen. Das übergeordnete Ziel der Sozialen Marktwirtschaft sei der Wohlstand.

Clemens Fuest, Präsident des ifo-Instituts, stellt auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel die Ergebnisse der neuen Studie zur Sozialen Marktwirtschaft vor (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Clemens Fuest, Präsident des ifo-Instituts, stellt auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel die Ergebnisse der neuen Studie zur Sozialen Marktwirtschaft vor (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Laschet bezeichnet Iran-Krieg als „Flop“

14:01 Uhr: Von der EU fordert Laschet mit Blick auf den Konflikt „mehr Dynamik in der Außenpolitik“. Es fehlten aktuell die Personen, die das stark verkörpern könnten. Dies sei möglicherweise auch dem Umstand geschuldet, dass die ehemalige estnische Premierministerin Kaja Kallas als EU-Außenbeauftrage mehr an Russlands Krieg in der Ukraine interessierte sei als am Nahen Osten.

Armin Laschet, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages und Ministerpräsident a.D., erwartet von der EU mehr Dynamik in der Außenpolitik (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Armin Laschet, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages und Ministerpräsident a.D., erwartet von der EU mehr Dynamik in der Außenpolitik (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

13:54 Uhr: Was mit Blick auf die gegenwärtige Situation der Krieg dann überhaupt bewirkt habe, will Moderator Graw wissen. Wenig bis nichts, wenn es nach Laschet geht. Er habe das simple Trump-Bashing anfänglich immer für falsch gehalten, erklärt der CDU-Politiker und einstige Kanzlerkandidat der Union. „Aber das Verhalten der letzten Monate ist wirklich verheerend.“ Im Moment bestimmten die Iraner, ob weiter verhandelt werde, nicht die Amerikaner. Nun sei es das Ziel die Straße von Hormus wieder frei zu bekommen, vielleicht werde am Ende wieder über das Atomprogramm verhandelt. „Wenn das der Erfolg sein soll, dass ist das alles ein Flop gewesen“

13:50 Uhr: Es geht um den Krieg im Iran. Laschet sorgt sich, dass bei allen Verhandlungen um die Straße von Hormus, das Atomprogramm und ballistische Raketen, die Menschen in Iran auf der Strecke bleiben. Es dürfe nicht vergessen werden, dass noch vor kurzem bei Demonstrationen 30.000 Menschen, die gegen das Regime demonstriert hätten, umgebracht worden seien. „Bei allem Business muss man daran denken und weiter daran arbeiten, dass irgendwann das Regime verschwindet.“

13:46 Uhr: Nach den Reden zur Eröffnung spricht Ansgar Graw, Herausgeber des Debattenportals „The European“, mit dem ehemaligen nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten und heute Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Armin Laschet „Klartext“. Über das bewährte Format stehen Spitzenpolitiker und Unternehmer auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel im Kurz-Interview Rede und Antwort.

vbw-Präsident Hatz fordert eine eine wehrhafte Marktwirtschaft

13:36 Uhr: Das übergeordnete Motto des ersten Gipfeltages lautet daher: „Zukunft aus eigener Stärke“. „Wir müssen unsere Wirtschaftspolitik an die neuen rauen Zeiten anpassen“, fordert Hatz. Denn die Zeiten werden sich nicht an die deutsche Wirtschaftspolitik anpassen. Mit anderen Worten: Die Soziale Marktwirtschaft müsse auch eine wehrhafte Marktwirtschaft sein. Neben den internationalen Problemen gebe es laut Hatz aber auch hausgemachte Probleme. Die neue vbw-Studie mit dem ifo-Institut zeige eindeutig, „dass wir das Soziale überdehnen und den Markt zur Fußnote degradieren“. Laut Studie müsse man sich auf die Grundprinzipien der Sozialen Marktwirtschaft zurückbesinnen. Hatz forderte Strukturreformen statt kurzfristiger Maßnahmen, zum Beispiel bei Kranken- und Rentenversicherung. „Zurück an die Weltspitze“: Das soll gemäß Hatz nicht nur das Motto des Gipfels sein, sondern auch der wirtschaftliche Anspruch.

vbw-Präsident Wolfram Hatz fordert eine neue Wirtschaftspolitik (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

vbw-Präsident Wolfram Hatz fordert eine neue Wirtschaftspolitik (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

13:30 Uhr: Wolfram Hatz, Präsident der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, begrüßt die Gipfel-Teilnehmer. „Lange Zeit lief das deutsche Geschäftsmodell wie am Schnürchen“, sagt Hatz. „Uns kam zugute, dass die Weltwirtschaft funktioniert hat wie ein großer freundlicher Wochenmarkt.“ Wachstum und Wohlstand waren das Ergebnis. „Aber diese Zeiten sind vorüber.“ Die Welt sei kein Wochenmarkt mehr, „sondern ein internationaler Boxring“. Zölle und Subventionen seien gezielte Leberhaken, es gelte immer mehr das Recht des Stärkeren. „Aber wir in Deutschland sind in den vergangenen Jahren leider schwächer geworden.“ Es gebe sechs Jahre ohne Wachstum, und damit die längste Stagnationsphase in der deutschen Geschichte.

Goetz-Weimer: Unternehmer im Land wieder als Rückgrat von Wirtschaftskraft und Prosperität wahrnehmen

13:20 Uhr: An Mut zum unternehmerischen Risiko mangelt es dennoch nicht. „Im vergangenen Jahr wurde in Deutschland mit 3.568 neuen Start-ups ein Rekordwert erreicht“, lenkt Goetz-Weimer den Blick nun auf die positiven Nachrichten im Land. Auch die Zahl neuer Patente sei eine, die zuversichtlich stimme. Deutschland sei Europameister im Erfinden. „Wir liegen weltweit auf Platz zwei hinten den USA mit 47.008 Patentanmeldungen.“ Das sei doppelt so stark wir China. Mut mache zudem der Blick auf Deutschland Leitindex an der Börse. Der Dax sei zwischen dem letzten und dem diesjährigen Ludwig-Erhard-Gipfel um 13 Prozent gestiegen. Trotz der großen Herausforderungen, die das Land zu bewältigen hat, entscheidet also immer auch der Blickwinkel ob lähmender Frust dominiert oder sich belebende Zuversicht durchsetzt.

13:15 Uhr: Die deutsche Wirtschaft im Fokus, lobt Goetz-Weimer Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, die „zurecht Alarm“ schlage. Reiche spreche viele unangenehme Wahrheiten über den Zustand unserer Wirtschaft aus und fordere zurecht grundlegende Reformen, um Deutschland nicht in die De-Industrialisierung absinken zu lassen, so die Verlegerin. Reiche und Ludwig-Erhard, Namensgeber des Gipfels am Tegernsee, hätten ein gemeinsames Leitmotiv: „Economy first“. Ohne wirtschaftliche Stärke lasse sich weder Verteidigung noch sozialer Zusammenhalt finanzieren, so Goetz-Weimer. Dabei gelte es vor allem wieder die Unternehmer im Land als Rückgrat von Wirtschaftskraft und Prosperität wahrzunehmen. „Doch in der öffentlichen Debatte gilt er in seiner Existenz als moralisch verdächtig.“ Wer heute noch Unternehmer werde, „der muss Masochist sein“.

13:09 Uhr: Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine und im Iran und einer sinkenden Zahl an Demokratien bei einem gleichzeitigen Erstarken der Despoten, hadert Goetz-Weimer mit besonders mit Donald Trumps Anti-Nato-Rhetorik. Es sei eine klare Verschiebung globaler Macht weg vom Westen hin zu einer multipolaren Weltordnung zu konstatieren. „Wenn unter diesen Umständen auch unser wichtigstes Bollwerk der Sicherheit infrage gestellt wird, dann erleben wir keine Zeitenwende mehr, sondern einen Epochenbruch.“ Goetz-Weimer ist überzeugt: „Wir werden unser Haus der Sicherheit neu bauen müssen.“ Dabei sei auch die Frage zu stellen, „ob wir uns mit unseren europäischen Freunden atomar bewaffnen“.

13:04 Uhr: Christiane Goetz-Weimer, Verlegerin der WEIMER MEDIA GROUP, eröffnet den zwölften Ludwig-Erhard-Gipfel. Trotz der „brisanten Lage“, in der sich Deutschland und die Welt befinden, blickt Goetz-Weimer optimistisch nach vorn. „Wir sollten uns auf das besinnen, was wir in Deutschland seit 1200 Jahren erstaunlich gut können: Resilienz!“ Den diesjährigen Gipfel lobt sie zum Kongress gewordenen Weckruf für den Sonnenaufgang aus. Schon seit jeher wohnt dem Kongress am Tegernsee Aufbruchstimmung bei. Der Blick am Tegernsee ist einer nach vorn.

Christiane Goetz-Weimer, Verlegerin der WEIMER MEDIA GROUP, blickt trotz der brisanten Lage auch auf Punkte, die zuversichtlich stimmen (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Christiane Goetz-Weimer, Verlegerin der WEIMER MEDIA GROUP, blickt trotz der brisanten Lage auch auf Punkte, die zuversichtlich stimmen (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Der Gipfel ist eröffnet

13:00 Uhr: Die Konferenz beginnt mit einem Film zum Ludwig-Erhard-Gipfel.

11:27 Uhr: Die ersten Teilnehmer treffen auf Gut Kaltenbrunn am Tegernsee ein. In Kürze beginnt hier der Ludwig-Erhard-Gipfel 2026. Der erste Tag mit dem Co-Veranstalter vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft hat das Motto „Zukunft aus eigener Stärke: Soziale Marktwirtschaft für neue Zeiten“. Neben den hochrangigen Gesprächen auf der Bühne dürfen sich die Gäste heute auf erstklassiges Tegernsee-Panorama und warmes Frühlingswetter bei bis zu 19 Grad freuen.

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