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Maschinenbau: Konjunktur kühlt ab

In China läuft das Wirtschaftswachstum weniger schnell, die Ölförderländer stehen vor großen Problemen und in Großbritannien drohen Nachteile bereits durch den angekündigten Austritt aus der EU: Betrachtet man die Größe der Unsicherheitsfaktoren, halten sich die Maschinenbauer wacker. Dennoch sinken – fast ist es eine Zwangsläufigkeit – die weltweiten Exporte. Und es gibt einen Stabilitätsfaktor.

BÖRSE am Sonntag

In China läuft das Wirtschaftswachstum weniger schnell, die Ölförderländer stehen vor großen Problemen und in Großbritannien drohen Nachteile bereits durch den angekündigten Austritt aus der EU: Betrachtet man die Größe der Unsicherheitsfaktoren, halten sich die Maschinenbauer wacker. Dennoch sinken – fast ist es eine Zwangsläufigkeit die Exporte.

Der Maschinenbau ist eine der Schlüsselindustrien in Deutschland. Daher ist die Konjunkturabkühlung in China von größter Bedeutung, denn China ist vor allem auch ein Importeur von Hightech-Produkten, die von deutschen ingenieuren entwickelt und erprobt wurden. Auch die erkennbaren Probleme der Ölförderländer bremsen Deutschlands Maschinenbauer. Die Exporte in diesem marktsegment sanken im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nominal um 1,1 Prozent auf 76,7 Milliarden Euro, wie der Branchenverband VDMA am Montag in Frankfurt berichtete. „Damit können wir angesichts der schwierigen Umstände in vielen Regionen der Welt durchaus zufrieden sein“, sagte Konjunkturexperte Olaf Wortmann.

Die glimpfliche Entwicklung insgesamt könnte, global betrachtet, ein Einzelergebnis in der Hintergrund drücken: Die Exporte nach China sanken im selben Zeitraum um 11,5 Prozent. Und das ist ein riesiger Schritt zurück. Es passt aber zu den Erwartungen des Internationalen Währungsfonds (IWF): dieser erwartet, dass sich das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, die derzeit in einem Umbauprozess steckt, in den nächsten Jahren fühlbar abschwächen wird. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Vereinigten Staaten China als wichtigsten Einzelmarkt für Maschinen „Made in Germany“ vom ersten Platz verdrängt. Die Ausfuhren in die USA verringerten sich im ersten Halbjahr leicht; lediglich 0,9 Prozent betrug das Minus.

Viele Krisenländer und ein Stabilitätsanker

Deutlich zu spüren bekam die mittelständisch geprägte Branche die Probleme der Ölförderländer wegen des Ölpreisverfalls. Die Ausfuhren in die Mitgliedstaaten der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) schrumpften im Durchschnitt um 16,3 Prozent. In einigen Märkten wie Saudi-Arabien und Brasilien war der Rückgang den Angaben zufolge sogar doppelt so hoch.

Als Stabilitätsanker erwies sich aus Sicht der Branche die EU, in die fast die Hälfte, genauer 47,3 Prozent, der exportierten Maschinen gingen. Die Ausfuhren in die EU stiegen um 1,7 Prozent, in der Euro-Zone gab es ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Europa erweist sich damit als der Stabilitätsanker für den deutschen Maschinenbau und als ein Glück für den hiesigen Arbeitsmarkt, dem ein Anstrum von hunderttausenden arbeiswilligen, aber kaum ausgebideten Migranten bevorsteht, die als wirkliche oder angebliche Flüchtlinge aufgenommen wurden.