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Adobe Systems

Kursfeuerwerk bei der Aktie des US-Softwarespezialisten (WKN: 871981). Nach Vorlage der Bilanz für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2012/13 (bis Ende November) griffen Anleger beherzt bei Adobe Systems zu. Sie katapultierten die Aktie in noch nie da gewesene Höhen, obwohl Umsatz und Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken waren.

BÖRSE am Sonntag

Auf Wolke sieben

Kursfeuerwerk bei der Aktie des US-Softwarespezialisten (WKN: 871981). Nach Vorlage der Bilanz für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2012/13 (bis Ende November) griffen Anleger beherzt bei Adobe Systems zu. Sie katapultierten das Papier in noch nie da gewesene Höhen, obwohl Umsatz und Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken waren. Die Einnahmen hatten sich um 7,9 Prozent auf 995,1 Mio. US-Dollar verringert. Der Nachsteuerprofit brach sogar um 58,8 Prozent auf 83 Mio. US-Dollar ein. Alles nicht so schlimm. Die Rückgänge beruhen auf der Umstellung des Geschäftsmodells, mit dem der Konzern sehr gut voran kommt. Bislang verkaufte er seine Softwareprodukte in erster Linie über Lizenzen. Künftig sollen die Einnahmen vor allem via Abo erfolgen, in dem Software und Services in der Datenwolke, der Cloud, vermietet werden. Die dazu von Adobe angebotene Creative Cloud erfreut sich einer regen Nachfrage. Im dritten Quartal stiegen die Cloud-Umsätze binnen Jahresfrist um 28 Prozent. Weitere 331.000 neue Nutzer entschieden sich für das Abo-Modell. Dies waren 47 Prozent mehr als im Vorquartal. Mit mehr als eine Million Abonnenten erreichte das Unternehmen damit einen neuen Meilenstein. Firmenchef Shantanu Narayen war sichtlich zufrieden und sprach von schneller als erwarteten Fortschritten bei der Umstellung des Geschäftsmodells.

Adidas: Kurzfristige Warnung, mittelfristiger Optimismus

Europas größtem Sportartikelhersteller Adidas bläst ein immer schärferer Wind ins Gesicht. Vertriebsprobleme in Russland, eine weitere Abwertung ausländischer Währungen und die anhaltende Schwäche auf dem Golfmarkt zwingen den Konzern erneut zur Senkung seiner Jahresziele. Erst Anfang August hatte die weltweite Nummer zwei der Branche nach dem US-Konzern Nike seine Umsatzprognose nach unten revidiert. Die Adidas-Aktie geriet nachbörslich unter Druck und verlor über vier Prozent. 2013 werde der währungsbereinigte Umsatz nun vermutlich nur im niedrigen einstelligen Bereich zulegen, teilte Adidas am Donnerstagabend mit. Zuvor hatte der Konzern ein Plus von bis zu rund fünf Prozent für möglich gehalten. Auch bei seinen Erwartungen an den Gewinn muss Adidas Abstriche machen. Dieser soll nun im Gesamtjahr 820 bis 850 Millionen Euro betragen statt den zuvor erwarteten 890 bis 920 Millionen Euro. Dies wäre immer noch ein Rekordergebnis. Spürbar werden all die Auswirkungen vor allem im dritten Quartal, über das der Konzern am 7. November berichtet. Zum Jahresende hin soll es dann wieder aufwärts gehen, nicht zuletzt weil da die ersten Produkte für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien auf den Markt kommen. Vorstandschef Herbert Hainer ist zudem zuversichtlich, dass der Konzern seine mittelfristigen Ziele erreicht und den Umsatz von zuletzt knapp 15 Milliarden Euro bis zum Jahr 2015 auf 17 Milliarden Euro steigert. Handelsblatt / rtr / dpa

RWE: Dividende dividiert

Massive Einschnitte, die beim Versorger RWE offensichtlich geplant sind, sollen mit Stellenabbau und einer Halbierung der Dividende einhergehen. Das hat bei den kommunalen Eigentümern und der Gewerkschaft Verdi für Unruhe gesorgt. „Eine Nullrunde werden wir nicht mitmachen“, sagte ein Verdi-Sprecher. „Wir sehen keine Chance, die neue Deckungslücke zu schließen“, ergänzte der Kämmerer der Stadt Mülheim/Ruhr, Uwe Bonan. RWE müsse schnellstens wieder für höhere Dividenden sorgen. Der Aktienkurs gab bis zum Mittag um rund vier Prozent nach.RWE hatte am Vorabend angekündigt, die Dividende für 2013 auf einen Euro zu halbieren und zugleich angekündigt, die künftige Ausschüttung an die Aktionäre sinke von 50 bis 60 Prozent des nachhaltigen Nettoergebnisses auf 40 bis 50 Prozent. Nach Medienberichten, die RWE bislang nicht kommentieren wollte, soll außerdem der Rotstift in der Kraftwerkssparte angesetzt werden. 3000 Stellen sollen dort wegfallen. Bei RWE läuft bereits ein Sparprogramm, das die Zahl der Mitarbeiter um 10.500 senken soll. Außerdem wird nach ebenfalls unbestätigten Berichten über eine Nullrunde für die Beschäftigten gesprochen. „Das ist ja wohl Wunschdenken der Arbeitgeberseite“, sagte der Verdi-Sprecher. „Wir reden über einen Konzern mit rund 2,4 Milliarden Euro Nettoergebnis.“ Für den langfristig und sozialverträglich angelegten Personalabbau zeichne sich allerdings bei den Gesprächen eine Lösung ab. Handelsblatt / dpa

Vodafone: In Deutschland verkabelt

Der Weg für die vollständige Übernahme von Kabel Deutschland ist frei: Die EU-Kommission hat nach einer Kartellprüfung den knapp elf Milliarden Euro schweren Kauf des Kabel-Marktführers durch Vodafone genehmigt. Die Freigabe erfolge ohne Auflagen, teilte die Kommission am Freitag mit. Das Fusionsvorhaben werfe keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken auf. Das grüne Licht aus Brüssel ist der letzte Baustein bei der Übernahme von Kabel Deutschland durch die Briten. Der Deal ist damit besiegelt. Zuvor hatte Vodafone mit seinem Kaufangebot bereits mehr als drei Viertel der Kabel-Aktionäre auf seine Seite gezogen – am Ende wurde es noch eng, da Hedgefonds auf ein höheres Angebot spekuliert und Aktien der Münchner Firma gekauft hatten. Vodafone hatte 84,50 Euro je Aktie in bar geboten. Dazu kommt eine Dividende von 2,50 Euro, die Kabel Deutschland schon in Aussicht gestellt, aber noch nicht ausgezahlt hat. Insgesamt sind das 7,7 Milliarden Euro. Darüber hinaus muss Vodafone drei Milliarden Euro Schulden von Kabel Deutschland schlucken. Kabel Deutschland soll nach der Übernahme in der deutschen Tochter von Vodafone aufgehen, die vor 13 Jahren aus der Mobilfunksparte von Mannesmann (D2) entstanden war. „So schaffen wir eine am Markt einzigartige Angebotspalette und liefern Kunden über alle Kanäle komfortablen Zugang zur digitalen Welt“, sagte Vodafone-Deutschland-Chef Jens Schulte-Bockum. Damit erwächst der Deutschen Telekom ein starker Konkurrent, der künftig Mobilfunk, superschnelle Internet-Verbindungen per Kabel und Telefon-Angebote aus einer Hand anbieten kann. Der mit 8,5 Millionen Kabel-Haushalten größte Netzbetreiber Deutschlands bietet deutlich höhere Verbindungsgeschwindigkeiten als die Telekom. Handelsblatt / dpa

WELLS FARGO: Trouble im Wilden Westen

Die größte US-Hypothekenbank, Wells Fargo, streicht weitere 1.800 Arbeitsplätze. Diese kämen zu dem in diesem Quartal ohnehin angekündigten Abbau von 3.000 Jobs hinzu, sagte ein Sprecher des Instituts der Nachrichtenagentur Bloomberg. Das Geldhaus ist in diesem Jahr auf einen straffen Sparkurs geschwenkt. Ihm macht zu schaffen, dass wegen steigender Hypothekenzinsen immer weniger Kunden ihre laufenden Immobilienkredite neu finanzierten. Wells Fargo hatte 2008 in der Finanzkrise den Rivalen Wachovia übernommen und war damit zum größten Kreditgeber für Wohnimmobilien in den USA aufgestiegen. Über das Institut läuft landesweit mehr als jeder fünfte Immobilien-Kredit. Zudem verfügt es über das größte Filialnetz des Landes - noch vor Branchenprimus JP Morgan. Die genaue Zahl der Mitarbeiter im Hypotheken-Geschäft weist die Bank nicht aus, aber allein im Bereich für Verbraucherkredite befassen sich 11.000 Beschäftigte mit Hypotheken-Darlehen. Noch Anfang des Jahres hatte Wells Fargo - dank des von historisch niedrigen Zinsen angetriebenen Hypothekengeschäfts - den höchsten Quartalsgewinn in der mehr als 150 Jahre alten Firmengeschichte erwirtschaftet. Doch schon seit einiger Zeit rechnet das Geldhaus aus San Francisco damit, dass die inzwischen steigenden Hypothekenzinsen der Sparte zusetzen werden. Zwar erholt sich der lange kriselnde Häusermarkt in den USA. Aber der Refinanzierungsboom, an dem die Banken zuletzt kräftig verdient hatten, flaut ab. Wells Fargo wird in diesem Quartal wohl 30 Prozent weniger Immobilien-Darlehen ausgeben. Die Summe wird wahrscheinlich von 112 Milliarden Dollar im zweiten Quartal auf etwa 80 Milliarden fallen. Handelsblatt / rtr