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Reiche will Westenergie "zum Amazon für Stadtwerke" machen

Die versierte Fachfrau führt Eons größte Tochter Westenergie. (Foto: Westenergie)



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Katherina Reiche führt die größte Tochtergesellschaft des neuen Eon-Konzerns. Der Schwerpunkt des Geschäfts soll auf den kommunalen Partnerschaften und Beteiligungen an Stadtwerken liegen. Einmal mehr ist Reiches Geschick als organisationsstarke Mittlerin der Interessen gefragt.
 
"Wir wollen ein Amazon für Stadtwerke und Kommunen sein", sagte die Vorstandschefin Katherina Reiche auf der Pressekonferenz zur Gründung der Westenergie AG. Ziel sei ein „One-Stop-Shop" für Fragen der Energie und Digitalisierung. Der Schwerpunkt des Geschäfts soll auf den kommunalen Partnerschaften und Beteiligungen an Stadtwerken liegen, so Reiche am Dienstag vor den unter Corona-Auflagen zugelassenen Pressevertretern in Essen. 
 
„Innerhalb des Eon-Konzerns sind wir die Größten“, erläuterte die Spitzenmanagerin, die für 9.800 Mitarbeiter verantwortlich ist – und damit für jeden siebten Eon-Mitarbeiter. Hervorgegangen aus dem Netzbereich der ehemaligen innogy SE betreibt Westenergie mit 180.000 km Strom-, 24.000 km Gas-, 5.000 km Wasser- und 10.000 km Breitbandnetzen die Lebensadern im Westen Deutschlands. Damit versorgt das Unternehmen mehr als 7,5 Millionen Menschen.
 
„Das Kerngebiet von Westenergie mit seinen 13 Regionalzentren reicht von Osnabrück im Norden bis Trier im Süden und von Wesel im Westen bis Arnsberg im Osten“, so die versierte Fachfrau, die eine ebenso wichtige wie schwierige Aufgabe übernommen hat. Denn Westenergie bündelt alle regionalen Aktivitäten von Eon nach der Übernahme von Innogy im Westen Deutschlands, also in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Für Reiche ist die neue Führungsposition eine weitere berufliche Herausforderung auf ihrem beeindruckenden Karriereweg.  Erst kürzlich hat der neu gegründete Nationale Wasserstoffrat Reiche zur Vorsitzenden gewählt. Reiche wird damit zur Schlüsselfigur in der strategischen Zukunftsenergie. Neun Milliarden Euro stellt die Bundesregierung zur Förderung der neuen Technologie zur Verfügung - plus zwei Milliarden für den Aufbau von Partnerschaften mit potentiell H2-exportierenden Ländern. „Für mich ist das Thema Wasserstoff mehr als nur ein Hype“, kommentierte die gebürtige Brandenburgerin ihre Rolle im Wasserstoffrat. Reiche wurde von der Bundesregierung schon in der Kohlekommission an entscheidender Stelle als Brückenbauerin eingesetzt. Sie gilt über die Parteigrenzen hinweg als organisationsstarke Mittlerin der Interessen. 
 
Laut Finanzvorstand Achim Schröder, der einen „signifikanten Anteil“ am bereinigten operativen Ergebnis (EBIT) der Eon bestätigt, erwartet die Westenergie mittelfristig eine Ergebnissteigerung. Exakte Zahlen wollte Schröder nicht nennen. Das Wachstumspotential sei auch von den Beteiligungen abhängig. Diese wolle das Unternehmen im kommenden Jahr ausbauen. Derzeit hat die Westenergie mehr als 130 Beteiligungen an Stadtwerken und Netzgesellschaften sowie mehr als 1.500 kommunale Partnerschaften. Beim Umsatz erwartet das Unternehmen jährlich rund 7 Milliarden Euro, für Investitionen sind mindestens 740 Millionen Euro vorgesehen. Zusammen mit Reiche und Schröder bilden Harald Heß (Technik) sowie Oliver Henrichs (Personal) das Vorstandsteam. Aufsichtsratsvorsitzender ist Bernd Böddeling.

FS

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30.09.2020 | 09:04

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