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Tops und Flops der Woche u. a. mit AMD, Befesa und Knorr-Bremse

KW 27



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In puncto Performance zeigen die Erzrivalen Intel und AMD seit einiger Zeit deutliche Unterschiede. Jüngst hatte abermals der kleinere der beiden Chiphersteller die Nase vorn. Neue Kursrekorde gab es beim Industrierecycler Befesa. Deutlich unter Druck standen in der vergangenen Woche dagegen die Papiere von Knorr-Bremse. Lesen Sie hier, welche Aktien sonst noch größere Ausschläge zeigten.

+++ Tops +++

AMD: Erzrivale Intel schwächelt erneut

Die Aktie des US-Chipherstellers (WKN: 863186) hatte in der vergangenen Woche ihre Aufwärtsbewegung fortgesetzt, die sich seit dem Korrekturtief im Mai dieses Jahres gebildet hat. Advanced Micro Devices (AMD) hatte sich in einer Unternehmensnachricht darüber gefreut, dass die eigenen Produkte in Sachen Performance weiterhin eine glänzende Figur machen und ihre Stärken in der Praxis unter Beweis stellen. In der jüngst anlässlich der abgehaltenen Supercomputerkonferenz ISC veröffentlichten Rangliste enthielten die Hälfte der 58 Neueinsteiger einen EPYC-Prozessor von AMD. An der Börse dürfte jüngst aber vor allem die Nachricht auf offene Ohren gestoßen sein, dass der Erzrivale Intel (WKN: 855681) eine weitere Verzögerung bei der Einführung neuer Produkte einräumen musste. Der Server-Prozessor „Sapphire Rapids“ soll nun erst im ersten Quartal 2022 auf den Markt kommen. Eigentlich war der Start noch für dieses Jahr geplant.

Befesa: Potenzieller MDAX-Kandidat mit neuen Rekorden

Die Befesa-Aktie (WKN: A2H5Z1) gehörte in der vergangenen Woche zu den größten Gewinnern innerhalb der DAX-Index-Familie. Zudem erreichte der Kurs neue Rekorde, nachdem er die Konsolidierung seit April trendkonform auf der Oberseite aufgelöst hatte. Aus charttechnischer Sicht sieht es damit nach einer Fortsetzung der übergeordneten Aufwärtsbewegung aus. Neue Nachrichten aus dem Unternehmen gab es jüngst nicht. Mit dem erneuten Kursanstieg steigen die Chancen für die Aktie, in den MDAX aufgenommen zu werden. Befesa ist als Industrierecycler aktiv. Die Gesellschaft hat sich dabei auf das Recycling von Reststoffen aus der Stahlindustrie sowie Recyclingdienste für Aluminium und Salzschlacken spezialisiert. Sie bietet darüber hinaus die dazu zugehörige logistischen und anderen Dienstleistungen.

Intellia Therapeutics: „Bahnbrechende“ Neuigkeiten

Der Marktwert des Pharmaunternehmens Intellia Therapeutics (WKN: A2AG6H) hat sich in der vergangenen Woche fast verdoppelt. Er beträgt nun mehr als 10 Mrd. US-Dollar. Die Gesellschaft ist spezialisiert auf die gentechnische CRISPR-Methode. In diesem Zusammenhang hatte sie gemeinsam mit dem Partner Regeneron Pharmaceuticals (WKN: 881535) als „bahnbrechend“ bezeichnete klinische Daten einer laufenden Phase-I-Studie veröffentlicht. Das zog eine Kursexplosion nach sich. Auch die im Wochenverlauf angekündigte Kapitalerhöhung konnte den Kursanstieg nicht stoppen. Intellia Therapeutics will bis zu 4,76 Mio. Stammaktien zu 145 US-Dollar je Stück in einem öffentlichen Angebot platzieren. Der Erlös dürfte damit bei rund 690 Mio. US-Dollar liegen.

+++ Flops +++

Knorr-Bremse: nach Übernahmeplänen unter Druck

Der Kernkompetenz des traditionsreichen Industriekonzerns sind Bremssysteme für Schienen- und Nutzfahrzeuge. In diesem und weiteren Bereichen ist er weltweit führend. Das Portfolio umfasst darüber hinaus u. a. intelligente Einstiegssysteme, Klimaanlagen, Energieversorgungssysteme, Steuerungskomponenten, Fahrerassistenzsysteme und Lösungen zur Luftaufbereitung. Die Aktie von Knorr-Bremse (WKN: KBX100) kam in der vergangenen Woche kräftig unter die Räder und verlor prozentual zweistellig. Das Unternehmen hatte Spekulationen bestätigt, grundsätzliches Kaufinteresse an dem Autozulieferer Hella (WKN: A13SX2) zu haben. Demnach kann es sich vorstellen, rund 60 % der Aktien der Hella GmbH & Co. KGaA von den Mitgliedern der Gründerfamilie zu erwerben. Wie es weiter hieß, befinden sich die Gespräche aber in einem sehr frühen Stadium. Daher kann zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgesehen werden, ob es tatsächlich zu einer Transaktion kommt.

Zur Rose Group: Noch keine E-Rezepte in Deutschland

Die schweizerische Zur Rose Group bezeichnet sich selbst als Europas größte E-Commerce-Apotheke. Im vergangenen Jahr und Anfang 2021 gehörte die Aktie (WKN: A0Q6J0) aufgrund ihrer steigenden Ergebniskennzahlen sowie ihres Status als Corona-Gewinner zu den Top-Performern. Vom Allzeithoch im Februar war der Kurs jedoch deutlich zurückgekommen und hatte erst Anfang Mai wieder die Richtung gewechselt. Seither hat sich ein Aufwärtstrend gebildet, der in der Vorwoche erst einmal endete. Jüngst setzte sich die Korrektur fort. Berichte über die schleppende Einführung des elektronischen Rezepts in Deutschland scheinen das Kaufinteresse gebremst zu haben. Am 1. Juli sollte das E-Rezept offiziell starten. Allerdings werden unter Berufung der für das E-Rezept zuständigen Gesellschaft Gematik die nächsten Wochen für Techniktests genutzt. Damit ist offen, wann die ersten Apotheken E-Rezepte bedienen werden.

DTE Energy komplettiert Spin-off

Die Aktie des Energieversorgers (WKN: 853943) befindet sich seit dem Allzeithoch von Mai dieses Jahres im Rückwärtsgang. In der vergangenen Woche zeigte sie dabei einen besonders deutlichen Verlust. Das Papier gehörte damit zu den schwächsten Werten im S&P 500. Verantwortlich für den jüngsten Kursabschlag ist jedoch ein buchhalterischer Vorgang. Das Unternehmen hatte seine nicht zum Versorgergeschäft gehörenden Erdgasaktivitäten (Pipeline, Speicherung) durch einen Spin-off ausgegliedert. Dieser Vorgang wurde nun abgeschlossen und die abgespaltene Firma mit dem Namen DT Midstream (WKN: A3CSTQ) an die Börse gebracht. Jeder DTE-Aktionär hatte im Zuge dieser Maßnahme für zwei gehaltene Aktien eine DT-Midstream-Aktie erhalten. Daraus resultierte ein entsprechender Kursrückgang bei der DTE-Aktie.

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02.07.2021 | 13:35

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