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Tops und Flops der Woche u. a. mit Deutsche Bank, Facebook und Hologic



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Zahlen und Ausblicke beherrschen derzeit die Nachrichtenlage. Einige Unternehmen können überzeugen, was zu kräftigen Kursgewinnen führt. Beispiele sind die Deutsche Bank und Facebook. Satte Ergebnissteigerungen sind jedoch keine Garantie für eine positive Marktreaktion, wie der Medizintechnikkonzern Hologic zeigt.


+++ Tops +++



Anleger feiern Deutschen-Bank-Zahlen

Die Deutsche Bank hat einen starken Jahresauftakt verzeichnet. Eigenen Angaben zufolge erzielte das Unternehmen in der Periode Januar bis März das beste Quartal seit sieben Jahren. Gut lief es zuletzt insbesondere im Kapitalmarktgeschäft und im Investmentbanking. Außerdem wirkten sich die Maßnahmen zur Kostensenkung und eine reduzierte Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle positiv auf die Gewinne aus. Unter dem Strich verzeichnete der Konzern ein Nachsteuerergebnis von 1 Mrd. Euro, wodurch der Vorjahreswert von 66 Mio. Euro deutlich übertroffen wurde. Mit einem so guten Abschneiden hat kaum jemand gerechnet, wie die sehr positive Kursreaktion nahelegt. Die Aktie (WKN: 514000) erreichte das höchste Niveau seit April 2018.

Facebook setzt profitables Wachstum fort

Facebook ist ein Gigant im Bereich der sozialen Medien. Bekannt sind die Amerikaner insbesondere für ihr gleichnamiges Netzwerk. Weitere populäre Angebote sind die Video- und Foto-Sharing-App Instagram sowie die Messaging-Dienste WhatsApp und Messenger. Die Dienste sind nach wie vor gefragt. Der Konzern verzeichnete im ersten Quartal 2021 steigende Nutzerzahlen. Gleichzeitig schaffte er es, seine Dienste zu monetisieren. Die Gesellschaft verdient ihr Geld hauptsächlich durch Werbung. Dieses Geschäft lief glänzend, was unternehmensweit zu kräftig steigenden Umsätzen und Gewinnen führte. Am Markt kam Zahlen und Ausblick sehr gut an. Die Aktie (WKN: A1JWVX) legte kräftig zu und kletterte in neue, noch nie da gewesene Höhen.

UPS hat viel zu tun – die Investoren freut es

Paketdienste können sich derzeit nicht über mangelnde Aufträge beschweren. Ein treibender Faktor ist der boomende Onlinehandel. Auch der US-Vertreter United Parcel Service (UPS) hat alle Hände voll zu tun. Im ersten Quartal verzeichnete er in allen vier Geschäftsfeldern Zuwächse. Umsatz und operativer Gewinn kletterten kräftig. Inklusive Sondereffekten verfünffachte sich der Nettogewinn. Ein staatliches Rettungsprogramm für die Pensionen der Mitarbeiter hatte den Konzern von teuren Verpflichtungen entlastet. Trotz der zuletzt sehr guten Geschäftsentwicklung in allen Bereichen blieb UPS Prognosen für das Gesamtjahr schuldig. Dies wurde mit der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheit begründet. Die Investoren störten sich daran aber nicht. Im Gegenteil, die Aktie (WKN: 929198) stieg kräftig und markierte neue Rekorde.

 
+++ Flops +++


Amgen mit enttäuschenden Zahlen

Der US-Biotechkonzern Amgen (WKN: 867900) gehört zu den Branchenvertretern, deren Geschäfte durch die Corona-Krise belastet werden. Weil viele Menschen in den vergangenen Monaten auf Arztbesuche verzichteten, wurden weniger Medikamente verschrieben. Diese Entwicklung setzte sich im ersten Quartal 2021 fort. Das Unternehmen meldete in der vergangenen Woche sinkende Umsätze und Gewinne. Das Management zeigte sich bei Vorlage der Zahlen jedoch zuversichtlich für den weiteren Jahresverlauf und bekräftigte die bisherigen Prognosen. Außerdem hob er die positive Entwicklung bei einigen der neuen Produkte hervor. Das reichte den Investoren jedoch nicht. Die Aktie gehörte in der vergangenen Woche zu den schwächsten Werten im NASDAQ-100.

Hologic liefert nicht genug ab

Der US-Medizintechnikkonzern hat seinen Umsatz im zweiten Quartal 2020/21 (bis Ende Juni) mehr als verdoppelt. Er kletterte von rund 0,76 auf 1,54 Mrd. US-Dollar. Gleichzeitig schnellte der Nachsteuerprofit von 95 auf 619,4 Mio. US-Dollar. Trotz dieser starken Geschäftsentwicklung gehörte der Wert in der vergangenen Woche zu den schwächsten im S&P 500. Das Unternehmen, welches diagnostische Produkte, medizinische Bildgebungssysteme und chirurgische Artikel mit Schwerpunkt in der Frauenheilkunde entwickelt, scheint mit seinen Zahlen und seinem Ausblick nicht genug geliefert zu haben. Die Aktie (WKN: 879100) gab deutlicher nach und rutschte damit unter ihr Zwischentief von März dieses Jahres. Damit wurde aus charttechnischer Sicht der kurzfristige Abwärtstrend bestätigt, der sich seit dem Allzeithoch Anfang Februar gebildet hat.

HENSOLDT: Nach Rekord abverkauft

Sensorlösungen für Verteidigungs- und Sicherheitsanwendungen sind die Kernkompetenz des SDAX-Wertes HENSOLDT. Die Aktie (WKN: HAG000) hatte erst im September ihr Börsendebüt. Damals kamen sie zu 12 Euro auf den Markt. Nach einer anfänglichen Schwäche entwickelte sich das Papier im übergeordneten Bild positiv. Jüngst wurde zu Wochenbeginn ein neuer Rekord markiert, nachdem bekannt wurde, dass der italienische Rüstungskonzern Leonardo (WKN: A0ETQX) 25,1 % der Anteile übernehmen will. Verkäufer ist der Finanzinvestor KKR. Schon im Handelsverlauf am Montag setzte jedoch Verkaufsdruck ein, der sich im Wochenverlauf fortsetzte. Das führte am Ende zu einem deutlicheren Wochenverlust.

Thomas Behnke

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30.04.2021 | 14:41

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