Beitrag teilen

Link in die Zwischenablage kopieren

Link kopieren
Suchfunktion schließen
Tops und Flops > Tops & Flops

Kalenderwoche 14 mit Delivery Hero, Marathon Petroleum und Intel

Spekulationen über den Einstieg eines Hedgefonds beflügeln die Aktie von Delivery Hero. Der US-Raffineriebetreiber Marathon Petroleum profitiert weiter von einer starken Benzinnachfrage. Dagegen geht es bei Intel weiter abwärts.

+++ Tops +++

Delivery Hero: Spekulationen über Hedgefonds-Einstieg

Der MDAX-Wert Delivery Hero (WKN: A2E4K4) befindet sich seit dem Rekordtief im Februar dieses Jahres in einer dynamischen Gegenbewegung, die sich in der vergangenen Woche mit einem Plus von über 20 % fortsetzte. Damit hat sich der Kurs seit Februar mehr als verdoppelt. Auslöser für das starke Momentum scheinen zuletzt vor allem Spekulationen über den Einstieg eines aktivistischen Investors gewesen zu sein. Demnach soll sich der Hedgefonds Sachem Head Capital Management mit 3,6 % an Delivery Hero beteiligt haben. Nun wird gemutmaßt, dass er einen Sitz im Aufsichtsrat oder Vorstand des Betreibers von Lieferplattformen für Essen und Quick-Commerce (Lebensmittel und Haushaltswaren) anstreben könnte. Aus charttechnischer Sicht wird es nun spannend, ob es dem Kurs gelingt, das jüngst fast erreichte Zwischenhoch von November 2023 bei 33,67 Euro nachhaltig zu überwinden.

Delivery Hero

Marathon Petroleum: Starke Benzinnachfrage als Kurstreiber

Am US-Aktienmarkt zeigte der Energiesektor in der vergangenen Woche relative Stärke. Auch auf Monatssicht liegt er vorne. Und nicht nur das: Er führt auch die Performancerangliste seit Jahresbeginn an. Besonders stark zeigten sich zuletzt Raffineriebetreiber wie Marathon Petroleum (WKN: A1JEXK). Die Aktie des Unternehmens war in der vergangenen Woche der größte Gewinner im S&P 500 und befindet sich seit einiger Zeit in einem intakten Aufwärtstrend, der mit neuen Rekordhochs fortgesetzt wurde. Ein Katalysator für das starke Aufwärtsmomentum ist der im Vergleich zum Rohölpreis überproportional gestiegene Benzinpreis, der aus einer starken Nachfrage resultiert. Die Folge sind höhere Crack Spreads, die die Differenz zwischen dem Rohölpreis und dem Preis der daraus gewonnenen Mineralölprodukte messen. Steigende Crack Spreads bedeuten steigende Gewinnmargen im operativen Geschäft. Marathon Petroleum produziert und vermarktet erdölbasierte flüssige Kraftstoffe sowie petrochemische Produkte. Dazu betreibt der US-Konzern unter anderem 13 Ölraffinerien und ist gemessen an der Kapazität der größte Raffineriebetreiber in den USA. Darüber hinaus betreibt das Unternehmen ein landesweites Tankstellennetz und ist größter Anteilseigner der ebenfalls börsennotierten Midstream-Gesellschaft MPLX L.P. (WKN: A1J7DR), die Pipelines und andere Anlagen für die Sammlung, Verarbeitung, Fraktionierung, den Transport und die Logistik von Rohöl und daraus gewonnenen Produkten besitzt und betreibt.

Marathon Petroleum

LANXESS: Dezember-Hoch rückt in den Fokus

Die Aktie des Spezialchemiekonzerns (WKN: 547040) gehörte in der vergangenen Woche zu den größten Gewinnern in der DAX-Indizes-Familie. Neue Nachrichten gab es für den SDAX-Wert nicht. Er dürfte jedoch von der positiven Entwicklung des gesamten Chemiesektors unterstützt worden sein. Aus charttechnischer Sicht setzte die Aktie ihren kurzfristigen Aufwärtstrend fort, der sich seit dem Korrekturtief von Anfang März dieses Jahres gebildet hat. Damit rückt das Zwischenhoch von Dezember 2023 bei 29,26 Euro wieder in den Fokus. Gelingt es der Aktie, diese potenzielle Hürde zu überwinden, könnte dies das Szenario einer nachhaltigen Trendwende bestätigen.

LANXESS

+++ Flops +++

Intel: Foundry-Geschäft bis 2030 mit roten Zahlen

Während die Aktien von Chipherstellern wie NVIDIA (WKN: 918422) oder AMD (WKN: 863186) von Oktober 2023 bis Anfang März dieses Jahres mit satten Kursgewinnen förmlich durch die Decke gingen, fielen die Gewinne bei Intel (WKN: 855681) deutlich geringer aus. Zudem endete hier der Anstieg bereits im Dezember. Seitdem hat sich ein Abwärtstrend gebildet, der in der vergangenen Woche mit einem neuen Verlaufstief bestätigt wurde. Ein Grund dafür dürfte die allgemeine Schwäche des Halbleitersektors gewesen sein. Daneben gab es aber auch Nachrichten von Intel, die offenbar verstärkte Verkaufsimpulse auslösten. Das Unternehmen erwartet für sein Auftragsfertigungsgeschäft (Foundry Business), das für das Zeitalter der künstlichen Intelligenz aufgebaut wird, bis 2030 kostendeckende operative Margen. Mit anderen Worten: Bis zu diesem Zeitpunkt wird das Geschäftssegment rote Zahlen schreiben. Das ist ernüchternd. Die Talsohle soll in diesem Jahr erreicht werden und sich dann sukzessive verbessern. Bis 2030 wird eine um Sondereffekte bereinigte Bruttomarge von 40 % und eine um Sondereffekte bereinigte operative Marge von 30 % angestrebt. Zudem geht das Unternehmen davon aus, dann nach Taiwan Semiconductor Manufacturing (WKN: 909800) der weltweit zweitgrößte Auftragsfertiger im Halbleiterbereich zu sein.

Intel

Lamb Weston Holdings: ERP-Umstellung belastet

Die Aktie des Pommes-Herstellers Lamb Weston (WKN: A2ATEK) gehörte in der vergangenen Woche mit einem Kursverlust von fast einem Viertel zu den größten Verlierern im S&P 500. Der Großteil des Kurseinbruchs ereignete sich am Donnerstag nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen. Diese scheinen den Anlegern überhaupt nicht gefallen zu haben. Sowohl die Ergebnisse als auch die Prognosen lagen unter den Erwartungen. Grund war vor allem die Umstellung auf ein neues Enterprise-Resource-Planning-System (ERP-System) in Nordamerika. ERP-Systeme sind Softwarelösungen, mit denen sich alle Geschäftsprozesse eines Unternehmens planen, steuern und kontrollieren lassen. Doch bei Lamb Westen hakte es zunächst. Firmenchef Tom Werner sprach von größeren Beeinträchtigungen als erwartet. So habe die Umstellung vorübergehend die Sichtbarkeit der Fertigwarenbestände in den Distributionszentren verringert und damit die Fähigkeit, Kundenaufträge zu erfüllen, beeinträchtigt. Dies wiederum wirkte sich negativ auf das Umsatzvolumen und die Margenentwicklung aus. Der Vorstand ist jedoch zuversichtlich, dass nach den vorgenommenen Anpassungen künftig keine negativen Auswirkungen mehr zu spüren sein werden. Kurzfristig wird jedoch die ERP-Umstellung noch zu Belastungen führen. Zudem sieht der Vorstand kurzfristig einen schwachen Trend im Restaurantgeschäft.

 

Lamb Weston Holdings

Walgreens Boots Alliance: Abwärtstrend bestätigt

Der Kursverlauf des S&P-500- und NASDAQ-100-Wertes Walgreens Boots Alliance (WKN: A12HJF) bleibt ein Trauerspiel. Seit dem Allzeithoch im August 2015 befindet sich der Kurs in einem Abwärtstrend, der sich seit der Zwischenerholung im Dezember 2023 fortsetzt. In der vergangenen Woche ging es besonders deutlich abwärts. Zudem rutschte der Kurs unter das Tief vom November 2023 und bestätigte damit den übergeordneten Abwärtstrend. Unternehmensseitig gab es in der vergangenen Woche keine Neuigkeiten. Vor Ostern hatte der Konzern Quartalszahlen vorgelegt und den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Walgreens Boots Alliance erwartet nun ein Ergebnis je Aktie (EPS) von 3,20 bis 3,35 US-Dollar nach zuvor 3,20 bis 3,50 US-Dollar. Die eingeengte Spanne reflektiert nach Angaben des Vorstands das schwierige Einzelhandelsumfeld in den USA, die vorzeitige Beendigung des Sale-Leaseback-Programms sowie das niedrigere Gesamtergebnis aufgrund des Verkaufs der Cencora-Aktien. Mit dem jüngsten Kursrückgang ist die Bewertung der Aktie weiter gesunken. Das KGV liegt mit 5,4 deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von über 16, das KCV mit aktuell 6,1 deutlich unter dem Durchschnitt von 12,4. Walgreens Boots Alliance gilt angesichts dieser Kennzahlen als deutlich unterbewertet. Dabei sind allerdings die strukturellen Probleme (z. B. hohe Personalkosten, sinkende Erstattungspreise) zu berücksichtigen, die den Apothekenbetreiber vor große Herausforderungen stellen.

Walgreens Boots Alliance

Ähnliche Artikel