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Tops und Flops der Woche u. a. mit TeamViewer, Deutsche Bank und Meta Platforms

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Es tut sich etwas im Chart von TeamViewer. Mit den jüngsten kräftigen Kursgewinnen sieht es nach einer Bodenbildung aus. Positiv war auch die Entwicklung bei den hiesigen Geldinstituten. Die zunehmende Zinsfantasie sorgt für Rückenwind und beflügelte u. a. die Deutsche Bank. Beim Facebook-Konzern Meta Platforms sorgt sich der Markt indes über das weitere Wachstum. Der Kurseinbruch spricht eine deutliche Sprache.

+++ Tops +++

TeamViewer kündigt Aktienrückkaufprogramm an

Die TeamViewer-Aktie (WKN: A2YN90) gehörte in der vergangenen Woche zu den größten Gewinnern in der DAX-Indizes-Familie. Aus charttechnischer Sicht interessant ist, dass mit dem jüngsten Kurssprung das Zwischenhoch von Januar 2022 überwunden werden konnte. Das könnte für eine abgeschlossene Bodenbildung sprechen. Das charttechnische Bild hat sich damit aufgehellt. Allerdings muss man dies im übergeordneten Kontext sehen. Seit dem Allzeithoch von Juli 2020 gab es eine signifikante Abwärtsbewegung. Es ist damit offen, ob es sich bei den jüngsten Anstieg um einen nachhaltigen Trendwechsel oder nur um eine technische Gegenbewegung handelt. In der vergangenen Woche hatte der Spezialist für Fernwartungslösungen seine detaillierten Zahlen für das Geschäftsjahr 2021 vorgelegt. Hier gab es keine großen Neuigkeiten. Allerdings kündigte das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 300 Mio. Euro an, wodurch die diesbezüglichen Erwartungen des Marktes erfüllt wurden. Dieser als vertrauensbildende Maßnahme dienende Schritt scheint bei den Investoren gut anzukommen.

Deutsche Bank: Zinsfantasie beflügelt

Auch die Aktien aus dem deutschen Bankensektor haben in den letzten Wochen von Zinssteigerungsfantasie profitiert. Die jüngsten Äußerungen der EZB führten nun zu weiterem Rückenwind. Zwar haben die Währungshüter aus der Eurozone auf ihrer jüngsten Sitzung noch keine entsprechenden geldpolitischen Maßnahmen beschlossen. Angesichts der nach wie vor hohen Teuerungsraten wächst bei ihnen aber die Sorge. Die jüngsten Äußerungen wurden daher am Markt als Signal für eine geldpolitische Wende gewertet. Davon profitierten die Bankwerte. Dafür stellvertretend ist die Aktie der Deutschen Bank (WKN: 514000). Sie war in der vergangenen Woche der größte Gewinner im DAX. Aus charttechnischer Sicht hatte sie dabei das Zwischenhoch von Januar dieses Jahres sowie das Zwischenhoch von Mai 2021 überschritten.

AMD: Zahlen und Ausblick überzeugen

Im November 2021 hatte die Aktie des US-Chipherstellers (WKN: 863186) mit einem Rekord von mehr als 164 US-Dollar den vorläufigen Hochpunkt einer mehrjährigen Aufwärtsbewegung markiert. Es folgte eine deutlichere Korrektur, wodurch der Kurs im Januar dieses Jahres seine 200-Tagelinie erreichte und zwischenzeitlich verletzte. In der vergangenen Woche wurde diese Durchschnittslinie jedoch dynamisch zurückerobert. Rückenwind gab es dabei auch vom Unternehmen selbst. Advanced Micro Devices (AMD) hatte Bilanz für das Geschäftsjahr 2021 gezogen. Sowohl die Ergebnisse als auch der positive Ausblick für das erste Quartal wurden dabei sehr positiv vom Markt zur Kenntnis genommen. Insbesondere die überraschend hohe Umsatzprognose kam gut an.

+++ Flops +++

Meta Platforms: Daumen runter bei den Wachstumserwartungen

Der Technologieriese und Eigentümer der sozialen Netzwerke Facebook und Instagram hat in der vergangenen Woche seine Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2021 vorgelegt. Meta Platforms (WKN: A1JWVX) meldete Rekorde. Demnach wurden Umsätze von 117,93 Mrd. US-Dollar sowie ein Nachsteuerprofit von 39,37 Mrd. US-Dollar erzielt. Trotz dieser beeindruckenden Kennzahlen war die Reaktion des Marktes negativ. Der Kurs war am Donnerstag zwischenzeitlich um 27 % eingebrochen. Dadurch lösten sich mehr als 250 Mrd. US-Dollar an Marktkapitalisierung in Luft auf. Als Verkaufsargument angesehen wurde das geringe Wachstum der Nutzerzahlen im Schlussquartal 2021 bei Facebook sowie der Rückgang bei der Zahl der täglich aktiven Nutzer. Das kratzt an den Wachstumserwartungen, auch weil die Konkurrenz durch andere Plattformen (z. B. TikTok) zunimmt und es zudem weitere Herausforderungen (neue Datenschutzrichtlinien) gibt.

PayPal Holdings: enttäuschender Ausblick

Das US-Unternehmen ist Betreiber des gleichnamigen Bezahldienstes. Die Aktie (WKN: A14R7U) steht bereits seit einigen Monaten unter deutlichem Abgabedruck. Seit dem Allzeithoch im Juli 2021 von mehr als 310 US-Dollar hat sich ein dynamischer Abwärtstrend gebildet. Dieser setzte sich in der vergangenen Woche mit weiteren kräftigen Verlusten fort. PayPal gehörte sowohl im NASDAQ-100 als auch im S&P 500 zu den größten Verlierern. Der jüngste Kursrutsch folgte nach Vorlage der Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2021. Das Unternehmen hatte zwar mehr verdient und umgesetzt als im Vorjahr. Die Entwicklung im Schlussquartal sowie der Ausblick für das erste Quartal 2022 wurde jedoch von vielen Analysten als enttäuschend bezeichnet.

Hannover Rück: schwächer nach Zahlen

Zu den größten Verlierern in der deutschen Aktienlandschaft gehörte in der vergangenen Woche das Papier von Hannover Rück (WKN: 840221). In der ersten Wochenhälfte hatte der Kurs zwar noch neue Zwischenhochs in der übergeordneten Aufwärtsbewegung gezeigt. Am Donnerstag knickte die Aktie des Rückversicherers nach Vorlage von Geschäftszahlen jedoch ein. Trotz einiger Katastrophenschäden hat das Unternehmen einen hohen Gewinn erzielt. Und auch die Aussichten für 2022 sind positiv. Demnach konnte die Gesellschaft zum Jahreswechsel ihr Geschäft weiter ausbauen und höhere Prämien durchsetzen. Offensichtlich werden Zahlen und Perspektiven aber nicht so positiv vom Markt bewertet. Durch den jüngsten Kursknick hat sich das kurzfristige Chartbild etwas eingetrübt. Der mittelfristige Aufwärtstrend ist aber weiterhin intakt.

Thomas Behnke

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04.02.2022 | 15:42

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