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Tops und Flops > Gewinner und Verlierer

Tops & Flops KW 45/2026: NVIDIA fällt unter 190 US-Dollar, Doppeltop möglich

| Thomas Behnke | Lesezeit: 8 Min.

Schriftzug „Tops & Flops" zur Kennzeichnung der wöchentlichen Übersicht über auffällige Gewinner und Verlierer bei Aktien.
Tops und Flops der Börsenwoche 45/2026: AppLovin, Heidelberg Materials und Allianz gehören zu den Gewinnern, NVIDIA, Rheinmetall und SanDisk geben nach.

NVIDIA verliert seit dem Hoch vom 6. Oktober mehr als 25 Prozent, AppLovin legt gegenüber der Vorwoche um mehr als 55 Prozent zu: Tops und Flops KW 45/2026 mit Heidelberg Materials, Allianz, Rheinmetall und SanDisk.

KI-Ausverkauf drückt NVIDIA und SanDisk, AppLovin legt gegen den Strom zu

Die Tops und Flops der Börsenwoche KW 45/2026 zeigen bei den Gewinnern drei Aktien mit eigenen Auslösern, bei den Verlierern dagegen vor allem Kursverluste bei Technologiewerten. AppLovin steigt nach Rekordzahlen und einer angehobenen Prognose stark. Heidelberg Materials setzt die Erholung nach den Quartalszahlen fort, und die Allianz markiert vor ihren Zahlen ein neues Allzeithoch. NVIDIA und SanDisk geraten im Ausverkauf bei KI-Werten unter Druck. Rheinmetall bricht nach der gesenkten Jahresprognose ein und liegt seit Jahresbeginn am Ende des DAX.

Die Tops und Flops der Börsenwoche 45/2026 im Überblick

  • AppLovin (APP): Aktie steigt nach Rekordzahlen und angehobener Jahresprognose am Donnerstag um 31 Prozent und gegenüber der Vorwoche um mehr als 55 Prozent, der Anstieg über das Zwischenhoch von 338,34 US-Dollar könnte den Abwärtstrend vorerst gebrochen haben.
  • Heidelberg Materials (HEI): Aktie gehört nach den Quartalszahlen zu den stärksten Werten im DAX und steigt über das Zwischenhoch vom August bei 172,65 Euro, der Abwärtstrend seit dem Allzeithoch vom Januar bei 241,80 Euro scheint vorerst gebrochen.
  • Allianz (ALV): Aktie erreicht am Donnerstag mit 469,10 Euro ein neues Allzeithoch und nähert sich danach wieder der Ausbruchsmarke von 454,60 Euro, am 12. November folgen die Quartalszahlen.
  • NVIDIA (NVDA): Aktie büßt seit dem Allzeithoch vom 6. Oktober bei 243,37 US-Dollar mehr als 25 Prozent ein, nach dem Bruch der Marke von 190 US-Dollar könnte sich ein Doppeltop mit einem theoretischen Kursziel im Bereich von 144 US-Dollar gebildet haben.
  • Rheinmetall (RHM): Aktie fällt nach den Ergebnissen und der leicht gesenkten Jahresprognose unter die Unterstützungszone von 900 bis 942 Euro, mit einem Minus von mehr als 46 Prozent seit Jahresbeginn steht sie im DAX auf dem letzten Platz.
  • SanDisk (SNDK): Aktie sackt am Donnerstag um mehr als 22 Prozent ab und unterschreitet die Marke von 998,19 US-Dollar, seit dem Allzeithoch vom Juni bei 2.354,39 US-Dollar beträgt das Minus bis zum Tief rund zwei Drittel.

+++ Tops der Börsenwoche 45/2026 +++

Bei AppLovin und Heidelberg Materials deutet der Anstieg über ein Zwischenhoch auf ein vorläufiges Ende des Abwärtstrends hin, während die Allianz nach dem Höchststand wieder an ihre Ausbruchsmarke heranrückt, die nun als potenzielle Unterstützung dient.

AppLovin mit kräftigem Kurssprung nach Rekordzahlen

Auch wenn NASDAQ-100 und S&P 500 in der vergangenen Woche deutliche Verluste verzeichneten, gab es bei einigen Einzelwerten klar gegenläufige Entwicklungen. Heraus sticht die Aktie von AppLovin (ISIN: US03831W1080, Symbol: APP). Der Anbieter digitaler Werbelösungen hatte am Mittwoch nach Börsenschluss Zahlen vorgelegt und für das dritte Quartal Rekorde bei Umsatz und Gewinn gemeldet. Das auf KI-gestützte Werbe- und Monetarisierungstechnologien spezialisierte Unternehmen übertraf zudem die Erwartungen des Marktes. Der Vorstand erhöhte darüber hinaus die Prognosen für das Gesamtjahr. An der Börse zog dies am Donnerstag einen Kursgewinn von 31 Prozent nach sich. Das Plus gegenüber der Vorwoche beträgt mehr als 55 Prozent.

Die APP-Aktie verzeichnete damit einen dynamischen Erholungsimpuls innerhalb der übergeordneten Abwärtsbewegung. Seit dem Allzeithoch im September 2025 bei 745,60 US-Dollar hatte die Aktie bis zum Tief in der Vorwoche bei 225,91 US-Dollar fast 70 Prozent an Wert eingebüßt. Offen ist, ob mit dem jüngsten Anstieg die Talfahrt beendet ist oder ob es sich lediglich um eine temporäre Gegenbewegung handelt, deren Dynamik möglicherweise auch durch die Schließung von Short-Positionen verstärkt wurde. Einen kleinen Lichtblick mit Blick auf einen möglichen Trendwechsel könnte die Charttechnik bieten. Mit dem nun erfolgten Kurssprung über das Zwischenhoch von September dieses Jahres bei 338,34 US-Dollar könnte der übergeordnete Abwärtstrend vorerst gebrochen worden sein.

Heidelberg Materials: Aktie setzt Erholung nach Quartalszahlen fort

Seit Anfang Oktober zeigt der deutsche Aktienmarkt relative Stärke gegenüber der Wall Street. Während der DAX seit seinem Korrekturtief am 8. Oktober um mehr als 6 Prozent zugelegt hat, verlor der S&P 500 im gleichen Zeitraum mehr als 5 Prozent. In der vergangenen Woche gehörte die Aktie des Baustoffkonzerns Heidelberg Materials (ISIN: DE0006047004, Symbol: HEI) zu den stärksten Titeln im deutschen Leitindex. Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen reagierte der Kurs positiv. Das Unternehmen hatte im dritten Quartal von einer Nachfrageerholung profitiert, die zu steigenden Umsätzen und Gewinnen führte. „Die sich im zweiten Quartal abzeichnende Wachstumsdynamik hat sich im dritten Quartal nochmals beschleunigt“, freute sich Konzernchef Dominik von Achten bei der Präsentation der Ergebnisse. Außerdem bestätigte er die Ziele für das Gesamtjahr.

Mit dem Anstieg in der vergangenen Woche setzte die Heidelberg-Aktie ihre Erholung fort, die nach dem Korrekturtief am 1. Oktober bei 137,20 Euro eingesetzt hatte. Dieses markierte den bisherigen Tiefpunkt der Abwärtsbewegung, die sich seit dem Allzeithoch im Januar dieses Jahres bei 241,80 Euro entwickelt hatte. Dieser Abwärtstrend scheint nun vorerst gebrochen, nachdem der Kurs jüngst über das Zwischenhoch von August dieses Jahres bei 172,65 Euro gestiegen war.

Allianz erreicht neues Allzeithoch

In der nächsten Woche, am Donnerstag, den 12. November, wird die Allianz (ISIN: DE0008404005, Symbol: ALV), Deutschlands größter Erstversicherer, ihre Ergebnisse zum dritten Quartal 2026 vorlegen. An der Börse scheint im Vorfeld Vorfreude vorzuherrschen. Die Allianz-Aktie hatte in der vergangenen Woche den Aufwärtstrend der letzten Wochen fortgesetzt und neue Rekorde erreicht. Das am Donnerstag markierte Allzeithoch liegt bei 469,10 Euro. Vor dem Wochenende gab der Kurs im Zuge der Gesamtmarktschwäche zwar etwas nach und näherte sich wieder dem bisherigen Rekordhoch von Anfang September bei 454,60 Euro an. Aus charttechnischer Sicht handelt es sich bislang aber lediglich um einen Pullback an diese Ausbruchsmarke, die nun als potenzielle Unterstützung dient. Sollte sich die ALV-Aktie darüber halten, könnte dies für eine Fortsetzung der übergeordneten Aufwärtsbewegung sprechen. Ein nachhaltiger Bruch dieser Marke wäre dagegen zunächst ein Indiz für eine ausgedehntere Korrektur.

+++ Flops der Börsenwoche 45/2026 +++

Bei NVIDIA, Rheinmetall und SanDisk ist der Kurs jeweils unter eine wichtige Chartmarke gefallen, eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung ist in allen drei Fällen möglich.

NVIDIA-Aktie mit möglichem Doppeltop

Das große Thema an den internationalen Aktienmärkten war in der vergangenen Woche der Ausverkauf bei den Werten, mit denen Anleger auf den KI-Boom setzen. Im Vordergrund stehen Bedenken hinsichtlich der Aussichten für die Ausgaben im Bereich Rechenzentren nach den US-Zwischenwahlen. Der Ausverkauf erfolgte einen Tag, nachdem sich die Demokraten die Mehrheit im US-Kongress gesichert hatten. Dies soll bei Anlegern Befürchtungen geweckt haben, dass eine verstärkte politische Kontrolle den Ausbau von Rechenzentren und die Infrastrukturausgaben verlangsamen könnte. Der NASDAQ-100, in dem viele KI-Profiteure vertreten sind, hatte am Donnerstag rund 6,4 Prozent an Wert eingebüßt. Das war der größte Tagesverlust seit März 2020.

Ob der Ausgang der US-Wahlen tatsächlich als alleinige Erklärung für den starken Rückgang herangezogen werden kann, sei jedoch dahingestellt. Der NASDAQ-100 und eine Reihe von Indexmitgliedern befanden sich bereits seit Anfang Oktober im Korrekturmodus. So auch das Schwergewicht NVIDIA (ISIN: US67066G1040, Symbol: NVDA). Die Aktie verzeichnete in der vergangenen Woche ebenfalls kräftige Verluste und trug zur Schwäche des Gesamtmarktes bei. Seit dem Allzeithoch am 6. Oktober bei 243,37 US-Dollar hat die NVDA-Aktie inzwischen mehr als 25 Prozent an Wert eingebüßt. Selbst wenn man nicht in NVIDIA positioniert ist, kann es nicht schaden, die weitere Entwicklung zu verfolgen. Denn mit dem nun erfolgten Bruch der Marke von 190 US-Dollar könnte sich nach dem Mai-Hoch bei 236,54 US-Dollar und dem Rekord vom 6. Oktober ein Doppeltop gebildet haben. Sollte diese Trendumkehrformation nicht schnell negiert werden, etwa durch einen zügigen Anstieg zurück über 190 US-Dollar, ist mit einer Fortsetzung der Korrektur bei der NVDA-Aktie zu rechnen, was auch den Gesamtmarkt weiterhin belasten könnte. Ein theoretisches Kursziel, das sich aus der Ausdehnung der potenziellen Top-Formation ergibt, liegt im Bereich von 144 US-Dollar.

Rheinmetall übernimmt die rote Laterne im DAX

Der Rüstungskonzern Rheinmetall (ISIN: DE0007030009, Symbol: RHM) hatte am Donnerstag Ergebnisse vorgelegt und auch die Prognosen für das Gesamtjahr 2026 leicht gesenkt. Die Reaktion an der Börse hätte nicht eindeutiger ausfallen können. Im Anschluss an die Veröffentlichung brach die Aktie kräftig ein. Dadurch ist der DAX-Wert im Performance-Ranking der Indexmitglieder seit Jahresbeginn nun auf den letzten Platz zurückgefallen. Der Verlust beträgt aktuell mehr als 46 Prozent. Aus charttechnischer Sicht hat sich das Bild durch den jüngsten Rückgang weiter verschlechtert. Die RHM-Aktie fiel unter die Unterstützungszone zwischen 900 und 942 Euro und bestätigte damit den übergeordneten Abwärtstrend. Bei einer Fortsetzung dieser Bewegung könnten die nächsten potenziellen Ziele im Bereich von 600 bis 700 Euro liegen.

SanDisk bleibt volatil und charttechnisch angeschlagen

Der breite Ausverkauf im Technologiesektor hat in der vergangenen Woche auch die Aktien von Speicherherstellern weiter belastet. Die Highflyer im bisherigen Jahresverlauf, wie etwa SanDisk (ISIN: US80004C2008, Symbol: SNDK), zeigen eine besonders starke Abwärtsdynamik und unterstreichen einmal mehr ihre hohe Volatilität. So hatte das SNDK-Papier allein am Donnerstag mehr als 22 Prozent an Wert eingebüßt. Vorbörslich lag der Kurs am Freitag zuletzt rund 10 Prozent im Plus. Ob sich diese Entwicklung im Handelsverlauf bestätigt, bleibt abzuwarten. Entscheidend ist auch, ob es der Aktie schnell wieder gelingt, die im Wochenverlauf unterschrittene Marke von 998,19 US-Dollar zurückzuerobern, die dem markanten Tief von Ende Juli dieses Jahres entspricht. Sollte es sich dagegen um einen nachhaltigen Bruch handeln, ist von einer Fortsetzung des übergeordneten Abwärtstrends auszugehen. Seit dem Allzeithoch im Juni dieses Jahres bei 2.354,39 US-Dollar hatte die SNDK-Aktie bis zum Tief am Donnerstag bei 803,97 US-Dollar rund zwei Drittel an Wert eingebüßt.

Selbst nach den Ergebnissen von SanDisk vom 29. Oktober, die stärker als erwartete Umsätze, Gewinne und Prognosen zeigten, ist die Börse hinsichtlich der weiteren Perspektiven offenbar skeptisch und scheint nach wie vor davon auszugehen, dass der Höhepunkt des Branchenzyklus bereits erreicht sein könnte.

SanDisk zählt zu den Profiteuren des KI-getriebenen Booms bei Speicherlösungen für Rechenzentren. Hinzu kam eine zyklische Verknappung am Markt, die zu deutlich gestiegenen Preisen führte. Inzwischen gibt es jedoch Anzeichen dafür, dass insbesondere chinesische Anbieter den Markt mit ihren Produkten überschwemmen und dadurch das Angebot erhöhen.

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