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Tops und Flops > Gewinner und Verlierer

Tops & Flops KW 42/2026: Rocket Lab fällt nach Neutron-Verschiebung

| Thomas Behnke | Lesezeit: 8 Min.

Schriftzug „Tops & Flops" zur Kennzeichnung der wöchentlichen Übersicht über auffällige Gewinner und Verlierer bei Aktien.
Tops und Flops der Börsenwoche 42/2026: Apple, Rheinmetall und Scout24 gehören zu den Gewinnern, Infineon, Rocket Lab und Hewlett Packard Enterprise geben nach.

Apple verfehlt nach dem Allzeithoch den nachhaltigen Ausbruch, Rocket Lab büßt nach der Neutron-Verschiebung fast 20 Prozent ein: Tops und Flops KW 42/2026 mit Rheinmetall, Scout24, Infineon und Hewlett Packard Enterprise.

Apple, Rheinmetall und Scout24 vor der nächsten Hürde, Infineon und HPE im Rücksetzer

Die Tops und Flops der Börsenwoche KW 42/2026 zeigen bei den Gewinnern drei Aktien, deren weiterer Weg im Chart offen ist, bei den Verlierern dagegen drei Kursrückgänge, von denen nur einer auf eine Unternehmensnachricht folgt. Apple erreicht ein neues Rekordhoch, Rheinmetall und Scout24 gehören zu den stärksten DAX-Werten. Infineon und Hewlett Packard Enterprise verlieren, Rocket Lab fällt nach der Verschiebung des Neutron-Erstflugs.

Die Tops und Flops der Börsenwoche 42/2026 im Überblick

  • Apple (AAPL): Aktie erreicht am Dienstag mit 348,15 US-Dollar ein neues Allzeithoch, als einziges Top-10-Schwergewicht am US-Aktienmarkt, zu einem nachhaltigen Ausbruch über das Hoch von Ende Juli bei 344,57 US-Dollar kam es nicht.
  • Rheinmetall (RHM): Aktie gehört zu den stärksten Werten im DAX und setzt die technische Gegenbewegung im weiter intakten Abwärtstrend fort, über dem Zwischenhoch von 1.045 Euro wäre Platz bis in den Bereich von 1.185 bis 1.238 Euro.
  • Scout24 (G24): Aktie steigt seit dem Tief vom 29. September bei 66,15 Euro um mehr als 20 Prozent auf über 80 Euro und liegt wieder über der 200-Tage-Linie, nächste Hürde ist das Zwischenhoch von 81,70 Euro.
  • Infineon (IFX): Aktie setzt die Korrektur seit dem Zwischenhoch vom 5. Oktober bei 64,99 Euro fort, fällt unter die 200-Tage-Linie und verletzt die Unterstützungszone von 54,06 bis 53,25 Euro, als nächste Unterstützung gilt 48,23 Euro.
  • Rocket Lab (RKLB): Aktie verliert nach der Verschiebung des Neutron-Erstflugs auf 2027 fast 20 Prozent und fällt unter das Zwischentief vom Juli bei 58,20 US-Dollar, der Abwärtstrend seit dem Allzeithoch im Mai bei 151 US-Dollar ist bestätigt.
  • Hewlett Packard Enterprise (HPE): Aktie gibt seit dem Allzeithoch vom 9. Oktober bei 73,56 US-Dollar mehr als 20 Prozent ab, nachdem sie seit Anfang September um rund 60 Prozent zugelegt hatte.

+++ Tops der Börsenwoche 42/2026 +++

Unter den Tops bleibt bei Apple ein nachhaltiger Ausbruch über das Hoch von Ende Juli aus. Rheinmetall legt innerhalb des Abwärtstrends weiter zu, und Scout24 klettert über die 200-Tage-Linie.

Apple markiert neues Allzeithoch

Es fehlte zwar an Dynamik, und der Kurs von Apple (ISIN: US0378331005, Symbol: AAPL) legte in der vergangenen Woche nicht sonderlich stark zu. Dennoch war die Aktie der einzige Wert unter den Top-10-Schwergewichten am US-Aktienmarkt, der ein neues Allzeithoch markierte. Am Dienstag hatte das Papier mit 348,15 US-Dollar seinen neuen Höchststand erreicht und war damit zwischenzeitlich über das bisherige Rekordhoch von Ende Juli dieses Jahres bei 344,57 US-Dollar geklettert. Zu einem nachhaltigen Ausbruch über den alten Bestwert kam es jedoch nicht. Die am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag gebildeten roten Kerzen deuten zudem auf eine latente Schwäche hin. Die spannende Frage ist daher, ob es dem Kurs doch noch gelingt, zeitnah nachhaltig über die Marke von 344,57 US-Dollar auszubrechen, oder ob zunächst eine Korrektur nötig ist.

Nicht minder spannend sind die Äußerungen, die Apples neuer CEO, John Ternus, laut „Time“ machte. Demnach konzentriert sich das Unternehmen darauf, die besten Geräte zu entwickeln, anstatt sich am Wettlauf um KI-Modelle zu beteiligen. Unabhängig davon, welches Pionier-KI-Labor den leistungsfähigsten und benutzerfreundlichsten Chatbot entwickelt, werden die Verbraucher diesen weiterhin auf einem iPhone nutzen wollen, argumentierte er.

Während Alphabet, Microsoft, Meta Platforms, Amazon, OpenAI und Anthropic zusammen Hunderte von Milliarden US-Dollar in die Modellentwicklung stecken, hat Apple einen anderen Ansatz gewählt. „Die Menschen wollen greifbare Dinge“, sagte Ternus laut dem Bericht. „Sie wollen reden, Bilder von ihren Lieben sehen, Fotos machen. Ich kann mir also kein Szenario vorstellen, in dem unsere Geräte plötzlich verschwinden und wir kein iPhone mehr brauchen.“ Er fügte hinzu: „Man kann nicht alles machen. Deshalb versuchen wir gewissermaßen, uns auf das zu beschränken, was am wichtigsten ist, und dann unsere ganze Energie in diese Dinge zu stecken.“

Rheinmetall setzt Erholung fort

Die Aktie des Rüstungskonzerns Rheinmetall (ISIN: DE0007030009, Symbol: RHM) zählte in der vergangenen Woche zu den stärksten Werten im deutschen Leitindex. Der Kurs setzte damit die in der Vorwoche begonnene Erholung fort. Bislang handelt es sich dabei allerdings lediglich um eine technische Gegenbewegung innerhalb eines nach wie vor intakten übergeordneten Abwärtstrends. Kurzfristig könnte sich weiterer Spielraum ergeben, wenn es nun gelingt, das Zwischenhoch von Mitte September bei 1.045 Euro zu überwinden. Theoretisch hätte die RHM-Aktie dann zunächst Luft bis in den Bereich von 1.185 bis 1.238 Euro, in dem mehrere im August dieses Jahres gebildete Zwischenhochs liegen. Sollte anschließend der Ausbruch über diese Hürde gelingen, könnte dies auf eine abgeschlossene Bodenbildung hindeuten. Ob das letztlich gelingt, dürfte auch von der Reaktion des Marktes auf die nächste Veröffentlichung von Ergebnissen am 5. November 2026 beeinflusst werden.

Scout24 erobert 200-Tage-Linie zurück

Seit etwas mehr als einem Jahr ist die Aktie des Plattformbetreibers Scout24 (ISIN: DE000A12DM80, Symbol: G24) im DAX enthalten. Der Kursentwicklung war das bislang nicht sonderlich zuträglich. Nach der Aufnahme in den DAX im September 2025 hatte sich die Abwärtsbewegung seit dem Allzeithoch vom Juli 2025 bei 122,80 Euro zunächst fortgesetzt. Bis zum Korrekturtief im März bei 62,70 Euro hatte sich der Kurs fast halbiert, konnte sich seither aber wieder erholen. In der vergangenen Woche zählte die Aktie dabei zu den stärksten Werten im deutschen Leitindex. Seit dem Tief vom 29. September 2026 bei 66,15 Euro kletterte der Kurs zuletzt auf mehr als 80 Euro. Das Plus beträgt damit mehr als 20 Prozent. Aus charttechnischer Sicht konnte die Aktie jüngst auch die 200-Tage-Linie wieder deutlicher überschreiten. Als nächste Hürde rückt nun das Zwischenhoch vom August dieses Jahres bei 81,70 Euro in den Fokus. Ein Ausbruch darüber könnte weiteren Aufwärtsspielraum eröffnen.

Scout24 betreibt mit ImmoScout24 eine der führenden digitalen Immobilienplattformen in Deutschland. Durch die Übernahme der Immobilienportale Fotocasa und Habitaclia ist das Unternehmen auch in Spanien aktiv.

+++ Flops der Börsenwoche 42/2026 +++

Unter den Flops durchbricht Infineon eine wichtige Unterstützungszone, bei Rocket Lab belasten Bedenken zum Entwicklungszeitplan der Neutron-Rakete. Bei Hewlett Packard Enterprise deutet vieles auf Gewinnmitnahmen nach dem Allzeithoch hin.

Infineon-Aktie weiterhin unter Druck

Halbleiterwerte gehörten in der vergangenen Woche zu den größten Verlierern an den internationalen Aktienmärkten. Auch Deutschlands größter Branchenvertreter Infineon Technologies (ISIN: DE0006231004, Symbol: IFX) konnte sich diesem Umfeld nicht entziehen. Die Aktie setzte damit die Korrektur fort, die sich seit dem Zwischenhoch am 5. Oktober bei 64,99 Euro gebildet hat. Der Kurs fiel dabei unter seine 200-Tage-Linie und verletzte zudem die Unterstützungszone im Bereich von 54,26 bis 53,25 Euro. Sollte diese nicht schnell zurückerobert werden, drohen weitere Verluste. Ein nächstes Ziel könnte dabei die Unterstützung im Bereich von 48,23 Euro sein, die sich aus dem Zwischenhoch vom Februar 2026 ergibt. 

Neuigkeiten aus dem Unternehmen gab es jüngst keine. Der nächste Termin im Kalender ist der 10. November 2026 mit der Veröffentlichung der vorläufigen Ergebnisse für das Schlussquartal und das Gesamtjahr 2025/26 (bis Ende September).

Rocket Lab verliert nach Verschiebung des Neutron-Erstflugs deutlich

Mit einem Minus von fast 20 Prozent gehörte die Aktie des Raumfahrtunternehmens Rocket Lab (ISIN: US7731211089, Symbol: RKLB) in der vergangenen Woche zu den größten Verlierern im NASDAQ-100. Die Börse reagierte damit negativ auf die Nachricht, dass der Konzern den Erstflug seiner Neutron-Rakete auf das Jahr 2027 verschieben musste. Hintergrund sind Fertigungsprobleme bei einem Carbon-Verbundbauteil des Treibstofftanks der ersten Stufe der Rakete.

Damit verstärken sich die Bedenken der Anleger hinsichtlich des Entwicklungszeitplans für die größere Rakete im eigenen Produktspektrum. Die Verschiebung bedeutet einen Rückschlag für die Ambitionen von Rocket Lab, auf dem Markt für Startdienste mit mittlerer Tragkraft direkter mit Elon Musks SpaceX (ISIN: US84615Q1031, Symbol: SPCX) zu konkurrieren. Neutron ist darauf ausgelegt, größere Nutzlasten als die Electron-Rakete von Rocket Lab zu transportieren. Dies eröffnet Möglichkeiten für den Einsatz kommerzieller Satelliten, staatliche Missionen und potenziell auch für eigene weltraumgestützte Dienste des Unternehmens. Die Verzögerungen führen nun dazu, dass die möglichen Einnahmen aus Neutron-Starts erst später anfallen dürften, während sich gleichzeitig die Entwicklungsausgaben erhöhen.

Charttechnisch betrachtet ist die RKLB-Aktie mit dem jüngsten Kursrückgang unter das Zwischentief vom Juli dieses Jahres bei 58,20 US-Dollar gefallen. Sie bestätigte damit den Abwärtstrend, der sich seit dem Allzeithoch im Mai 2026 bei 151 US-Dollar herausgebildet hat. Seither ist ein Rückgang von mehr als 61 Prozent zu verzeichnen.

Hewlett Packard Enterprise: Kursabschlag nach Allzeithoch

Vor einer Woche, am 9. Oktober 2026, hatte die Aktie des Technologiekonzerns Hewlett Packard Enterprise (ISIN: US42824C1099, Symbol: HPE) mit 73,56 US-Dollar ihr bisheriges Allzeithoch markiert. Seither befindet sich der Kurs im Korrekturmodus. Die Aktie gehörte dabei in der vergangenen Woche zu den größten Verlierern im S&P 500. Neuigkeiten aus dem Unternehmen, die eine negative Kursreaktion hätten auslösen können, gab es keine. Vielmehr sieht es nach Gewinnmitnahmen aus. Denn allein seit Anfang September hatte der Kurs um rund 60 Prozent zugelegt. Davon hat er nun einen Großteil wieder abgegeben. Bislang beträgt das Minus mehr als 20 Prozent. Derart heftige Rücksetzer gab es im bisherigen Jahresverlauf bereits häufiger, beispielsweise ausgehend von den Zwischenhochs Anfang Juni und Mitte August.

Interessant ist, was die Analysten von Barclays jüngst zum Unternehmen anmerkten. Sie äußerten Bedenken hinsichtlich der Bewertung sowie des Ausbleibens einer ausreichend deutlichen Wende im KI-Bereich. Zudem sehen sie das Risiko, dass sich das jüngste Wachstum im Bereich der Unternehmenstechnologie verlangsamen könnte, da sich die preislichen Vorteile im Speicherbereich normalisieren.

Hewlett Packard Enterprise hat sich auf IT-Infrastruktur spezialisiert und legt den Fokus auf hybride Cloud, KI, Netzwerke, Server, Storage, High Performance Computing und IT-Services. Der Konzern adressiert damit Nutzer, die ihre IT-Lösungen angesichts der zunehmenden Bedeutung von KI und Digitalisierung modernisieren müssen.

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