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Tops & Flops KW 12/2026: Ciena, Equinor, Vonovia und HelloFresh im Wochencheck

| Thomas Behnke

Schriftzug „Tops & Flops“ zur Kennzeichnung der wöchentlichen Übersicht über auffällige Gewinner und Verlierer bei Aktien.
Tops & Flops KW 12/2026: KI-Nachfrage und steigende Energiepreise trieben einige Aktien kräftig nach oben, andere litten unter Renditedruck, schwachen Ausblicken und fallenden Edelmetallpreisen.

Tops & Flops KW 12/2026: Warum Ciena, Western Digital und Equinor zulegen, während Vonovia, Newmont und HelloFresh unter Druck geraten.

KI-Nachfrage, Energiepreise und Renditedruck bewegen Einzelwerte der Woche

Die Tops und Flops der Börsenwoche 12/2026 wurden von klar umrissenen Kurstreibern geprägt. Rückenwind kam von der Nachfrage nach Infrastruktur für datenintensive Anwendungen und von geopolitisch gestützten Energiepreisen. Auf der Verliererseite belasteten verhalten aufgenommene Unternehmenszahlen, ein schwacher Jahresausblick und fallende Edelmetallpreise.

+++ Tops der Börsenwoche 12/2026 +++

Ciena-Aktie erreicht neue Kursrekorde

Während Indizes wie S&P 500 und NASDAQ-100 sich in den vergangenen Wochen schwertaten und in einen Korrekturmodus übergegangen sind, sticht die positive Performance der Ciena-Aktie (ISIN: US1717793095) heraus. In der vergangenen Woche zeigte sie erneut Stärke und war mit einem Plus von über 20 Prozent und neuen Allzeithochs einer der größten Gewinner im S&P 500. Unternehmensmeldungen gab es keine. Der Spezialist für Netzwerktechnik und Software für Hochleistungs-Kommunikationsnetze hatte sich aber auf einer Branchenkonferenz präsentiert. Ob das maßgeblich zur positiven Kursentwicklung beigetragen hat, lässt sich nicht belegen. Fakt ist dagegen, dass das Investoreninteresse seit einiger Zeit groß ist und den Kurs antreibt. Hintergrund ist die Positionierung des Unternehmens.

Ciena verkauft vor allem Technik, mit der große Datenmengen schnell und zuverlässig durch Telekom- und Rechenzentrumsnetze übertragen werden. Dazu gehören Systeme für Glasfasernetze, austauschbare Hochgeschwindigkeitsmodule für Datenverbindungen, Geräte zum Weiterleiten und Verteilen von Datenverkehr sowie Software zur Überwachung, Steuerung und Automatisierung von Netzen. Ergänzt wird das Angebot durch Installations-, Wartungs- und Beratungsleistungen. Kunden sind vor allem Telekomunternehmen, große Cloud-Anbieter und Betreiber von Rechenzentren. Ciena liefert Technik für Datenverbindungen innerhalb von Städten, zwischen Regionen und Ländern sowie über Unterseekabel zwischen Kontinenten. Damit bedienen die Amerikaner ein derzeit boomendes Segment. Wachstumstreiber sind der stark steigende Datenverkehr durch Cloud-Dienste und KI-Anwendungen, der Ausbau von Verbindungen zwischen Rechenzentren sowie der Bedarf an leistungsfähigeren und stärker automatisierten Netzen.

Ciena

Western Digital, Seagate und SanDisk setzen ihre Stärke fort

In dem schwachen Gesamtmarktumfeld der US-Börsen präsentierten sich in der vergangenen Woche die Aktien der Speicherspezialisten Western Digital (ISIN: US9581021055), Seagate Technology (ISIN: IE00BKVD2N49) und SanDisk (ISIN: US80004C2008) weiterhin in starker Verfassung. Sie gehörten im S&P 500 und NASDAQ-100 zu den Indexmitgliedern mit den größten Wochengewinnen. Western Digital und SanDisk markierten dabei erneut neue Kursrekorde. Neue Nachrichten aus den Unternehmen gab es nicht. Stattdessen setzen die Investoren offenbar weiterhin auf das nach wie vor glänzende Geschäftsumfeld und die damit verbundenen Wachstumschancen.

Die Unternehmen profitieren von dem steigenden Datenvolumen durch Anwendungen wie Künstliche Intelligenz sowie Cloud- und Edge-Computing. Dies führt zu einer wachsenden Nachfrage nach hochkapazitiven Massenspeichern auf Festplattenbasis, bei denen Western Digital und Seagate Technology weltweit zu den führenden Anbietern zählen. Zugleich bleibt die Nachfrage nach NAND-Flash-basierten Speicherlösungen hoch, wovon SanDisk mit SSDs, Embedded-Flash und weiteren Flash-Produkten profitiert. Der Konkurrent Micron Technology hatte in der vergangenen Woche Geschäftszahlen vorgelegt und damit vor allem auf eine anhaltend starke Nachfrage nach DRAM- und NAND-Speicherlösungen hingedeutet.

Western Digital

Equinor-Aktie enorm stark: Irankrieg treibt den Kurs

Die Eskalation im Irankrieg hat in der vergangenen Woche erneut den Aktien aus dem Öl- und Erdgassektor Auftrieb verliehen. Von den europäischen Branchenvertretern sticht dabei die Aktie des norwegischen Erdöl- und Erdgaskonzerns Equinor (ISIN: NO0010096985) heraus. Seit Ausbruch des Iran-Kriegs hat sie um mehr als 30 Prozent zugelegt. Das Plus seit Jahresbeginn beträgt über 60 Prozent. Aus charttechnischer Sicht hat der Kurs nun beinahe das Allzeithoch vom August 2022 bei 410,90 norwegischen Kronen erreicht.

Zu den maßgeblichen Kurstreibern zählten zuletzt die stark gestiegenen europäischen Gaspreise sowie die Annahme, dass Equinor von den zu erwartenden Ausfällen im Nahen Osten profitiert. Zudem hatte das Unternehmen einen neuen Ölfund in der Barentssee gemeldet. Außerdem kündigte der Konzern an, seinen Geschäftsbereich für Marketing, Midstream und Verarbeitung durch zwei neue Geschäftsbereiche zu ersetzen, mit dem Ziel effizienterer Abläufe und einer gesteigerten Wertschöpfung.

Equinor

+++ Flops der Börsenwoche 12/2026 +++

Vonovia-Aktie unter Druck: Prognosen bestätigt, Dividende erhöht, Fokus auf Entschuldung

„Ich bin jetzt seit etwas mehr als zehn Wochen Vorstandsvorsitzender von Vonovia. Mich beeindrucken das einzigartige Geschäftsmodell des Unternehmens, der sehr stabile Wachstumspfad des Vermietungsgeschäfts sowie die Chancen und das Wachstumspotenzial in den Non-Rental-Segmenten. Darin liegen die Stärken von Vonovia.“ Mit diesen Worten des neuen Konzernchefs Luka Mucic beginnt die Pressemitteilung zu den in dieser Woche vorgelegten Zahlen für das Geschäftsjahr 2025. Der Vorstand bestätigte dabei auch die Prognosen für 2026 und die Ziele für 2028. Vonovia will zudem die Dividende von 1,22 auf 1,25 Euro anheben und kündigte eine vereinfachte Dividendenpolitik an. Künftig sollen 50 bis 60 Prozent des um Sondereffekte bereinigten Vorsteuerergebnisses ausgeschüttet werden. Ebenfalls relevant: Der Immobilienkonzern legt einen noch stärkeren Fokus auf die Entschuldung und verwies in diesem Zusammenhang auf hohe Finanzierungskosten.

An der Börse sorgten weder die blumigen Äußerungen des neuen Konzernchefs noch die Nachrichten aus dem Unternehmen für Begeisterung. Im Gegenteil: Die Vonovia-Aktie (ISIN: DE000A1ML7J1) war mit einem Verlust von rund 10 Prozent der größte Wochenverlierer im DAX. Aus charttechnischer Sicht ist die Aktie nun unter die potenzielle Unterstützungszone im Bereich von rund 24 Euro gefallen und bestätigt damit die sinkende Tendenz seit dem Zwischenhoch im September 2024. Damit drohen weitere Abgaben.

Vonovia

Newmont-Aktie unter Druck: Goldpreis-Schwäche belastet

Der Sektor Grundstoffe gehörte in der vergangenen Woche zu den schwächsten Bereichen am US-Aktienmarkt und führte mit Abstand die Verliererliste an. Kräftig unter Druck gerieten beispielsweise die Gold- und Silberaktien aufgrund der Talfahrt bei den Edelmetallpreisen. Exemplarisch dafür steht die Entwicklung von Newmont (ISIN: US6516391066, Symbol: NEM), dem weltweit größten Goldproduzenten. Das Unternehmen ist als einziger Goldwert im S&P 500 vertreten und gehörte dort zu den größten Verlierern.

Die Argumentationskette für die Schwäche des Edelmetallsektors beginnt mit der Eskalation im Irankrieg. Dadurch steigen weltweit die Inflationssorgen, was zu steigenden Renditen an den Anleihemärkten führt und damit die Erwartungen sinkender Leitzinsen dämpft. So waren die Äußerungen der US-Notenbank nach ihrer Sitzung am vergangenen Mittwoch dahingehend zu verstehen, dass sie weniger geneigt ist, die Leitzinsen bald zu lockern. Aus charttechnischer Sicht ist die Newmont-Aktie mit den Verlusten in der vergangenen Woche bis zu ihrem 150-Tage-Durchschnitt zurückgefallen. Gelingt hier eine Stabilisierung?

Newmont

HelloFresh-Aktie fällt auf neues Allzeittief

Auf dem deutschen Kurszettel gehört die Aktie von HelloFresh (ISIN: DE000A161408) zu den Werten mit auffällig starken Kursverlusten in der vergangenen Woche. Sie fiel dabei unter das bisherige Allzeittief vom Juli 2024 bei 4,42 Euro und markierte bei 3,70 Euro einen neuen Tiefpunkt. Auch wenn es angesichts der schwachen Kursentwicklung in den vergangenen Monaten und des damit zum Ausdruck gebrachten Pessimismus der Anleger kaum möglich schien, die Stimmung noch weiter zu trüben, führte ein überraschend schwacher Ausblick für das laufende Geschäftsjahr 2026 zu erneutem Abgabedruck.

Der Kochboxenanbieter hatte bei der Vorlage seiner Geschäftszahlen für 2025 für das Jahr 2026 einen weiteren Umsatz- und Gewinnrückgang in Aussicht gestellt. Belastend ist vor allem die schwache Ready-to-Eat-Entwicklung in den USA. Auch die vom Vorstand herausgestellten „deutlichen Fortschritte beim Effizienzprogramm“ konnten die Stimmung nicht heben. Die Marktkapitalisierung beträgt nun nur noch 623 Mio. Euro. Zum Allzeithoch im November 2021 waren es über 15 Mrd. Euro.

HelloFresh

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