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Burggraben-Investments – VanEck Vectors Morningstar Global Wide Moat ETF



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An Indizes, in die Investoren über ETFs mittlerweile investieren können, herrscht kein Mangel. Oft entscheidet bei Privatanlegern der Bekanntheitsgrad der Benchmark. Des deutschen Anlegers liebster Index ist zweifellos der DAX. Zuletzt hat das Renommee des Leitindex allerdings durch das betrügerische Wirecard-Management und die Insolvenz des DAX-Unternehmens etwas gelitten. Auch der Wirecard-Nachfolger, Delivery Hero, hat bei vielen Experten eher Kopfschütteln als Begeisterung ausgelöst. Gewinne sind bei dem Lieferdienst für Essen noch in weiter Ferne. Ob hier sinnvolle Voraussetzungen für die erste deutsche Börsenliga gegeben sind, muss mit einem Fragezeichen versehen werden. Investoren, die weltweit anlegen wollen, setzen im VanEck Vectors Morningstar Global Wide Moat ETF (WKN: A2P6EP) auf qualitativ hochwertige Unternehmen. Denn neben einer günstigen Bewertung ist hohe Qualität ein wesentliches Kriterium für die Aufnahme in den Index, den der ETF abbildet.

Wettbewerbsvorteile

Wer bei „moat“ an mittelalterliche Burggräben und tapfere Ritter denkt, die zur Verteidigung angetreten sind, geht nicht ganz fehl. Der Begriff „economic moat“ oder „ökonomischer Burggraben“ umreißt die Fähigkeit eines Unternehmens, dauerhaft Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz zu erzielen und dadurch sein Geschäftsmodell zu verteidigen und zu schützen. So können langfristig Gewinne gesichert und Marktanteile ausgebaut werden. Der Begriff „moat“ wurde durch die mittlerweile neunzigjährige Investorenlegende Warren Buffett populär. Bei seinem Investmentansatz ist der „Burggraben“ eine der zentralen Größen zur Bewertung von Unternehmen. Dazu zählen beispielsweise die Stärke einer Marke, Patente und eine hohe Preissetzungsmacht. Ein Beispiel dafür ist die Aktie von Coca-Cola mit ihrem hohen Markenwert.

Sieger-Aktien

Basiswert des VanEck-ETF ist der in US-Dollar berechnete Morningstar Global Wide Moat Focus-Index. Die Fondsrating-Agentur Morningstar mischt mittlerweile auch im umkämpften Markt der Index-Anbieter mit. Die Benchmark setzt sich aus Unternehmen zusammen, die einen deutlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Konkurrenten aufweisen und die zudem attraktiv gepreist sind. Mit Stand vom 31. Juli enthält der Index 68 Einzeltitel. Regional dominiert mit knapp 67 Prozent die USA, mit deutlichem Abstand gefolgt von Großbritannien mit 6,4 Prozent. Am stärksten sind Health Care-Titel mit ca. 23 Prozent und IT-Unternehmen mit rund 16 Prozent vertreten. Zu den Top-Holdings gehört die deutsche GEA Group, ein Anlagenbauer für die Getränke- und Nahrungsmittelindustrie. Ebenfalls unter den Top 10 befinden sich das Cloud-Unternehmen ServiceNow aus den USA und der Internet-Gigant Tencent Holdings aus China. Einige der Unternehmen wie Apple oder Netflix, die momentan in aller Munde sind und mit starken Kursgewinnen glänzen, weisen nach den Kriterien der Morningstar-Analysten mit Blick auf die Zukunft allerdings keine dauerhaften Wettbewerbsvorteile auf.

Potential zur Outperformance

Der VanEck-ETF wurde erst vor wenigen Wochen, genauer gesagt am 07. Juli 2020, aufgelegt. Seither hat das Produkt einen Wertzuwachs von 4,3 Prozent erzielt. Die Gesamtkosten-Quote von 0,52 Prozent p.a. liegt über dem Schnitt der Gebühren von ETFs auf bekannte globale Indizes wie beispielsweise den MSCI World. Allerdings ist mit dem Auswahlverfahren für die Aktien auch kostenintensiver Research-Aufwand verbunden. Verglichen mit aktiv gemanagten globalen Aktienfonds sind die Gebühren deutlich günstiger.

Christian Bayer

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07.09.2020 | 16:06

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