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Krypto > Schwächere Nachfrage

​​Bitcoin-Kurs: Warum die Nervosität wieder steigt

| Louis Blümlein

Bitcoin und Chart.
Bitcoin kämpft mit schwacher Nachfrage, die 70.000 US-Dollar werden zur schweren Hürde. (Foto: Yalcin Sonat / Shutterstock)

Ein Bitcoin kostet wieder weniger als 70.000 US-Dollar. Anleger hoffen noch auf eine Stabilisierung, Marktindikatoren mahnen dagegen zur Vorsicht.

Die jüngste Korrektur im Bitcoin-Kurs kommt nicht überraschend. Bereits seit einiger Zeit zeigen verschiedene Daten, dass die Nachfrage im Markt nachlässt. Besonders sichtbar wird das bei den US-Spot-Bitcoin-ETFs. Nachdem diese Produkte über Monate hinweg Milliarden an Kapital angezogen hatten, verzeichneten sie zuletzt wiederholt Nettoabflüsse. Damit fällt ein wichtiger Treiber weg, der den Markt in den vergangenen Monaten immer wieder gestützt hatte.

Auch die Handelsaktivität geht zurück. Sowohl das Volumen im Spotmarkt als auch im Derivatemarkt entwickelt sich rückläufig. Viele Marktteilnehmer halten sich aktuell zurück und warten auf neue Impulse. Gleichzeitig befindet sich der Fear & Greed Index mit einem Wert von rund 30 Punkten wieder im Bereich „Angst“. Die Risikobereitschaft der Anleger hat sich damit spürbar verschlechtert.

Belastend wirkt zudem die geopolitische Lage. Nachdem die Hoffnung auf eine Beruhigung im Nahen Osten zeitweise für Zuversicht gesorgt hatte, kehren die Risiken nun wieder stärker in den Fokus der Märkte zurück. Auffällig bleibt dabei, dass Bitcoin deutlich schwächer reagiert als der Aktienmarkt. Das deutet darauf hin, dass die Ursachen nicht allein außerhalb des Kryptomarktes zu finden sind.

Strategy bricht mit „Never Sell“-Narrativ

Ein weiterer Faktor ist Strategy. Das Unternehmen hat erstmals seit Jahren wieder Bitcoin verkauft. Die veräußerte Menge war zwar verschwindend gering und spielte für den Markt selbst keine Rolle. Dennoch sorgte der Schritt für Diskussionen, weil damit erstmals vom langjährigen „Never Sell“-Narrativ abgewichen wurde. Für viele Anleger war diese Haltung ein zentraler Bestandteil der Investmentstory rund um Michael Saylor und Strategy.

Ein ungewöhnlich ruhiger Markt

Während der Bitcoin-Kurs deutlich nachgegeben hat, wird der Markt ruhiger. Die realisierte Volatilität von Bitcoin ist auf rund 17 Prozent gefallen. Zu Beginn des Quartals lag dieser Wert noch bei fast 39 Prozent. Damit bewegt sich die Schwankungsbreite auf einem Niveau, das in den vergangenen Jahren nur selten erreicht wurde.

Die realisierte Volatilität misst die tatsächlichen Kursbewegungen der Vergangenheit. Sie zeigt also, wie stark Bitcoin tatsächlich geschwankt und welche Erwartungen der Markt für die Zukunft hat. Mit 17 Prozent liegt dieser Wert deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt.

Solche Phasen wirken aber nur auf den ersten Blick ruhig. Historisch betrachtet entstanden aus vergleichbaren Situationen jedoch immer wieder größere Kursbewegungen. Der Markt verliert an Dynamik, viele Anleger warten ab und die Handelsspanne wird zunehmend enger.

Passend dazu zeigen auch die Daten der größten Bitcoin-Halter eine verhaltene Entwicklung. Die Bestände der sogenannten Dolphins wachsen seit Monaten deutlich langsamer als zuvor. Gleichzeitig haben die Wale ihre Akkumulation nahezu vollständig eingestellt. Bei früheren Rallys traten beide Gruppen deutlich aktiver auf und bauten ihre Positionen kontinuierlich aus. Von einer solchen Kaufdynamik ist derzeit wenig zu sehen.

Dadurch fehlt dem Markt ein wichtiger Nachfrageimpuls. Die Verkäufer treten wieder aktiver auf, während viele potenzielle Käufer zunächst an der Seitenlinie bleiben. Dieses Kräfteverhältnis erschwert es Bitcoin aktuell, eine neue Aufwärtsdynamik zu entwickeln.

Diese Kurszone rückt nun in den Fokus

Für die kommenden Handelstage dürfte die Region um 70.000 US-Dollar entscheidend bleiben. Dort versucht Bitcoin aktuell eine Stabilisierung aufzubauen. Gelingt das nicht, könnte die Unsicherheit am Markt weiter zunehmen.

Die aktuellen Liquidationsdaten zeichnen dabei ein recht klares Bild. Unterhalb des aktuellen Kursniveaus befinden sich nur noch wenig größere Liquiditätsbereiche. Ein Großteil der Long-Positionen wurde durch die jüngste Korrektur bereits aus dem Markt gedrängt.

Auf der Oberseite zeigt sich dagegen ein deutlich größeres Liquiditätscluster oberhalb von 75.000 US-Dollar. Solche Bereiche gelten am Markt oft als Anziehungspunkte. Dort sammeln sich Stop-Orders, offene Positionierungen und potenzielle Liquidationen. Je größer diese Ansammlung ausfällt, desto relevanter wird die Zone für den Markt.

Das bedeutet nicht automatisch, dass Bitcoin kurzfristig auf 75.000 US-Dollar steigen muss. Sollte die Unterstützung bei 70.000 US-Dollar jedoch halten und sich die Stimmung etwas aufhellen, könnte dieser Bereich schnell wieder stärker in den Mittelpunkt rücken.

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